Frieden in Teilen Kolumbiens nur ein theoretisches Konzept
L'essentiel
Kolumbien: trotz Friedensvertrag 2016, aufgerüstete Splittergruppen der Farc und rechte Paramilitärs verursachen unerhebliche Gewalt, Völkerrechtsverletzungen und Zivilkaskaden, insbesondere in Cauca und Norte de Santander
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Dabei war der Frieden im Land 2016 in langen Verhandlungen schwer errungen: Im mehr als 52 Jahre dauernden Bürgerkrieg zwischen marxistischen Rebellen der Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia, kurz Farc, rechten Paramilitärs und dem Militär waren mehr als 220.000 Menschen ums Leben gekommen. Noch heute werden die Verbrechen aufgearbeitet, Vermisste in anonymen Gräbern identifiziert, ehemalige Guerillakämpfer in ein ziviles Leben überführt. Doch schon länger ist Frieden in Teilen Kolumbiens wenig mehr als ein theoretisches Konzept. Bereits kurz nach der Unterzeichnung des Vertrags distanzierten sich einzelne Splittergruppen der Farc von den Vereinbarungen. Diese von der Bevölkerung als »Dissidenten« bezeichneten Gruppen kämpfen seit Jahren um die Vorherrschaft in einigen Regionen. Laut Rotem Kreuz stammt fast die Hälfte (46 Prozent) der durch Explosionen getöteten oder verletzten Menschen aus Cauca, zwei Drittel der Massenvertreibungen seien im Departamento de Norte de Santander erfolgt. Die meisten Völkerrechtsverletzungen erfolgten nicht während Kampfhandlungen und beträfen hauptsächlich Zivilpersonen oder Gefangene. Weitere Fälle ereigneten sich während der Kämpfe, wenn die Parteien nicht genügend Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, um die Zivilbevölkerung zu schonen. »In bewaffneten Konflikten hängt es in erster Linie von den Entscheidungen der Konfliktparteien ab, wie groß die Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung sind. Wenn das humanitäre Völkerrecht nicht eingehalten wird, beeinträchtigen diese Entscheidungen das Leben und die Würde der Menschen direkt«, sagt Olivier Dubois. bul mit dpa






