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Fußball-WM: Kap Verde überrascht Spanien mit 0:0-Remis
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FAZ15.06.2026Sport4 dk okumaGermany

Fußball-WM: Kap Verde überrascht Spanien mit 0:0-Remis

L'essentiel

  • Fußball-WM: Kap Verde sorgt für die erste große Überraschung und erkämpft sich ein 0:0 gegen Spanien.
  • Torwart Vozinha (40) avanciert zum Helden mit übermenschlichen Reflexen, während der junge Sidny Lopes Cabral (23) mit Tempo glänzt.
  • Spanien scheitert an sich selbst und dem gegnerischen Abwehrbollwerk.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

Vorrunden von Fußball-Weltmeisterschaften sind oft Schauplatz für Überraschungen und die Entdeckung neuer Helden. Das Spiel Spanien gegen Kap Verde bei der WM bot eine solche Überraschung mit einem 0:0-Remis.

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Vorrunden von Fußball-Weltmeisterschaften sind immer auch potentielle Geburtsstunden von Helden, die der Welt bis dahin verborgen blieben. Protagonisten des ewigen Kampfes, groß gegen klein. Beim Spiel Spanien gegen Kap Verde an diesem Montag, das mit dem 0:0-Remis die erste große WM-Überraschung bereithielt, boten sich gleich zwei für diese Rolle an.

Da war zum einen Sidny Lopes Cabral, 23 Jahre alt und mit einem Tempo gesegnet, wie es sich mancher Hundertmeterläufer wünscht. Vor vier Jahren hatte er noch in Deutschland in der fünften Liga gespielt, bei Rot-Weiß Erfurt. Jetzt spielt er bei Benfica Lissabon und vertritt sein Land erstmals bei einer Weltmeisterschaft. Was für eine Geschichte.

Cabral rannte und grätschte, was seine Glieder hergaben, ein ums andere Mal spitzelte er den sichtlich genervten Spaniern Marcos Llorente und Ferran Torres den Ball vom Fuß.

Der andere, der über sich hinauswuchs, hört auf den klangvollen Namen Vozinha. Kein gewandter Stürmer, ein Torwart mit schier übermenschlichen Reflexen. Was dieser Vozinha vor allem in der ersten Halbzeit alles parierte, war sagenhaft, dabei ist er schon 40 Jahre alt. So lange hatte die Welt keine Notiz von ihm genommen. Seine Karriere führte ihn nach Angola und Moldawien, seit Jahren spielt er nun in Portugal bei kleineren Klubs. Aktuell heißt sein Arbeitgeber Chaves. In Atlanta spielte dieser Vozinha nun so, als wollte er all den Managern und Scouts zeigen, was sie an ihm versäumt hatten. Nach dem Spiel gegen Spanien dürfte sein Name aber ein Begriff sein.

Das erste torlose Unentschieden dieser Weltmeisterschaft wird in Erinnerung bleiben als der wackere Auftritt einer Mannschaft, die an ihrem großen Tag des WM-Debüts bereit war, über sich hinauszuwachsen. Als nach einer Stunde gleich drei der Afrikaner völlig entkräftet hinaus mussten, applaudierten zur Anerkennung sogar die spanischen Fans. Und das waren in Atlanta viele.

Das riesige, überdachte Stadion war voll von Trägern mit roten Shirts, die meisten von ihnen hatten sich den Schriftzug Yamal auf den Rücken drucken lassen. Umso enttäuschter waren sie, als sie bei ihrer Ankunft in der Halle feststellen mussten, dass Yamal, Vorname Lamine, gar nicht von Beginn an spielen würde. Genauso wenig wie Nico Williams, sein Partner auf der anderen Angriffsseite.

Yamal und Williams waren zum ersten Mal vor zwei Jahren bei der Europameisterschaft in Erscheinung getreten, als Flügelzange, auf die kein Gegner eine Antwort kannte. Ihr Tempo und ihr Spielwitz verliehen den zuvor oft statischem Spiel der Spanier eine lange nicht gekannte Durchschlagskraft.

