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Geschredderte Dokumente entdeckt – Magyar kündigt Anzeige gegen frühere Orbán-Regierung an
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Spiegel Ausland18/05/2026Politique2 min de lectureGermany

Geschredderte Dokumente entdeckt – Magyar kündigt Anzeige gegen frühere Orbán-Regierung an

L'essentiel

  • In Ungarn wurden in einem früheren Ministerium 15-20 Säcke mit geschredderten Dokumenten und Wahlkampfmaterialien der Fidesz-Partei gefunden.
  • Ministerpräsident Péter Magyar sieht darin Beweise für Korruption und Veruntreuung staatlicher Gelder durch die Vorgängerregierung und kündigt Anzeige an.

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In Ungarn sorgt ein Fund in einem ehemaligen Ministeriumsgebäude für politischen Zündstoff. Mitarbeiter des neuen ungarischen Ministerpräsidenten Péter Magyar haben im Keller des früheren Bauministeriums offenbar verdächtiges Material entdeckt. Dabei handelt es sich laut Magyar um 15 bis 20 Säcke mit geschredderten Dokumenten sowie Wahlkampfmaterialien der Fidesz-Partei des ehemaligen Regierungschefs Viktor Orbán. Das Material schürt demnach den Verdacht der Veruntreuung staatlicher Gelder.

Am Sonntag veröffentlichte Magyar ein Video dazu auf Facebook. Zu sehen in der Aufnahme sind Säcke mit Papierschnipseln sowie Flugblätter und Schilder mit dem Slogan »Fidesz, the safe choice«. Auch Werbematerial soll demnach dem früheren Minister János Lázár zuzuordnen sein, der das Ressort einst führte. Vor allem die Parteiflyer sollen demnach Fragen nach der Verwendung staatlicher Gelder durch die ehemalige Regierung aufwerfen.

Magyar sprach von Verdachtsmomenten für mehrere Delikte – darunter illegale Parteienfinanzierung und Missbrauch staatlicher Ressourcen für politische Zwecke. Das staatliche Rechnungskontrollamt hätte solche Vorgänge prüfen müssen, sagte er, nun müsse auch die Polizei ermitteln. Der neue Ministerpräsident kündigte rechtliche Schritte an. Seine Regierung werde eine formelle Anzeige einreichen und über weitere Schritte informieren, sobald Befragungen oder Ermittlungsmaßnahmen anliefen.

Der Vorgang fällt in die ersten Tage der neuen Regierung : Magyars Tisza-Partei hatte bei der Wahl im April einen Erdrutschsieg errungen und damit Orbáns 16-jährige Amtszeit beendet. Magyar hatte seinem Vorgänger Orbán und dessen Partei Fidesz wiederholt vorgeworfen, das Land zu verschulden und ein System aus Vetternwirtschaft und Bereicherung begünstigt zu haben. Er war mit dem Versprechen angetreten, Korruption, Machtmissbrauch und die Zweckentfremdung von Staatsmitteln unter der Vorgängerregierung aufzuarbeiten.

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This article was originally published by Spiegel Ausland.

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