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HHLA verabschiedet sich nach turbulenter Hauptversammlung von der Börse
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Spiegel Wirtschaft12/06/2026Business2 min de lectureGermany

HHLA verabschiedet sich nach turbulenter Hauptversammlung von der Börse

L'essentiel

  • Nach fast 19 Jahren verabschiedet sich die Hamburger Hafenlogistik HHLA von der Börse.
  • Großaktionäre MSC und die Stadt Hamburg stimmten für den Squeeze-out der Kleinaktionäre, die sich enteignet fühlen.

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Der Hamburger Hafenlogistiker HHLA hat sich mit einer turbulenten Marathon-Hauptversammlung nach fast 19 Jahren ​von der Börse verabschiedet. Nach dem umstrittenen Einstieg der weltgrößten Containerreederei MSC bei dem Traditionskonzern vor rund eineinhalb Jahren votierte die virtuelle Hauptversammlung am Donnerstag dafür, dass der HHLA-Teilkonzern Hafenlogistik ‌vom Kurszettel verschwindet. Die Großaktionäre MSC und die Stadt Hamburg mit einem Anteil von über 95 Prozent der Anteile brachten die geplante Zwangsabfindung (Squeeze-out) der verbliebenen Einzelaktionäre durch. Am Vorgehen der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) gab es zuvor harsche Kritik von Aktionärsvertretern. Sie reichten über 200 Fragen ein, die HV zog sich mit der Generaldebatte mehr als zehn Stunden hin.

»Heute ist ein trauriger Tag«, sagte Dirk Unrau von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz vor den Voten über die Zwangsabfindung wie auch über einen ​Entfall der Dividende für 2025. »Vorsichtig ausgedrückt, würde ich dieses Verhalten als schäbig bezeichnen.« Unter den Kleinaktionären seien viele Hamburger, die beim Börsengang im November 2007 zu einem ⁠Preis von 53 Euro ⁠eingestiegen seien, sagte Unrau. Nun würden sie mit einer Abfindung von 21 Euro »rausgeschmissen«.

Aktionärsschützer sprechen von Enteignung

Hamburg und MSC hatten den Kleinaktionären zuletzt 21,16 Euro je A-Aktie des bisher börsennotierten Teilkonzerns Hafenlogistik angeboten. Das ist gut ein Viertel mehr als beim Übernahmeangebot 2024. Der Preis richtet sich nach dem Dreimonats-Durchschnittskurs der Aktie.

Markus ‌Neumann von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger bezeichnete den Squeeze-out als eine »Enteignung«. Die Stadt Hamburg beteilige sich ​an einem »Raubzug«. Es sei »armselig, die Menschen ‌um ihr Hab und Gut zu bringen«. Markus Dufner vom Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre sprach vom Ende der »Bürger-HHLA«, das Fragen zur Kontrolle kritischer Infrastruktur aufwerfe.

Der im September 2023 bekannt gewordene Plan für den Einstieg der Mediterranean Shipping Company (MSC) bei der HHLA hatte in der Hansestadt schon früh heftige Kritik ausgelöst. Die Rede war von »verscherbeltem Tafelsilber« und einem »historischem Fehler«. Dies geschah nicht nur aus wirtschaftlichen ‌Gründen, sondern auch wegen der stark mit dem Hafen verknüpften Identität der Stadt.

Der neue HHLA-Chef Jeroen Eijsink betonte bei ​der Hauptversammlung, dass der Konzern von dem Einstieg von MSC unter anderem ‌durch zusätzliche Ladung an den HHLA-Terminals profitiere. Den Vorschlag, auf die Auszahlung einer Dividende zu verzichten, begründete ‌Eijsink mit dem Rückgang des ​Jahresüberschusses 2025 durch steuerliche Belastungen und der Notwendigkeit von Investitionen. Bei den Investitionen geht es nicht zuletzt um die fortschreitende Automatisierung der Terminal-Anlagen, die in der HHLA-Belegschaft auch kritisch ‌gesehen wird.

Die zahlreichen, häufig sehr detaillierten und kritischen Fragen der Aktionärsvertreter beantworteten Vorstandsmitglieder über Stunden, ⁠vor allem die scheidende Finanzchefin Annette Geiß. Auf ​die Frage, ​welcher Nachteil der HHLA durch einen Verbleib an der Börse entstanden wäre, sagte Geiß: Dies wäre mit einem erheblichen organisatorischen und regulatorischen Aufwand verbunden. »Hierzu zählen insbesondere die Durchführung von Hauptversammlungen sowie umfangreiche Berichts- und Transparenzpflichten.«

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This article was originally published by Spiegel Wirtschaft.

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