Wie wichtig die beiden Angreifer für das Spiel der Selección sind, ließ sich gegen Kap Verde gut beobachten. Yamal und Williams hatten seit Wochen mit muskulären Verletzungen gekämpft. Trainer Luis de la Fuente sagte zwar, dass beide fit seien, ein allzu großen Risiko wollte er gegen den Debütanten aber nicht eingehen.

So mühte sich Spanien über weite Strecken vergeblich ab und scheiterte dabei entweder an sich selbst oder an Vozinha. Beispiele gefällig? Nachdem Ferran Torres kurz vor der Pause nur die Latte getroffen hatte, war Vozinha sofort wieder auf den Beinen und parierte den Kopfball von Mikel Oyarzabal. Der Baske, im EM-Finale Schütze des entscheidenden Tores gegen England, war in der Qualifikation Spaniens erfolgreichster Angreifer. Aber seinen Mitspielern gelang es dieses Mal nicht, ihn in Szene zu setzen. Immer wieder warf sich jemand in die Schüsse, stellte den Passweg zu oder verhinderte auf sonst irgendeine Weise das Anspiel. Flog der Ball doch einmal aufs Tor, war Vozinha da. So gegen Torres und Laporte in den letzten Minuten der ersten Halbzeit.

Müßig zu erwähnen, dass Kap Verde keinerlei Anstrengungen in Sachen Offensive unternahm. Eine nennenswerte Chance gab es nicht zu verzeichnen. Alle zehn Feldspieler zogen sich weit zurück und verteidigten mit allem, was sie hatten, das eigene Tor.

Gegen diesen dicht gestaffelten Block bedurfte es mehr Kreativität, das sah auch Trainer Fuente so. Unter lautem Jubel brachte er Yamal. Später auch noch Dani Olmo und Nico Williams. Aber wie das so ist: Was sich in achtzig Minuten nicht bewerkstelligen ließ, lässt sich dann in zehn oft auch nicht mehr ändern. Spanien fand einfach kein Durchkommen, egal wer sich auch versuchte.

„Wir haben es immer weiter versucht, ein Tor zu erzielen. Irgendwie sind das diese Spiele, in denen es nicht klappt. Man versucht es, aber das Tor will halt nicht fallen“, sagte Spaniens Nationaltrainer dazu. Yamal, führte er aus, brauche noch „mehr Praxis nach seiner Verletzungspause“.

Die letzten Minuten wurden die Männer in Weiß dann von den Zuschauern in Blau ins Ziel getragen. Nach jeder gelungenen Aktion, nach jeder erfolgreichen Abwehr, schallte es laut „Cabo Verde“ durchs Stadion. Das Unentschieden feierten Spieler und Fans wie einen Sieg. Und mittendrin Vozinha, der wohl so viele Umarmungen bekam, wie er zuvor Bälle halten musste und bei dem am Ende die Tränen flossen.

„Ich habe wegen meiner Großeltern geweint“, sagte er nach dem Spiel. „Ich bin mit ihnen aufgewachsen und traurigerweise sind sie vor ein paar Jahren gestorben. Sie haben alles für mich getan.“ Und auch die Situation seiner Mutter habe ihm die Tränen in die Augen getrieben. „Sie konnte heute nicht hier sein, weil wir die Kaution für das Visum nicht rechtzeitig zahlen konnten“, sagte Vozinha. Von Personen aus bestimmten Staaten verlangt die US-Regierung eine Kaution für ein Visum. Im Fall von Kap Verde liegt diese zwischen 5.000 und 15.000 Dollar (derzeit etwa 4300 bis knapp 13.000 Euro).

Questions ouvertes

  • Wie wird sich Kap Verdes Leistung auf weitere Spiele auswirken?
  • Wird Spanien seine Taktik ändern müssen?

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This article was originally published by FAZ.

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