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Geldanlage: So könnten Anleger von der aktuellen Insolvenzwelle profitieren
En développement
Handelsblatt02.06.2026Business5 dk okumaGermany

Geldanlage: So könnten Anleger von der aktuellen Insolvenzwelle profitieren

L'essentiel

  • Angesichts steigender Unternehmensinsolvenzen in Deutschland analysiert das Handelsblatt, wie Anleger von dieser Entwicklung profitieren können.
  • Private-Equity-Unternehmen zeigen oft eine Überrendite in Phasen sinkender Insolvenzzahlen, da sie frühzeitig in unter Druck stehende Unternehmen oder Sparten investieren, bevor eine Insolvenz eintritt.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

Germany is experiencing a significant wave of corporate insolvencies, reaching a post-2013 high in 2025. Factors contributing to this include the delayed effects of postponed insolvencies from 2020-2022, high interest rates, expensive energy, and a weak economy, with the Iran war also cited as a factor. The article investigates how investors, particularly private equity firms, can profit from such situations.

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Geldanlage: So könnten Anleger von der aktuellen Insolvenzwelle profitieren

In Deutschland steigt die Zahl der Insolvenzen. Hier erfahren Sie, wie Private-Equity-Unternehmen solche Situationen nutzen und wann deren Aktien Ihr Portfolio bereichern. Haluka Maier-Borst 02.06.2026 - 15:13 Uhr Artikel anhören

Wie könnten findige Anleger von der aktuellen Insolvenzwelle profitieren? Foto: dpa/Collage

Berlin. Deutschland steckt mitten in einer neuen Insolvenzwelle. 2025 zählte das Statistische Bundesamt 24.000 Unternehmensinsolvenzen – der höchste Stand seit 2013. Für 2026 prognostiziert der führende Kreditversicherer Allianz Trade auch durch den Irankrieg einen weiteren Anstieg.

Die aktuelle Welle ist dabei aber strukturell anders als ihre Vorgänger. Staatliche Coronahilfen und die ausgesetzte Insolvenzantragspflicht haben 2020 bis 2022 wohl zehntausende Insolvenzen künstlich aufgeschoben.

Diese Unternehmen und ihre Insolvenzen sind jetzt ein Grund für den Anstieg. Dazu kommen aktuell hohe Zinsen, teure Energie und eine schwache Konjunktur. Doch wie könnten Anleger von dieser Situation profitieren?

Das Handelsblatt hat die Zahlen von Firmeninsolvenzen seit 2003 ausgewertet und dabei Momente in der deutschen Wirtschaft identifiziert, in denen die Zahl der Insolvenzen besonders stark zu- oder abgenommen hat.

Auf Basis dessen wurde analysiert, ob Aktien von Private-Equity-Unternehmen, die sich auf das Aufkaufen und oftmals Sanieren anderer Unternehmen spezialisiert haben, in solchen Phasen eine gute Investmentidee sind.

Um Momente extremer Bewegungen bei Insolvenzen zu identifizieren, hat das Handelsblatt monatsweise auf zwei Faktoren geschaut:

Ob die Zahl der monatlichen Insolvenzen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zehn Prozent wuchs oder schrumpfte.

Ob der aktuelle Monat ein lokales Minimum oder Maximum war, sprich: Waren die Insolvenzzahlen im Vormonat und Folgemonat beide Male höher oder beide Male niedriger?

Insgesamt ließen sich so 54 Monate identifizieren, in denen diese beiden Kriterien gegeben waren.

Doch was passierte, wenn Anleger in einem dieser besonderen Monate in einfach irgendeine Dax-Aktie investierten und die Aktie bis heute hielten? Wie viel brachte das Timing dieses Investments im Vergleich zu einem Investment zu einem anderen Zeitpunkt?

Nun, bei der durchschnittlichen Dax-Aktie war der Vorteil dieser Investmentstrategie gering. Die Mehrrendite lag auf das Jahr gerechnet nur bei ein bis zwei Prozent. Nur wenn die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um mehr als 20 Prozent wuchs, gab es drei Prozent mehr an jährlicher Rendite als bei einem Investment zu einem beliebigen Zeitpunkt.

Ein anderes Muster zeigt sich allerdings bei Aktien von Private-Equity-Unternehmen, die sich auf Übernahmen und teils auch Sanierungen spezialisiert haben. Das Handelsblatt hat dafür fünf deutsche an Börsen gehandelte Unternehmen ausgesucht: Aurelius, die Deutsche Beteiligungs AG, Gesco, Indus Holding und Mutares.

