Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): Ein Leitfaden für Anleger
L'essentiel
- Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist eine wichtige Kennzahl zur Aktienbewertung.
- Es setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn pro Aktie und hilft Anlegern, überbewertete oder unterbewertete Aktien zu identifizieren.
- Ein niedrigeres KGV gilt generell als attraktiver.
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Pourquoi c'est important
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist eine Kennzahl zur Aktienbewertung, die den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn pro Aktie setzt. Ein niedrigeres KGV wird generell als attraktiver angesehen.
Düsseldorf. Um ein Investment in überbewertete Aktien zu vermeiden, orientieren sich Anleger an verschiedenen Kennziffern. Eine davon ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Sie zeigt an, ob eine Aktie potentiell über- oder unterbewertet ist.
Das KGV gehört zu den meistbeachteten Kennzahlen am Aktienmarkt. Grundsätzlich gilt: je niedriger das KGV, desto preisgünstiger und attraktiver ist die Aktie. Denn das KGV gibt an, in wie viel Jahren – bei konstanten Unternehmensgewinnen – Anleger den Wert erhalten, den sie für die Aktie bezahlt haben. Oder anders: Das KGV misst die Anzahl der Jahre, in denen das Unternehmen seinen aktuellen Börsenwert verdienen würde.
Dabei kann das KGV sowohl für einzelne Aktien als auch für spezielle Branchen oder einen gesamten Markt ermittelt werden. So bewegte sich der Dax beispielsweise in den vergangenen Jahren im Mittel bei einem KGV-Wert von 14. Zum Vergleich: Das KGV des US-Index S&P 500 liegt bei knapp 30.
Die Formel des Kurs-Gewinn-Verhältnisses folgt einem simplen Prinzip: Der Aktienkurs eines Unternehmens wird ins Verhältnis zum Gewinn pro Aktie gesetzt. Je nachdem, ob ein Durchschnittskurs oder bestimmte Tageskurse für die Berechnung herangezogen werden, kann das KGV variieren.
Auf Seiten des Gewinns kann das Kurs-Gewinn-Verhältnis, auf englisch Price-Earnings-Ratio, in die Zukunft schauen. So können Gewinnschätzungen für zukünftige Finanzperioden als Berechnungsgrundlage herangezogen werden. Erstere beruhen auf den Prognosen von Analysten und bleiben dementsprechend tendenziell.
Tesla verzeichnete 2025 einen Jahresgewinn (GAAP) von 3,79 Milliarden US-Dollar, was einem Gewinn pro Aktie von 1,08 US-Dollar (USD) entspricht. Nach Börsenschluss notierte die Aktie am 31. Dezember 2025 bei 449,72 USD. Daraus errechnet sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 416. Anleger hätten demnach für eine Tesla-Aktie mehr als das 416-Fache des Gewinns bezahlt.
Größen dieser Ordnung wecken schnell den Verdacht einer Überbewertung der Aktie. Einigen Analysten zufolge mag das im Fall von Tesla auch stimmen. Doch genau an der Stelle ist Vorsicht geboten.
Zwar wirkt die Kennziffer erst einmal abschreckend, allerdings gehen viele Analysten nach wie vor von starken Wachstums- und Gewinnperspektiven des Unternehmens aus. Ob die hohe Bewertung gerechtfertigt ist oder nicht, wird sich zwangsläufig erst in Zukunft zeigen. Günstig ist die Tesla-Aktie jedoch nicht.
Eine für sich alleine genommene Kennzahl hat unzureichende Aussagekraft. Das gilt auch für das KGV. Letzteres sollte nicht nur ergänzend zu weiteren Kennzahlen eines Unternehmens betrachtet werden, sondern vor allem auch in seiner historischen Entwicklung sowie im Branchenkontext. Ein guter KGV-Wert lässt sich nicht pauschalisieren.
Vertreter der Pharmaindustrie verzeichnen grundsätzlich andere Kurs-Gewinn-Verhältnisse als Unternehmen aus dem Bereich der Finanztechnologie. In Deutschland zählen die Automobilhersteller wie die Mercedes-Benz Group mit zumeist einstelligen KGVs zu den Spitzenreitern.
Ob ein KGV als günstig gilt, hängt ebenfalls von der Stimmung der Anleger ab. In Krisenzeiten kann auch ein KGV von 14 als teuer empfunden werden.
Ohne Zweifel: Eine gesamte Anlagestrategie auf eine einzige Kennzahl auszurichten, ist zu kurz gegriffen. Nichtsdestotrotz verfolgten Börsengrößen wie Warren Buffet Jahrzehnte lang die Devise, Gewinn durch den Einkauf günstiger Papiere zu generieren – in der Regel wiesen die Aktien einen KGV von unter 15 auf.
Ergänzend dazu zeichnete sich der Großteil der Aktien durch eine hohe Dividendenrendite aus. Die Kombination aus niedrigem KGV und hoher Dividendenrendite sollte mögliche Verluste begrenzen, die bei konjunkturellen Rückgängen entstehen.
Da der Unternehmensgewinn auf dem Papier durch legale Finanzierungstricks jedoch leicht zu justieren ist – und damit auch das KGV – sind für den langfristigen Börsenerfolg fundierte Profitabilitätsanalysen und Unternehmensbewertungen wichtig.
Alternativ zum Kurs-Gewinn-Verhältnis lässt sich das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) ermitteln, indem die Marktkapitalisierung eines Unternehmens mit dessen Jahresumsatz ins Verhältnis gesetzt wird. Die Berechnung bietet sich an, sollte ein Unternehmen noch nicht profitabel sein und keinen Gewinn erzielen.
Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) dagegen liegt auf Augenhöhe mit dem KGV. Ersteres misst das Verhältnis des Aktienkurses zum aktuellen Buchwert pro Aktie. Als Buchwert gilt das in der Bilanz ausgewiesene Eigenkapital. Auch hier: je höher das KBV, desto höher die Bewertung der Aktie.
Questions ouvertes
- Wie wird sich das KGV von Tesla langfristig entwickeln?
- Welche weiteren Kennzahlen sind für die Bewertung von Tesla entscheidend?



