Christian Lindner warnt vor Beitragserhöhung bei Kapitalrente
L'essentiel
- Christian Lindner, ehemaliger Bundesfinanzminister und FDP-Vorsitzender, warnt vor geplanten Beitragserhöhungen für die Kapitalrente als Standortrisiko.
- Er glaubt an den Aufbau eines Kapitalstocks ohne Beitragserhöhungen und kritisiert die Einbeziehung Selbstständiger sowie die Erhöhung der Rentenversicherungsbeiträge.
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Pourquoi c'est important
Der frühere Bundesfinanzminister Christian Lindner äußert Bedenken gegen die geplante Beitragserhöhung im Rahmen der Kapitalrente und warnt vor einer Verteuerung der Arbeitskosten als Standortrisiko für Deutschland. Er schlägt vor, einen Kapitalstock ohne Beitragserhöhungen aufzubauen.
Der frühere Bundesfinanzminister und Ex-FDP-Vorsitzende Christian Lindner warnt vor der im Zuge der Kapitalrente geplanten Beitragserhöhung. „Die Arbeitskosten weiter zu verteuern, ist ein Standortrisiko erster Klasse“, sagte Lindner im Interview mit dem „Tagesspiegel“. „Deutschland fällt wirtschaftlich zurück, da ist jede weitere Verteuerung von Arbeit falsch.“
Er zeigt sich davon überzeugt, dass man einen Kapitalstock auch innerhalb der bestehenden gesetzlichen Rente, also ohne Beitragserhöhungen, aufbauen kann.
Die Risiken eines etwaigen Börsen-Crashs hält der ehemalige FDP-Vorsitzende für vertretbar. „Langfristig überwiegen die Chancen die Risiken“, sagte Lindner. Erstens werde über Jahrzehnte gespart, nicht auf einen Schlag investiert. Zweitens werde über Märkte, Währungen, Branchen, Anleihen und Aktien breit gestreut. Und drittens erfolge die Entnahme ebenfalls schrittweise. „Selbst dramatische Einbrüche sind Jahre später oft nur ein kurzer Rücksetzer“, sagte er.
Ein Gesetzespaket, bestehend aus allen 33 Empfehlungen der Rentenkommission, würde er nach eigener Aussage nicht unterschreiben. „Nein, das Ergebnis der Kommission würde ich mir nicht einfach so zu eigen machen“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Er kritisierte vor allem die Einbeziehung der Selbstständigen und die Erhöhung der Rentenversicherungsbeiträge durch die Kapitalrente.
„Die Einbeziehung der Selbstständigen in die gesetzliche Rente wird beispielsweise das Demografieproblem nicht lösen, sondern verschärfen“, sagte der ehemalige FDP-Vorsitzende. Zwar komme kurzfristig mehr Geld ins System, später würden aber Anwartschaften fällig.
Anders als Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hält Lindner das Rentenpaket daher auch nicht für ein „Gesamtkunstwerk“. „Ich würde nicht von einem Kunstwerk sprechen“, sagte er. Es sei „ein gutes Werkstück“.
Ihn selbst reize die Aufgabe, an einer Rentenreform mitzuwirken, nicht mehr. „Jetzt widme ich mich neuen, spannenden Aufgaben, die mich intellektuell herausfordern“, sagte er.
Questions ouvertes
- Welche konkreten Alternativen schlägt Lindner für den Aufbau eines Kapitalstocks ohne Beitragserhöhungen vor?
- Wie werden die Regierungsparteien auf Lindners Kritik am Rentenpaket reagieren?



