Frankfurt und X: Kampf gegen Desinformation und Hass im Netz
L'essentiel
- Die Stadt Frankfurt kämpft auf der Plattform X gegen Fake News, Hass und Hetze, während die Grünen einen Rückzug fordern.
- Der Artikel beleuchtet die Verbreitung von Desinformation und antisemitischen Inhalten auf X und die Rolle der Stadtverwaltung und Polizei bei der Bereitstellung verlässlicher Informationen.
Résumé généré par IA
Pourquoi c'est important
Die Plattform X ist ein Ort für die Verbreitung von erfundenen Beiträgen, Verschwörungstheorien und antisemitischen Inhalten, was viele Kommunen zum Rückzug bewogen hat. Die Stadt Frankfurt entscheidet sich jedoch, auf der Plattform zu bleiben, um Desinformation entgegenzuwirken.
Man muss nicht lange suchen. Nach wenigen Beiträgen ein Bild des Schauspielers Tom Cruise, das zumindest vom Sonntag stammt. Darüber ein Satz zur jüdischen Weltverschwörung in Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September 2001, den er vor dem WM-Endspiel in New York gesagt haben soll. In den Kommentaren zu dem Post gibt es zwar Widerspruch, weil das Zitat natürlich frei erfunden ist. Trotzdem tauchen in den Reaktionen weitere antisemitische Aussagen und Memes auf, also Text-Bild-Collagen.
Es gibt viele Gründe, den Besuch der Plattform X auf das Nötigste zu beschränken. Die Vorschläge sind häufig eine Mischung aus erfundenen und aus dem Zusammenhang gerissenen Beiträgen, deren größter gemeinsamer Nenner die Emotion ist. Egal, ob sie Abscheu, Empörung oder Mitgefühl erzeugen. Wer stattdessen Urheber auswählt, die man interessant und vertrauenswürdig findet, kommt immer noch in den Kommentaren mit Provokationen in Kontakt, bei denen man sich vor allem damit trösten kann, dass ein großer Teil nicht von echten Nutzern stammt.
Die Stadt Frankfurt stellt sich dem entgegen, wie sie sagt. „Verlässliche Infos aus der Frankfurter Stadtverwaltung, stabil gegen Fake News, Hass & Hetze“, steht über ihrem X-Account. Worauf jemand unter den städtischen Tipps gegen die Hitze in zweifelhafter Rechtschreibung kommentiert hat: „Stabil für Hass und Hetze und jede Menge Fake News! Schafft mal einen sauberen Hauptbahnhof, pisse und Müllfrei ihr erbärmliche Mischpoke!!!!“
Die Forderung der Grünen, die Stadt Frankfurt solle sich von der Plattform X zurückziehen, ist durchaus nachvollziehbar, was vor allem mit dem Eigentümer Elon Musk zu tun hat, der offen rechtsextreme Parteien in Europa, einschließlich der AfD, unterstützt. Viele Kommunen haben inzwischen die Social-Media-Plattform verlassen. Die Wirkung reicht allerdings kaum über die Meldung zu diesem Schritt hinaus. Am wenigsten beeindruckt davon dürfte sich Musk selbst sein, dem fast 241 Millionen Menschen folgen.
Statt kurzfristig Symbolpolitik zu betreiben, kann die Stadt Frankfurt genauso gut ein kleines Zeichen setzen, den öffentlichen Raum im Netz nicht vollständig Verschwörungstheoretikern und Hetzern zu überlassen. Denn das muss nicht wirkungslos bleiben. Wenn auf den Social-Media-Kanälen Aufregung herrscht, weil ein Hubschrauber länger über der Stadt kreist oder viele Streifenwagen zu einem Einsatzort unterwegs sind, ist es oft genug ein X-Beitrag der Frankfurter Polizei, der die nüchterne Auflösung liefert. Sie hat übrigens 100.000 Follower mehr als die Stadtverwaltung.
Questions ouvertes
- Wie effektiv ist die Strategie der Stadt Frankfurt, auf X zu bleiben und Gegeninformationen zu liefern?
- Welche konkreten Maßnahmen ergreift X gegen Hass und Hetze?
- Wie entwickeln sich die Follower-Zahlen der Stadtverwaltung und Polizei auf X weiter?






