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Europäische Banken starten Euro-Stablecoin-Projekt Qivalis
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Handelsblatt19/05/2026Business3 min de lectureGermany

Europäische Banken starten Euro-Stablecoin-Projekt Qivalis

L'essentiel

  • Das europäische Stablecoin-Projekt Qivalis hat 37 Banken gewonnen, um einen Euro-Stablecoin zu starten.
  • Ziel ist es, dem Dollar-dominierten Markt eine Alternative zu bieten und internationale Zahlungen zu beschleunigen.

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Stablecoins sollen internationale Zahlungen schneller und günstiger machen. Ein europäisches Projekt gewinnt neue Mitglieder – doch eine andere Währung dominiert den Markt. Elisabeth Atzler, Astrid Dörner 20.05.2026 - 00:05 Uhr Artikel anhören

Euro-Münze und Dollar-Schein: Europäische Banken arbeiten an Alternative zu Dollar-Stablecoins. Foto: dpa

Frankfurt. Das europäische Stablecoin-Projekt Qivalis hat 25 weitere Banken für eine Teilnahme gewonnen. Damit verdreifacht Qivialis die Zahl der teilnehmenden Banken von zwölf auf 37. „Diese Erweiterung ist ein entscheidender Schritt hin zu einem offenen und regulierten digitalen Ökosystem für den Euro“, sagte Qivalis-Chef Jan-Oliver Sell.

Qivalis plant, im zweiten Halbjahr einen Euro-Stablecoin, also eine an den Euro gekoppelte Digitalwährung, zu starten. Derzeit bereitet die niederländische Firma die Emission vor und hat die Zulassung als E-Geld-Institut bei der Zentralbank der Niederlande beantragt.

Mit einem regulierten Euro-Stablecoin beabsichtigt das Qivialis-Bankenkonsortium, dem vom Dollar dominierten Stablecoin-Markt etwas entgegenzusetzen. Mehr als 99 Prozent des mittlerweile gut 300 Milliarden Dollar schweren Stablecoin-Marktes sind Dollar-Stablecoins.

Kryptowährungen

Stablecoins – Der neue Wettlauf um die digitale Finanzmacht

Dabei spielt der Euro in der Wirtschaft eigentlich eine viel größere Rolle. Der Anteil des Euros an den weltweiten Devisenreserven beträgt rund 20 Prozent.

Stablecoins gelten als Basis einer neuen Zahlungsinfrastruktur, die internationale Geldströme schneller und billiger abwickelt als das klassische Bankensystem. Stablecoins sind digitale Tokens, die im Verhältnis eins zu eins an eine Währung gekoppelt und in der Regel mit Bankeinlagen und kurzfristigen Staatsanleihen hinterlegt sind. Sie laufen auf öffentlichen Blockchains und verbinden so die Stabilität staatlichen Geldes mit der Geschwindigkeit der Krypto-Infrastruktur.

Lange waren Stablecoins in erster Linie ein Instrument für Kryptotrader, um über Nacht Gelder in einem stabilen Token zu parken, ohne die Gelder aufwendig aus dem Krypto-Finanzsystem abziehen zu müssen. Inzwischen aber gelten Stablecoins als Alternative im Zahlungsverkehr und als Grundlage für die künftige Tokenisierung von Aktien, Anleihen und Fondsanteilen. Auch der Handel mit Wertpapieren könnte so deutlich beschleunigt werden.

Drei deutsche Banken dabei

Für Qivalis ist wichtig, dass viele europäische Geldhäuser mitziehen, damit der Zahlungsverkehr möglichst flächendeckend erfasst wird. Aus Deutschland sind das genossenschaftliche Spitzeninstitut DZ Bank sowie die Deka und neuerdings die Landesbank Hessen-Thüringen, die beide zur Sparkassen-Finanzgruppe gehören, dabei.

Zudem gehören unter anderem BBVA aus Spanien, BNP Paribas aus Frankreich, ING aus den Niederlanden und Unicredit aus Italien dem Konsortium an. Insgesamt sind Kreditinstitute aus 15 Ländern beteiligt.

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„Aus Sicht der beteiligten Banken kann ein Euro-Stablecoin zum Beispiel die Abwicklung von grenzüberschreitenden Zahlungen erleichtern“, sagte Sell dem Handelsblatt. Es gehe darum, das Korrespondenzbankensystem zu verschlanken und Zahlungen für Unternehmenskunden zu beschleunigen. „Die Qivalis-Banken sind zum Teil zwar auch selbst Korrespondenzbanken, aber es ist klar, dass der Trend in Richtung mehr Stablecoin-Abwicklungen geht – und dort dominiert der Dollar.“

Jan-Oliver Sell: Der Qivalis-Chef erwartet, dass bald mehr Zahlungen in Stablecoins abgewickelt werden. Foto: Qivalis

Mit Qivalis wollen die europäischen Banken verhindern, dass sie letztlich von Dollar-Stablecoins abhängig werden. Zudem führt der Stablecoin-Boom dazu, dass der Dollar im weltweiten Finanzsystem sogar noch an Bedeutung gewinnt und die Nachfrage nach US-Staatsanleihen angekurbelt wird. US-Präsident Donald Trump hat im vergangenen Jahr eine ganze Reihe von Initiativen ins Leben gerufen, um Stablecoins zu stärken.

Qivalis’ Sicherheiten werden zu 30 Prozent aus Bankeinlagen bestehen, der Rest im Wesentlichen aus Euro-Staatsanleihen. Die Firma erhält Zinsen aus den hinterlegten Sicherheiten. Die Token-Ausgabe soll über die Qivalis-Partner laufen.

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This article was originally published by Handelsblatt.

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