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EU verbietet Vernichtung unverkaufter Kleidung und Schuhe
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n-tv Wirtschaftil y a 19 heuresBusiness3 min de lectureGermany

EU verbietet Vernichtung unverkaufter Kleidung und Schuhe

L'essentiel

  • Die EU verbietet großen Unternehmen die Vernichtung unverkaufter Kleidung und Schuhe, um Wiederverkauf oder Spenden zu fördern.
  • Dies könnte Verbrauchern mehr reduzierte Ware bescheren, stellt den Handel aber vor Herausforderungen.
  • Umweltschutzorganisationen sehen Schlupflöcher und fordern konsequente Kontrollen.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

Die EU hat ein Verbot der Vernichtung unverkaufter Kleidung und Schuhe erlassen, um Unternehmen zu zwingen, diese Waren stattdessen zu spenden oder wiederzuverkaufen. Bisher war die Entsorgung oft günstiger als die Wiedervermarktung.

Taille de police

Das Vernichten von unverkaufter Ware kann günstiger sein, als sie doch noch irgendwie über die Ladentheke zu bringen. In der EU ist diese Praxis nun allerdings verboten. Möglicherweise können Kunden sich bald über etwas mehr reduzierte Ware im Angebot freuen.

Große Unternehmen in der Europäischen Union dürfen unverkaufte Kleidung und Schuhe künftig nicht mehr vernichten. Eine entsprechende EU-Vorschrift gilt ab sofort und soll dafür sorgen, dass betroffene Firmen ihre Waren etwa erneut verkaufen oder spenden, anstatt sie wegzuschmeißen. Bisweilen gilt die Entsorgung teils günstiger, als Produkte zu lagern, aufzubereiten oder wieder zum Verkauf anzubieten.

Ausnahmen gelten aber unter anderem für den Fall, dass die Ware gefährlich, beschädigt oder verschmutzt ist, nicht wiederverwendet oder -aufbereitet werden kann. Auch, was mehreren sozialwirtschaftlichen Einrichtungen mit Sitz in der EU als Spende angeboten, aber nicht innerhalb einer Frist angenommen wurde, darf vernichtet werden. Für kleinere Unternehmen treten die neuen Vorgaben später in Kraft.

Laut Handelsverband Deutschland (HDE) könnte das Verbot Vorteile für Verbraucher mit sich bringen: So könnte laut Hauptgeschäftsführer Stefan Genth das Angebot an reduzierter Ware steigen, etwa über Outlets, Restpostenmärkte oder Second-Hand-Kanäle. Außerdem sieht er mögliche ökologische Vorteile, "da weniger neuwertige Kleidung vernichtet wird und Produkte häufiger weiterverkauft oder gespendet werden".

Der Handel werde jedoch vor Herausforderungen gestellt, sagt Genth: "Nicht alle unverkauften Waren lassen sich ohne Weiteres erneut verkaufen oder spenden." Gründe könnten etwa beschädigte Verpackungen, hohe Logistikkosten, fehlende Nachfrage oder geringe Warenwerte sein. Für Händler entstünden zusätzliche Kosten für Lagerung, Sortierung, Aufbereitung und Weitervermarktung. Hinzu kämen Dokumentationsauflagen, rechtliche Unsicherheiten und praktische Hürden bei Spenden oder Secondhand.

Viel Billigware kommt von außerhalb Europas

Der Modeverband GermanFashion befürwortet die neue Regelung. "Bekleidung ist ein wertvolles Produkt, dessen Vernichtung vermieden werden sollte", so Hauptgeschäftsführer Thomas Lange. Das Vernichtungsverbot setze ein wichtiges Signal für einen verantwortungsvolleren Umgang mit Ressourcen.

Für viele europäische Bekleidungsunternehmen werde die Regelung aber kaum Auswirkungen haben, weil unverkaufte Ware in der Regel nicht vernichtet werde. Die eigentliche Herausforderung liege bei den großen Mengen günstiger Ultra-Fast-Fashion-Produkte, die Verbraucher direkt bei außereuropäischen Anbietern bestellten, so Lange. Er fordert, dass diese Unternehmen künftig in gleicher Weise wie europäische Hersteller an den Kosten für Sammlung, Sortierung und Recycling von Alttextilien beteiligt werden.

Der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie kritisiert, das Gesetz gehe an der Realität vorbei, belaste die heimische Industrie mit Bürokratie und löse Probleme mit Fast Fashion nicht im Ansatz. Experte Jonas Stracke sagt, für mehr Nachhaltigkeit brauche es etwa funktionierende Sammel-, Sortier- und Recyclingstrukturen. Solange diese Voraussetzungen fehlten, bleibe das Vernichtungsverbot ein Papiertiger. "Einen echten Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leiste es in der Praxis leider nicht."

Regeln leicht zu umgehen?

Umweltschutzorganisationen gehen die neuen Vorschriften nicht weit genug. So bezeichnet Moritz Jäger-Roschko von Greenpeace das Verbot zwar als richtig, sieht jedoch Schlupflöcher für Konzerne. "Unternehmen können die Regeln leicht umgehen, etwa durch Falschdeklaration von Produkten. Ohne konsequente Kontrollen wird sich in der Praxis nichts ändern." Das eigentliche Problem - Fast Fashion - bleibe vom Gesetz unberührt.

Aus Sicht des WWF ist das Vernichtungsverbot ein wichtiger erster Schritt. Ein Gesetz sei jedoch immer nur so gut wie seine Durchsetzung, sagte Silke Düwel-Rieth von der Umweltorganisation. "Wirksam wird es erst, wenn die Vorgaben konsequent von den zuständigen Behörden kontrolliert und eingefordert werden."

Angaben der EU-Kommission zufolge werden in Europa jährlich vier bis neun Prozent der unverkauften Textilien zerstört, bevor sie überhaupt getragen wurden. Diese Abfälle verursachten rund 5,6 Millionen Tonnen CO2-Emissionen.

À surveiller

Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes

  • Das Angebot an reduzierter Ware (Outlets, Restposten, Second-Hand) könnte steigen.

    Probable · En quelques mois

  • Die tatsächliche Wirksamkeit des Verbots hängt von konsequenten Kontrollen ab.

    Très probable · En quelques mois

Questions ouvertes

  • Wie werden die Kontrollen zur Einhaltung der neuen Regeln konkret umgesetzt?
  • Welche genauen Kosten entstehen Händlern durch die neuen Auflagen?
  • Wie wird die Nachfrage nach reduzierter Ware das Angebot beeinflussen?

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This article was originally published by n-tv Wirtschaft.

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