Geldanlage

Auf diese Aktien setzen Profianleger in Zeiten von KI und Krieg

Aurelius trat beispielsweise ins Rampenlicht, als es die Catering-Tochter der Lufthansa, LSG, übernahm. Mutares dagegen kaufte beispielsweise in diesem Jahr die auf Fußböden spezialisierte Sparte des Großmarkts Hamberger auf. Die drei anderen Unternehmen sind im Vergleich dazu weniger auf Investments in „distressed Assets“ und die anschließende Sanierung spezialisiert. Aber auch sie zeichnen sich durch Investments in verschiedenste Unternehmen aus, wie zum Beispiel Gesco, das die Frank Walz- und Schmiedetechnik GmbH konsolidierte und verkaufte.

Bei Private Equity ergeben Investitionen Sinn, wenn Insolvenzen abnehmen

Die Analyse zeigt: Aktien dieser fünf Unternehmen weisen im historischen Mittel eine deutliche Überrendite in Phasen starken Rückgangs der Insolvenzzahlen – also einer Phase, die Deutschland womöglich bald bevorsteht. Und eine Phase, die man zunächst nicht für die beste Phase für auf M&A spezialisierte Unternehmen halten würde.

Alexander von Abercron von SGP Corporate Finance, einer auf M&A-Transaktionen spezialisierten Beratungsgesellschaft mit Fokus auf schwierige Unternehmenssituationen, kann das erklären. „Große Private-Equity-Unternehmen investieren heute nur noch in Ausnahmefällen in bereits insolvente Unternehmen. Der Grund ist unter anderem, dass Insolvenzverfahren meist öffentlichkeitswirksam sind. Dann schauen sich auch zahlreiche andere Investoren die Unternehmen genauer an – vor allem strategische Käufer, die häufig bereit sind, höhere Preise zu zahlen als klassische Finanzinvestoren“, sagt er.

Für viele große Turnaround-Investoren sei es deshalb attraktiver, deutlich früher einzusteigen – also in Situationen, in denen ein Unternehmen zwar operativ oder bilanziell unter Druck steht, eine Insolvenz aber noch vermieden werden kann. „Interessant sind insbesondere Fälle, in denen Konzerne einzelne Sparten oder ganze Gesellschaften verkaufen müssen, um ihre Bilanz zu stärken oder sich strategisch neu aufzustellen“, erklärt von Abercron.

Stefan Scharff arbeitet bei SRC Research, einem Analysehaus für Finanzwerte und Immobilienaktien. Er hat sich mit vergleichbaren Unternehmen auseinandergesetzt, zum Beispiel der Deutschen Beteiligungs AG. Auch diese stehe vor allem deshalb so gut da, weil sie gleich mehrmals noch vor einem offiziellen Verkaufsprozess in Unternehmen eingestiegen sei. „Generell lohnt es sich für solche Private-Equity-Unternehmen, lange vor offiziellen Signalen zu Verkaufsabsichten tätig zu werden. Und das geht nur dank eines guten Netzwerks“, sagt er.

Wann die Wette auf einen Turnaround gelingt

Der beste Einstiegszeitpunkt sei darum also eher, wenn ein Unternehmen seine Bilanz zum Beispiel durch das Veräußern einzelner Sparten verbessern will. Also noch lange vor einer Insolvenz.

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„Am Ende geht es häufig um die Frage, ob Investoren ein abgespaltenes Geschäft effizienter restrukturieren, geräuschloser herunterfahren oder sogar erfolgreich den Turnaround schaffen können als der bisherige Mutterkonzern“, sagt von Abercron. Und genau das sei in einem wirtschaftlich stabileren Umfeld deutlich einfacher umzusetzen.

So gesehen könnte es also bei einer Stabilisierung der konjunkturellen Lage und dadurch schrumpfenden Insolvenzzahlen für Anleger interessanter werden, auf Aktien von Private-Equity-Unternehmen zu setzen. Denn in Phasen einer Erholung könnten diese Unternehmen eben oft den Wert ihrer Beteiligungen im Anschluss steigern. Für künftige Investoren gibt es allerdings eine wichtige Einschränkung: die Aurelius-Aktie wird nur noch an der Regionalbörse Hamburg gehandelt.

Mehr: Bis zu 25 Prozent Kurspotenzial – Auf diese sechs Aktien setzen Hedgefonds

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À surveiller

Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes

  • Private equity firms will continue to invest in companies under pressure or acquiring divisions before official insolvency.

    Très probable · Moyen terme

  • Aurelius stock may see increased interest due to its trading on a regional exchange and potential for turnaround investments.

    Possible · Moyen terme

  • A stabilization of the economic situation could lead to decreasing insolvency numbers and increased attractiveness of PE stocks.

    Possible · Moyen terme

Questions ouvertes

  • What is the exact current insolvency rate for 2026?
  • What specific financial metrics indicate a company is 'under pressure' before insolvency?
  • How has the performance of the listed PE firms varied individually?
  • What are the specific risks associated with investing in distressed assets?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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