Fußball-WM: Bierflaschenwürfe, Fanflüge und seismische Jubelstürme
L'essentiel
- Bei der Fußball-WM gab es Vorfälle wie einen Bierflaschenwurf auf einen Kommentator, Tausende Fans wurden von Katar nach Vancouver geflogen.
- In Norwegen bebte die Erde vor Jubel über Tore von Haaland, während in den USA Einreisebestimmungen für Kritik sorgten.
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Pourquoi c'est important
Die Fußball-WM 2022 ist von verschiedenen Zwischenfällen und Diskussionen geprägt, darunter Vorfälle bei Spielen, Fan-Unterstützung und Einreisefragen.
Der frühere englische Fußballprofi Warren Barton hat berichtet, während der Übertragung des Spiels Usbekistan gegen Kolumbien als Spielkommentator von einer Bierflasche getroffen worden zu sein. Während der Übertragung des US-Senders Fox News wurde es beim 3:1-Sieg Kolumbiens im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt plötzlich hektisch. Co-Kommentatorin Jacqui Oatley bemerkte, dass Barton von einem Gegenstand getroffen wurde.
„Warren hat tatsächlich eine Schnittwunde am Kopf, du blutest wie verrückt. Ich mache keinen Scherz. Was zum Teufel war das, eine ganze Flasche von irgendwas“, sagte Oatley während der Übertragung. Barton beschwichtigte indes: „Nein, ich weiß. Alles gut. Es ist gut. Was auch immer es war, es war scharf, aber mir geht’s gut.“ Schon in der ersten Halbzeit bekam das Duo eine Bierdusche der Fans ab. Später soll den Ex-Profi von Newcastle und Wimbledon eine Flasche getroffen haben.
Weltweit wird über die mitunter horrenden Preise bei der WM debattiert – in Katar macht der Herrscher kurzerhand die Schatulle auf. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP ließ der Emir von Katar mehrere tausend Fans nach Vancouver einfliegen, wo heute (Ortszeit) das zweite WM-Gruppenspiel gegen Kanada stattfindet. Im ersten Spiel hatte Katar der Schweiz ein 1:1 abgetrotzt.
Die Flüge habe Katars Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani gechartert. Demnach sei eigens ein Staatsfonds zur Finanzierung der Fanreisen aufgelegt worden. Dieser bezahle Flüge, Hotels, Transportkosten vor Ort und andere Ausgaben. Nach Angaben des katarischen Fußballverbandes sei das Ziel, „eine lebendige Stadionatmosphäre zu schaffen, die den Spielern hilft, die bestmöglichen Ergebnisse auf der globalen Bühne zu erzielen.“ Auch katarische Studenten in den USA und Kanada seien eingeladen worden.
Kap Verdes Fußball-Held Vozinha kann im nächsten Spiel gegen Uruguay wohl darauf setzen, dass ihn seine Mutter im Stadion unterstützen wird. Reportern der BBC bestätigte Ana Candida Evora in ihrem Zuhause auf der Insel São Vicente, dass inzwischen alles für ihre Reise nach Miami organisiert sei. „Ich bin sehr glücklich“, sagte sie. Kap Verde bestreitet sein zweites Gruppenspiel in der Nacht auf Montag (0.00 Uhr MESZ).
Der Torwart des Außenseiters hatte nach dem sensationellen 0:0 gegen Spanien erklärt, dass seine Mutter aufgrund der fehlenden Kaution für das US-Visum nicht dabei sein konnte. Der 40-Jährige hatte unter anderem deshalb nach dem Schlusspfiff Tränen vergossen. Danach sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums laut CNN, man wolle ihr ein Visum ausstellen. Nun scheint alles geregelt. Evora: „Das geht alles so schnell, aber ich freue mich trotzdem sehr. So Gott will, werde ich meinen Sohn bei der WM spielen sehen.“
Der US-Inlandsgeheimdienst FBI warnte bereits Ende Mai vor möglichen Betrugsmaschen und empfahl Fans, die Internetseite des Weltverbands Fifa direkt aufzurufen statt den Weg über Suchergebnisse oder gesponserte Anzeigen zu gehen. Nach FBI-Angaben betrugen die bis dahin gemeldeten Schäden mehrere Hundert bis zu mehrere Tausend Dollar pro Fall. Vor allem gefälschte Angebote für Tickets und Hospitality-Pakete seien dafür ursächlich.
