Gianni Infantino und das System FIFA: Eine Analyse der Probleme
L'essentiel
- Der Artikel kritisiert FIFA-Präsident Gianni Infantino scharf, da er Fußballregeln Geld und Macht unterordnet.
- Trotz offensichtlicher Mängel genießt er die Unterstützung der Verbände und wird voraussichtlich im März wiedergewählt.
- Das eigentliche Problem sei das System der FIFA, das die Verknüpfung von Geld und Macht nicht löst und Reformen von innen heraus erschwert.
Résumé généré par IA
Pourquoi c'est important
Gianni Infantino wird vorgeworfen, die Integrität des Fußballs zu untergraben, indem er Regeln Geld und Macht unterordnet. Trotz Kritik genießt er die Unterstützung der nationalen Verbände, was seine Wiederwahl im März wahrscheinlich macht.
Wie sehr Gianni Infantino dem Fußball schadet, ist in diesem WM-Sommer offensichtlicher geworden denn je. Das Spiel und seine Regeln, die gerade dem Präsidenten des Weltfußballverbandes (FIFA) heilig sein sollten, hat er immer wieder den zwei Dingen untergeordnet, die ihm heilig scheinen: Geld und Macht. Bei Trinkpausen, bei Halbzeitshows, und, dieser Verdacht wird bleiben, beim Telefonat mit dem US-Präsidenten, der nicht wusste, was eine Rote Karte ist.
Javier Tebas, der Präsident der spanischen Fußballliga, sagt deshalb, dass Infantinos Zeit als FIFA-Chef jetzt enden sollte. Er hat recht: Infantino verhöhnt das Gebot seines Verbandes, politisch neutral sein zu müssen, er spielt mit der Integrität des Fußballs, er ist offensichtlich ein unwürdiger FIFA-Präsident. Aber Tebas hat auch recht, wenn er sagt, dass Infantino die Unterstützung der Verbände genießt.
Wenn alles normal läuft in der FIFA-Welt, dann wird er im kommenden März als Präsident bestätigt. Und so zeigt sich paradoxerweise in der Figur Infantino am deutlichsten, dass der Präsident Infantino nicht das größte Problem ist. Sondern das System, das ihn ermöglicht.
Was Infantino heilig ist, Geld und Macht, ist eng verwoben in der FIFA-Welt. Das Geld des Verbandes sichert die Macht seines Präsidenten: Je höher die Einnahmen, desto mehr davon bekommen dessen Wähler, die nationalen Verbände. Infantino tut alles, um diese Einnahmen zu steigern, und weil ihm das gelingt, lassen die Wähler ihm alles durchgehen. Dass der Präsident der europäischen Fußballunion das WM-Finale boykottiert, dass der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes vorsichtig mahnend den Finger hebt, mag beider Image helfen, aber Infantinos Wiederwahl gefährdet es nicht.
Die Beschwerde verkommt zur Geste
Auch die Ankündigung von Lise Klaveness, der Präsidentin des Norwegischen Fußballverbandes, wegen Trumps Anruf nun eine Beschwerde bei der Ethikkommission der FIFA einzureichen, ist zwar gut und wichtig – aber im System der FIFA wird aus dieser Beschwerde kaum mehr als eine Geste. Denn von der FIFA-Ethikkommission kann man ebenso wenig erwarten wie von der FIFA-Disziplinarkommission, deren Vorsitzender Folarin Baloguns Rotsperre überprüft hat.
Wenn Beschwerden zu Gesten verkommen, funktioniert das System nicht. Und wenn trotz allem, was Infantino so treibt, kein Gegenkandidat in Sicht ist, dann macht das noch einmal deutlich, dass sich dieses System von innen heraus kaum verändern wird.
Für den Fußball wäre es gut, wenn Gianni Infantino nicht Präsident der FIFA bliebe. Aber dass er Präsident bleiben dürfte, zeigt auch, dass eine neue Führung nicht ausreichte. Weil er oder sie, solange die Verbindung von Geld und Macht nicht gelöst, solange die FIFA nicht wirksam reformiert und umgekrempelt ist, immer auch der nächste Infantino werden könnte.
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
Gianni Infantino wird im kommenden März als Präsident der FIFA bestätigt.
Très probable · En quelques mois
Questions ouvertes
- Wird Lise Klaveness' Beschwerde bei der Ethikkommission Wirkung zeigen?
- Wird ein Gegenkandidat für die FIFA-Präsidentschaftswahl im März auftreten?
- Wie könnte die Verbindung von Geld und Macht innerhalb der FIFA gelöst werden?





