IEA senkt Ölverbrauchsprognose und erwartet Überschuss
L'essentiel
- Die IEA senkt ihre Prognose für den globalen Ölverbrauch und erwartet 2027 einen Angebotsüberschuss, besonders bei einem Bestand des US-Iran-Abkommens.
- Ölpreise fallen, aber Erholung wird Zeit brauchen.
Résumé généré par IA
Pourquoi c'est important
Die Internationale Energieagentur (IEA) korrigiert ihre Prognose für den globalen Ölverbrauch nach unten und sieht für 2027 einen erheblichen Überschuss auf der Angebotsseite, sofern das Abkommen zwischen den USA und dem Iran Bestand hat.
Düsseldorf. Die Internationale Energieagentur (IEA) korrigiert ihre Prognose für den globalen Ölverbrauch erneut nach unten und sieht für 2027 einen erheblichen Überschuss auf der Angebotsseite – sofern das vorläufige Abkommen zwischen den USA und dem Iran Bestand hat. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten monatlichen Ölmarktbericht der Pariser Organisation hervor.
Für 2026 erwartet die IEA nun einen Rückgang des globalen Ölverbrauchs um 1,1 Millionen Barrel pro Tag. Als Ursachen nennt die IEA die infolge des Golfkonflikts gestiegenen Preise sowie anhaltende Lieferunterbrechungen, die die Öllieferungen im zweiten Quartal um fünf Millionen Barrel täglich drückten.
Für 2027 rechnet die IEA mit einer Erholung der Nachfrage um rund zwei Millionen Barrel pro Tag. Das Angebot dürfte mit einem Zuwachs von etwa acht Millionen Barrel täglich aber deutlich stärker wachsen. Viele Länder dürften die Gelegenheit nutzen, ihre Lagerbestände wieder aufzufüllen, die seit Konfliktbeginn abgebaut worden waren. Für das laufende Jahr erwartet die IEA noch einen Angebotsrückgang um 3,9 Millionen Barrel pro Tag, da rund ein Fünftel der weltweiten Förderung im Persischen Golf weiterhin nicht abtransportiert werden kann.
Washington und Teheran unterzeichneten das vorläufige Abkommen am Donnerstag. Es sieht die Aufhebung der US-Seeblockade und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus binnen 30 Tagen vor. Der Iran räumt demnach Minen und technische Hindernisse in der Meerenge. Die Ölpreise fielen: Brent verbilligte sich um 1,3 Prozent auf 78,51 Dollar je Barrel, das US-Öl WTI um 1,5 Prozent auf 75,60 Dollar.
Die IEA wertete das Abkommen als positives Signal, rechnet allerdings nicht mit einer sofortigen Erholung. Zunächst müssen Minen aus den Hauptschifffahrtsrouten geräumt werden, Lieferketten bräuchten Zeit zur Normalisierung.
Branche und Analysten kommen zu ähnlichen Schlüssen. Hapag-Lloyd rechnet nach einer Wiedereröffnung der Meerenge mit einer Normalisierungsphase von rund drei Monaten. Der staatliche Ölkonzern Adnoc aus den Vereinigten Arabischen Emiraten geht davon aus, dass 80 Prozent des Öltransports durch die Straße erst nach rund vier Monaten wiederhergestellt sein werden.
Im Mai sanken die Weltlagerbestände um 143 Millionen Barrel – ein Entnahmetempo von 4,6 Millionen Barrel täglich. Seit Konfliktbeginn liegt der durchschnittliche Lagerabbau bei 3,8 Millionen Barrel pro Tag. Die OECD-Regierungsreserven fielen auf den niedrigsten Stand seit Dezember 1990.
Deutschland will Minenräumboote in die Region schicken. Neben der Minenräumung müssen Schiffe neu positioniert, Hafenkapazitäten abgestimmt und Versicherungsdeckungen neu verhandelt werden. Seit Kriegsbeginn am 28. Februar hatten zahlreiche Reedereien den Betrieb in der Straße eingestellt.
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
Erholung der Ölnachfrage um 2 Mio. Barrel/Tag bis 2027.
Probable · Moyen terme
Angebot wächst um 8 Mio. Barrel/Tag bis 2027.
Probable · Moyen terme
Questions ouvertes
- Wie stabil ist das US-Iran-Abkommen?
- Wie schnell normalisieren sich Lieferketten?
- Wie reagieren andere Ölförderländer?