Annalena Baerbock, Präsidentin der UN-Generalversammlung, kritisiert die Fifa wegen verweigerter Einreisen zur WM. Der Sport lebe davon, dass er verbinde und dass Menschen durch ihn zusammenkommen könnten“, sagte die 45-Jährige bei einer Veranstaltung im German House of Soccer in New York: „Daher ist eben auch der Punkt mit Blick auf Einreise mit Visa keine Nebensächlichkeit, sondern Menschen können nur zusammenkommen, den Fußball feiern, wenn ihnen das auch überall ermöglicht wird“, erklärte Baerbock. „Das ist eine Sache, die in dieser WM und nach der WM natürlich auch von der Fifa aufgearbeitet werden muss.“
Die Einreisebestimmungen in den USA sind ein großes Thema rund um das Turnier. Mehrere Nationen sind davon betroffen. Baerbock weiter: „Sport und Fußball insbesondere öffnen Türen, die gerade in einer Weltlage, die doch sehr spalterisch ist, nicht jeder öffnen kann. Der Sport verbindet. Aber auch, weil alle wissen, sie müssen sich an die Regeln halten. Würde es in der Welt ein bisschen mehr zugehen wie auf dem Fußballplatz, wo klar ist, dass auch der größte Superstar sich an die Regeln halten muss, dann wäre unsere Welt ein Stück friedlicher.“
Der Doppelpack von Stürmer Erling Haaland beim Spiel gegen den Irak hat Norwegen im wahrsten Sinne des Wortes erbeben lassen. Das norwegische seismologische Institut Norsar teilte mit, in der Nacht zum Mittwoch habe die Erdbebenwarte in Bergen „klare Signale“ registriert, die mit der Begeisterung der Fußballfans in dieser Stadt über das Spiel zusammenhingen.
Die deutlichsten Ausschläge seien zum Zeitpunkt der zwei Tore Haalands verzeichnet worden, „die lebhaften Jubel unter den norwegischen Fans ausgelöst haben“, erklärte das Institut. Der Stürmer hatte die Tore in der 29. und 43. Minute erzielt. Norwegens gewann mit 4:1.
Gastgeber Kanada kann im zweiten Vorrundenspiel erstmals mit Bayern-Profi Alphonso Davies planen. „Er war im Training diese Woche und wird zur Verfügung stehen. Wir werden sehen, wie das Spiel läuft und wie wir ihn einsetzen“, sagte Trainer Jesse Marsch bei der Pressekonferenz. Die Kanadier treffen am Freitag (0.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Vancouver auf Katar.
Der 25 Jahre alte Davies, der über einen Monat pausieren musste, wird demnach nicht in der Startelf erwartet. Davies kann mit seinem Tempo auf der Außenbahn aber als Joker wertvoll werden. „Wir haben sehr eng mit seinen Physios zusammengearbeitet. Er sieht wirklich gut. Er ist bereit“, sagte Marsch.
Während der gesamten WM 2022 waren es 287.000 Beiträge und Kommentare. Der Weltverband betreibt den Dienst seit der vergangenen Männer-WM bei all seinen Veranstaltungen. „Über 250 Millionen Kommentare und Beiträge wurden geprüft, wobei mehr als 30 Millionen davon als schädlich identifiziert wurden“, teilte die Fifa mit.
Carlos Alberto Parreira, Brasiliens Weltmeistertrainer von 1994, ist ins Krankenhaus in Rio de Janeiro gekommen. Die Klinik bestätigte die Aufnahme des früheren Nationaltrainers, machte jedoch keine weiteren Angaben zum Gesundheitszustand des 83-Jährigen. Parreira lebt seit 2023 mit einem Hodgkin-Lymphom, einer Krebserkrankung des Lymphsystems. Die Krankheit galt demnach zeitweise als zurückgedrängt, trat später jedoch erneut auf.
