Friedhof aus dem 11. Jahrhundert am Naumburger Dom entdeckt
L'essentiel
- Archäologen haben am Naumburger Dom einen Friedhof aus dem 11.
- Jahrhundert mit 13 Bestattungen freigelegt, die auf die damalige gesellschaftliche Elite hinweisen.
- Die Entdeckung im Zuge der Domplatz-Neugestaltung verspricht neue Erkenntnisse über die Anfänge des Bistums Naumburg und frühmittelalterliche Strukturen.
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Pourquoi c'est important
Archäologen haben am Naumburger Domplatz einen Friedhof aus dem 11. Jahrhundert entdeckt, der 13 Bestattungen von Angehörigen der damaligen gesellschaftlichen Elite umfasst. Die Grabungen sind Teil eines langfristigen Programms zur Untersuchung frühmittelalterlicher Eliten.
Archäologen haben am Naumburger Dom einen Friedhof aus dem 11. Jahrhundert freigelegt. Die bislang 13 dokumentierten Bestattungen weisen auf Angehörige der damaligen gesellschaftlichen Elite hin. Die Entdeckung gelang im Zuge der umfassenden Neugestaltung des Naumburger Domplatzes. «Es ist das erste Mal, dass ein derartiges Gräberfeld umfassend untersucht wird», sagte Archäologe Holger Rode. «Dafür stehen jetzt moderne Untersuchungsmethoden zur Verfügung.»
Aufwendig gemauerte Gräber
Fünf Verstorbene wurden in gemauerten Steinkisten bestattet, deren Seitenwände aus großen Steinplatten bestehen und mit Kalkmörtel verbunden waren. Vor dem Verfüllen der Grabgruben waren die Grabkammern mit Holzbrettern verschlossen worden. Zwei weitere Tote lagen ebenfalls in Steinkisten, deren Steinplatten jedoch ohne Mörtel aufgestellt wurden. Andere Gräber besaßen Steinplatten an den Kopf- und Fußenden der Grabgruben.
Unter den Bestatteten befinden sich Männer, Frauen und Jugendliche sowie ein etwa einjähriges Kleinkind. Es war nachträglich in einer bereits belegten gemauerten Steinkiste bestattet worden. Nach Einschätzung der Archäologen könnte zwischen dem Kind und der darunter liegenden Person eine enge verwandtschaftliche Beziehung bestanden haben.
Friedhof wurde nur kurz genutzt
Auffällig sei außerdem, dass sich die Gräber nur selten und dann lediglich an ihren Rändern überschneiden. Dies deute darauf hin, dass die Grabstellen ursprünglich oberirdisch gekennzeichnet waren und der Friedhof nur vergleichsweise kurze Zeit genutzt wurde.
Die Bauweise der Gräber sowie deren teilweise Überbauung durch den ab etwa 1210 errichteten spätromanischen Dom deuten darauf hin, dass die Bestattungen in das 11. Jahrhundert gehören.
Tote gehörten zur Adelsschicht
Nach Ansicht von Rode handelt es sich bei den dort beigesetzten Menschen zweifelsfrei um Angehörige der zeitgenössischen Adelsschicht. Darauf lasse nicht nur der aufwendige Grabbau schließen, sondern vor allem die außergewöhnliche Lage des Friedhofs. Der Bestattungsplatz befindet sich zwischen zwei Sakralbauten und unmittelbar vor dem damaligen Hauptzugang des Doms - ein Bereich, der im Mittelalter häufig den Stiftern einer Kirche oder anderen hochrangigen Persönlichkeiten vorbehalten war.
Forschungen zu Verwandtschaftsverhältnissen geplant
Die Skelette wurden nach ihrer vollständigen Dokumentation geborgen und werden anthropologisch untersucht. Geplant sind zudem DNA-Analysen am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Die Ergebnisse sollen Aufschluss über mögliche Verwandtschaftsverhältnisse sowie Herkunft und Lebensumstände der Bestatteten geben.
Die Forschungen sind Teil eines langfristigen Programms des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt zur Untersuchung frühmittelalterlicher Eliten. Die aktuellen Funde versprechen neue Erkenntnisse über die Anfänge des Bistums Naumburg und die gesellschaftlichen Strukturen im 11. Jahrhundert.
Bischofssitz wurde von Zeitz nach Naumburg verlegt
Der erste Dom entstand nach der Verlegung des Bischofssitzes von Zeitz nach Naumburg und war vermutlich bereits in den 1040er Jahren weitgehend vollendet worden. Anfang des 13. Jahrhunderts wurde er schrittweise durch den heutigen, deutlich größeren Dom ersetzt, dessen Krypta Teile des älteren Gotteshauses bewahrt.
Seit dem Frühjahr untersuchen Archäologen großflächig das Umfeld des Unesco-Welterbes. Während die Baugeschichte des Doms aufgrund früherer Grabungen vergleichsweise gründlich erforscht ist, galt der Außenbereich bislang als archäologisch weitgehend unerforscht.
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
DNA-Analysen am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie werden durchgeführt.
Très probable · En quelques mois
Die Ergebnisse sollen Aufschluss über Verwandtschaftsverhältnisse, Herkunft und Lebensumstände geben.
Probable · En quelques mois
Questions ouvertes
- Welche genauen Verwandtschaftsverhältnisse bestehen zwischen den Bestatteten?
- Woher stammten die Bestatteten und wie waren ihre Lebensumstände?
- Welche neuen Erkenntnisse ergeben sich für die Anfänge des Bistums Naumburg?
