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Hitze und Trockenheit sorgen für Rekordzahlen hilfsbedürftiger Wildvögel
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FAZil y a 6 heuresEnvironment2 min de lectureGermany

Hitze und Trockenheit sorgen für Rekordzahlen hilfsbedürftiger Wildvögel

Wegen anhaltender Hitze springen zahlreiche Jungvögel aus ihren Nestern. Ehrenamtliche Helfer und Auffangstationen in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg geraten an ihre Grenzen.

L'essentiel

  • Anhaltende Hitzewellen führen zu einem massiven Anstieg hilfsbedürftiger Jungvögel in Deutschland.
  • Dachbrüter und Mauersegler springen aus Nestern, was ehrenamtliche Helfer vor extreme Herausforderungen stellt.

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Anhaltende sommerliche Hitzewellen führen dazu, dass Jungvögel vorzeitig ihre Nester verlassen und ohne menschliche Hilfe verenden.

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Für Jenny Leuteneker beginnt der Dienst morgens um 5.30 Uhr – und endet erst gegen Mitternacht. „In diesem Jahr ist es einfach extrem“, sagt die Fünfunddreißigjährige, die sich in der Initiative Wildvögel vom Verein „Taubenhilfe Kaiserslautern“ engagiert.

Mehr als 100 Vögel versorgt und füttert sie derzeit von morgens bis abends: Spatzen und Amseln, Hausrotschwänze, Stare und einige Schwalben. Die große Zahl an hilfsbedürftigen Vögeln in diesem Jahr hängt vor allem mit der Hitze der vergangenen Woche zusammen: „Vor allem die Dachbrüter springen reihenweise aus den Nestern, um den Temperaturen zu entkommen.“

Manche Tiere sind noch so jung, dass sie alle 15 bis 20 Minuten gefüttert werden müssen. Die nimmt die Vogelfreundin dann mit zu der Baufirma, wo sie arbeitet, um sie kontinuierlich versorgen zu können. „Zum Glück ist mein Arbeitgeber so nett, dass das möglich ist.“

Nicht nur in Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz herrscht seit Ende Juni ein Ausnahmezustand. Der Verein „Mauerseglerhilfe Apus“ in Gorxheimertal im hessischen Kreis Bergstraße hat in diesem Sommer bereits 800 Mauer- und Alpensegler in seinen acht Pflegestellen in Deutschland aufgenommen. Allein in der eigenen Station sind es derzeit rund 100 aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Baden-Württemberg. Mehrere Hundert seien schon ausgewildert worden. „Die diesjährige Saison stellt jedoch alles bisher Dagewesene in den Schatten“, sagt die Vereinsvorsitzende Jeanette Mayer. „Zeitweise gingen im Minutentakt neue Notrufe ein.“

Die außergewöhnlich lang anhaltende Hitze sei für die Nestlinge lebensbedrohlich. Mauersegler, die instinktiv aus den Nestern sprängen und noch nicht fliegen könnten, seien am Boden ohne menschliche Hilfe verloren.

Doch gerade diese Vögel brauchen eine ganz besondere Versorgung: „Mauersegler gehören zu den anspruchsvollsten heimischen Wildvogelarten in der Pflege. Sie sind reine Insektenfresser und dürfen ausschließlich mit geeigneten Insekten ernährt werden“, sagt Mayer, die hauptberuflich als Tierpflegerin in der Mauerseglerklinik in Frankfurt arbeitet. Bereits eine falsche Fütterung könne schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben und die spätere Auswilderung unmöglich machen.

Laut Mayer unterscheide sich die fachgerechte Versorgung in vielen Punkten von der anderer Wildvogelarten. „So muss beispielsweise das Gefieder unbedingt vor Fetten und Schweiß der menschlichen Haut geschützt werden“, sagt sie. Auch Futterreste oder andere Rückstände dürften keinesfalls im Gefieder bleiben, da sie dort verderben, die Federstruktur beeinträchtigen und die Tiere schwer erkranken lassen können. Ebenso seien Schnabel und Schleimhäute besonders empfindlich gegen Keime und Bakterien und sollten nicht mit bloßen Fingern berührt werden.

Weil viele Pflegestellen seit Wochen überfüllt sind und mitunter einen Aufnahmestopp verhängen mussten – wie etwa in der Wildvogelauffangstation des Saarlandes in Püttlingen – wurden so manche Mauersegler zunächst privat oder in weniger erfahrenen Pflegestellen versorgt. „Diese Tiere erreichen uns nun vermehrt und leider nicht selten in einem deutlich schlechteren Zustand“, sagt Mayer. Folgen einer falschen oder unzureichenden Versorgung seien Mangelerscheinungen, Fehlentwicklungen des Gefieders oder Unterernährung.

Auch Schwalben benötigen aktuell eine besondere Pflege. „So schlimm wie bei der ersten Hitzewelle Ende Juni war es noch nie“, sagt Sandra Manier von der ehrenamtlichen Wildvogelhilfe in Mannheim, die sich in Rohrbach bei Landau auf die Aufzucht von Schwalben spezialisiert hat. Mehr als 100 Tiere versorgte sie in dieser ersten Zeit bei sich zu Hause. „Bis aus Hessen und Karlsruhe kamen die Leute angefahren.“

Auch wenn die Tiere in dieser ersten Phase schon fast flugfähig waren und bereits ausgewildert werden konnten, sei noch keine Entspannung eingetreten: Aktuell ist die zweite Brut von der Hitze betroffen und aus dem Nest gesprungen oder gefallen. „Es sind noch Nestlinge, die mindestens noch ein, zwei Wochen Pflege brauchen.“

Questions ouvertes

  • Wie lange halten die Überlastungen in den Pflegestellen an?
  • Gibt es ausreichende finanzielle Unterstützung für die ehrenamtlichen Stationen?

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This article was originally published by FAZ.

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