Parreira zählt zu den erfolgreichsten Trainern der brasilianischen Fußballgeschichte. Er führte Brasilien 1994 in den USA zum vierten WM-Titel. Bei Endrunden betreute er als Cheftrainer bisher fünf verschiedene Nationalmannschaften. Der in Rio de Janeiro geborene Parreira war Nationaltrainer von Kuwait (1982), den Vereinigten Arabischen Emiraten (1990), Brasilien (1994/2006), Saudi-Arabien (1998) und Südafrika (2010).
Der ehemalige niederländische Nationalspieler Rafael van der Vaart hat für eine diskriminierende Aussage über Japans Fußballer beim ersten Gruppenspiel des Oranje-Teams um Entschuldigung gebeten. Zugleich erklärte der frühere Profi des Hamburger SV, dass „keine rassistische oder diskriminierende Absicht“ hinter seinen Aussagen gesteckt habe, wie aus einem Statement hervorging, über das „The Athletic“ berichtete.
Van der Vaart hatte als TV-Experte beim 2:2 zwischen den Niederlanden und Japan gesagt, die japanischen Spieler würden „alle gleich aussehen“. Damit hatte er versucht zu erklären, warum die Abwehr der Niederländer den Japaner Daichi Kamada beim späten Ausgleich aus den Augen verloren hatte. Direkt nach der Aussage hatte van der Vaart gesagt, dies sei ein Witz gewesen. Es hatte heftige Kritik an seiner Aussage gegeben.
Laut Behörden sollen am Spieltag in Mexiko-Stadt insgesamt mindestens vier Demonstrationszüge und fünf Kundgebungen an verschiedenen Orten geplant sein, berichtete die Zeitung „Publimetro“. Die Partie zwischen WM-Neuling Usbekistan und Kolumbien im Aztekenstadion wird um 20.00 Uhr Ortszeit (Donnerstag, 04.00 Uhr MESZ) angepfiffen. 11.000 Polizisten sind in der Stadt im Einsatz, knapp 8000 davon ums Stadion herum.
Die Schweiz muss im wichtigen zweiten Gruppenspiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Bosnien-Herzegowina auf Abwehrspieler Miro Muheim verzichten. Der 28-Jährige vom Hamburger SV hat Probleme mit der Wade. Muheim trainierte am Mittwoch nur individuell und steht am Donnerstag (21.00 Uhr/MagentaTV) nicht zur Verfügung, wie die Schweizer mitteilten.
Das Team um Spielgestalter Granit Xhaka hatte am ersten Spieltag überraschend nur 1:1 gegen Außenseiter Katar gespielt. Muheim hatte einen sehr unglücklichen Auftritt. Er wurde kurz vor Schluss eingewechselt und sorgte in der Nachspielzeit per Eigentor für Katars Ausgleich.
Ein Streaming-Ausfall kurz vor Ende des Spiels zwischen Österreich und Jordanien (3:1) hat für Ärger bei einigen Fußballfans gesorgt. In der Nachspielzeit der Partie brach der ZDF-Stream des Einzelspiels plötzlich ab, die Zuschauer verpassten den Treffer zum 3:1-Endstand per Handelfmeter durch den früheren Bundesliga-Profi Marko Arnautovic. Um 8 Uhr wurde Werbung eingeblendet, zudem sprang der Stream bei manchen Usern auf den Beginn der Übertragung.
„Im Eventlivestream auf „sportstudio.de“ und im ZDF-Streamingportal brach heute Morgen in der Nachspielzeit die Übertragung des Spiels Österreich – Jordanien aufgrund eines technischen Programmierfehlers ab“, antwortete das ZDF auf dpa-Anfrage. „Das Spiel stand kurz darauf umgehend wieder im Re-Live zur Verfügung. Wir bedauern die kurze Unterbrechung im Eventlivestream am frühen Morgen noch vor Abpfiff der Partie. Im 24/7-Livestream war die Übertragung des Spiels komplett zu sehen.“
Questions ouvertes
- Wer warf die Bierflasche auf den Kommentator?
- Wie viele Fans nutzten Katars Angebot zur Fanreise?
- Werden weitere Einreiseverweigerungen bei der WM vorkommen?



