Drei Tote nach Falschfahrt auf A 45: Ursache weiter unklar
L'essentiel
- Eine 34-jährige Falschfahrerin verursachte auf der A 45 bei Florstadt einen Frontalzusammenstoß, bei dem sie, ein 70-jähriger Mann und ihr 12-jähriges Kind starben.
- Die Ursache der Falschfahrt ist unklar, ein Sachverständiger wurde beauftragt.
- Zwei weitere Familienmitglieder überlebten.
Résumé généré par IA
Pourquoi c'est important
Ein Unfall auf der A 45 bei Florstadt führte zum Tod einer 34-jährigen Falschfahrerin, eines 70-jährigen Mannes und eines 12-jährigen Kindes, wobei die Ursache der Falschfahrt noch unklar ist.
Nach dem Unfall mit drei Toten auf der A 45 nahe Florstadt ist noch immer unklar, wie es dazu kommen konnte. Die Auffahrt gilt eigentlich als gut geschützt gegen versehentliche Falschfahrten. Die Staatsanwaltschaft Gießen hat einen Sachverständigen beauftragt, der diese Frage klären soll. Ein abschließendes Gutachten werde voraussichtlich erst in drei bis vier Wochen vorliegen.
Eine Vierunddreißigjährige war laut Polizei in der Nacht zum Sonntag mit ihrer Familie unterwegs, als sie an der Anschlussstelle Florstadt in falscher Richtung auf die Autobahn fuhr und kurz darauf mit hoher Geschwindigkeit mit dem Wagen eines 70 Jahre alten Mannes frontal zusammenstieß. Der Mann starb noch an der Unfallstelle, die Frau wenig später im Krankenhaus. Am Dienstagnachmittag starb auch ihr zwölfjähriges Kind, das hinten im Auto gesessen hatte. Eine 15 Jahre alte Tochter sowie der Vater der Familie aus Unterfranken überlebten, ihr Zustand ist laut Polizei stabil.
Jedes Jahr werden rund 2000 solcher Falschfahrten, die auch Geisterfahrten genannt werden, in Deutschland gemeldet. Allein in Hessen waren es im vergangenen Jahr 286, im Jahr 2024 waren es 276, hat der ADAC gezählt. Zu Unfällen kommt es deutlich seltener, wie die erste große Falschfahrer-Studie der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigt. Lediglich 0,5 Prozent aller Unfälle auf Autobahnen sind auf Falschfahrten zurückzuführen. Nach den neuesten Zahlen des ADAC aus dem Jahr 2023 sind zwölf Menschen bei derartigen Unfällen gestorben, im Jahr davor waren es 15. Laut der GDV-Studie sind rund 80 Prozent der Falschfahrer männlich und knapp die Hälfte älter als 65 Jahre.
Die Gründe für Falschfahrten können ganz unterschiedlich sein. Eine eindeutige Ursache lässt sich laut ADAC nicht feststellen. Am häufigsten seien Demenz und Verwirrung Auslöser gewesen (32 Prozent), gefolgt von suizidaler Absicht (22 Prozent). Es gebe zwei Gruppen, die besonders auffällig seien: zum einen junge Fahrer unter Alkohol- und Drogeneinfluss, zum anderen ältere Fahrer, die durch Medikamente beeinträchtigt sind. Die Studie zeigt deutlich: Je jünger die Falschfahrer sind, desto häufiger sind sie alkoholisiert. Das betraf rund 42 Prozent aller Falschfahrer unter 24 Jahren.
Besonders hoch unter den jungen Fahrern ist auch die Quote der bewussten Falschfahrten, beispielsweise durch suizidale Absicht oder Flucht vor der Polizei. Bei 70 Prozent der Geisterfahrten, die von Fahrern unter 24 Jahren begangen wurden, handelt es sich um bewusste Entscheidungen.
Falschfahrten können an verschiedenen Stellen beginnen, überall dort, wo man vorschriftsmäßig oder auch nicht auf Autobahnen auffahren kann. Etwa die Hälfte aller Geisterfahrten beginnt an Anschlussstellen, meist durch zu frühes Linksabbiegen. Daneben können sie aber auch an Autobahnkreuzen und -dreiecken sowie an Rastanlagen und am Übergang einer Landstraße zur Autobahn ihren Ausgangspunkt haben.
Durch eine „eindeutige Gestaltung“ von Autobahn-Anschlussstellen, also durch entsprechende Beschilderungen und Signalisierungen sowie Fahrbahnmarkierungen und Bahnführungen, können dem GDV zufolge unbewusste Falschfahrer in den meisten Fällen rechtzeitig gewarnt werden. Gleiches gilt für eine klare Gestaltung von Raststätten und Parkplätzen entlang der Schnellstraßen. Aber die Experten sind sich einig: Ganz verhindern könne man Geisterfahrten nicht.
Doch was kann man tun, wenn ein Falschfahrer in der Nähe ist? Der ADAC empfiehlt, bei einer Falschfahrer-Meldung über Radio oder Navigationssystem die Geschwindigkeit zu verringern, die Warnblinkanlage einzuschalten und auf dem äußeren rechten Fahrstreifen zu fahren, notfalls auf den Seitenstreifen auszuweichen. Wichtig sei, nicht zu überholen und ausreichend Abstand zu anderen Autos zu halten. Gegebenenfalls könnte es auch ratsam sein, am nächsten Parkplatz oder der nächsten Ausfahrt rauszufahren. Sollte man selbst in die Situation geraten, Falschfahrer geworden zu sein, rät der ADAC ebenfalls, die Warnblinkanlage einzuschalten, sofort am nächsten Fahrbahnrand zu halten und das Fahrzeug dicht neben der Schutzplanke abzustellen.
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
Ein abschließendes Gutachten zur Unfallursache wird in drei bis vier Wochen erwartet.
Très probable · En quelques semaines
Questions ouvertes
- Wie konnte die Falschfahrt an der Anschlussstelle Florstadt geschehen?
- Welche genaue Ursache hatte die Falschfahrt der 34-Jährigen?
- Wann wird das abschließende Gutachten vorliegen?



