Iran schließt Straße von Hormus wieder – Friedensgespräche vor dem Aus
L'essentiel
- Der Iran hat angekündigt, die strategisch wichtige Straße von Hormus wieder zu schließen.
- Als Grund werden anhaltende israelische Angriffe im Libanon genannt.
- Dies gefährdet die Friedensgespräche mit den USA, die erst kürzlich eine Absichtserklärung unterzeichnet hatten.
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Die Friedensgespräche zwischen dem Iran und den USA drohen zu scheitern, da der Iran die Straße von Hormus wieder schließt. Dies geschieht als Reaktion auf anhaltende israelische Angriffe im Libanon, trotz einer vereinbarten Waffenruhe.
Die Friedensgespräche zwischen dem Iran und den USA kommen nicht wie geplant in Gang. Nun nimmt Teheran US-Präsident Trump auch noch den Prestigeerfolg, die Wasserstraße wieder geöffnet zu haben. Frank Specht 20.06.2026 - 17:59 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Straße von Hormus: Hauptgrund für die iranische Entscheidung, die Straße von Hormus wieder zu schließen, ist der anhaltende Krieg im Libanon. Foto: IMAGO/Anadolu Agency
Berlin. Die Verhandlungen über eine dauerhafte Friedenslösung für den Iran drohen zu scheitern, bevor sie überhaupt richtig begonnen haben. Die Führung in Teheran kündigte am Samstag an, ihrerseits die Straße von Hormus wieder zu schließen. Sie begründete dies mit den anhaltenden israelischen Angriffen im Südlibanon. Die USA hätten „eindeutig gegen ihre Verpflichtung verstoßen“, den Krieg zu beenden, hieß es im iranischen Staatsfernsehen. Sollte die Aggression anhalten, seien weitere Schritte geplant.
Die Öffnung der für den Welthandel zentralen Wasserstraße war ein Kernpunkt der am vergangenen Wochenende ausgehandelten Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran über die Aufnahme weiterer Verhandlungen. US-Präsident Donald Trump hatte diese Erklärung erst am Mittwoch nach dem G7-Gipfel in Frankreich medienwirksam im Schloss Versailles unterzeichnet.
Die 14 Punkte umfassende Vereinbarung sollte den Weg ebnen für weitere Verhandlungen, vor allem über das iranische Atomprogramm. Iran am Bau einer Atomwaffe zu hindern, war eines der Hauptmotive für den Krieg, den die USA und Israel Ende Februar begonnen hatten.
Ursprünglich hätten die Gespräche bereits am Freitag in der Schweiz auf dem Berg Bürgenstock nahe Luzern beginnen sollen. Doch dann hatte US-Vizepräsident J.D. Vance, der auf amerikanischer Seite die Verhandlungen führen soll, die Reise zunächst nicht angetreten.
Laut dem Außenministerium in Teheran will die iranische Verhandlungsdelegation trotz der neuen Wendung in die Schweiz reisen. Sie werde dort die Einhaltung der Verpflichtungen durch die USA einfordern, erklärte ein Sprecher des Außenamtes. Der Iran habe sich an die Verpflichtungen der Absichtserklärung gehalten.
Verhandlungen zwischen Iran und USA am Sonntag in der Schweiz
Nach Angaben Pakistans, das zwischen den Kriegsparteien vermittelt hatte, soll am Sonntag in der Schweiz verhandelt werden. Auch Vance hatte zuvor im Sender Fox News angedeutet, dass es am Sonntag Gespräche geben könnte. Die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner seien deshalb bereits vor Ort.
Hauptgrund für die iranische Entscheidung, die Straße von Hormus wieder zu schließen, ist der anhaltende Krieg im Libanon. Obwohl die Absichtserklärung vorsieht, dass die Kriegspartei die Kampfhandlungen an allen Fronten, einschließlich des Libanon, einstellen, setzt Israels Premier Benjamin Netanjahu den Krieg gegen die radikalislamische Hisbollah im Libanon fort.
Trotz der seit Freitagnachmittag geltenden Waffenruhe zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel hätten israelische Kampfflugzeuge und Drohnen mehrere Ziele im Süden des Libanons und im Bekaa-Tal angegriffen, meldet die libanesische Nachrichtenagentur NNA am Samstag. Bei den Angriffen sollen 16 Menschen getötet worden sein. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums sollen seit Beginn des Feldzugs gegen die Hisbollah Anfang März mehr als 4000 Menschen ums Leben gekommen sein.
USA
„Du solltest besser aufpassen“ – Die unmögliche Iran-Mission von J.D. Vance
Israels Premier Netanjahu hat kein Geheimnis daraus gemacht, dass er den Krieg nicht als abgeschlossen ansieht. Für ihn ist er erst beendet, wenn die Hisbollah keine Gefahr mehr darstellt und sichergestellt ist, dass der Iran nicht doch noch in den Besitz von Atomwaffen kommen kann.
Zwar sollen die iranischen Atomanlagen nach den ersten amerikanisch-israelischen Bombardements im Juni vergangenen Jahres und die zweite Angriffswelle im aktuellen Krieg nach US-Angaben schwer beschädigt worden sein. Doch soll der Iran noch immer im Besitz von 450 Kilogramm hochangereichertem Uran sein, das sich für die Bombenproduktion weiter anreichern ließe. Nach einem Bericht der Washington Post haben die US-Geheimdienste bereits gewarnt, dass Netanjahu das geplante Friedensabkommen untergraben könnte.
Die Bundesregierung rief alle Seiten zur Umsetzung der vereinbarten Waffenruhe auf. Man nutze die Kontakte insbesondere zu den israelischen Partnern, damit das Rahmenabkommen mit Leben erfüllt werde, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Dazu müsse die Hisbollah ihre Angriffe auf den Norden Israels aber auch „wirklich glaubhaft“ einstellen. „Und ich glaube, da sind wir noch nicht so ganz“, fügte er hinzu.
Für US-Präsident Trump ist die erneute Schließung der Straße von Hormus, durch die in normalen Zeiten täglich fast 20 Prozent des weltweiten Rohölverbrauchs transportiert werden, eine schwere Niederlage. Iran hatte nach Kriegsbeginn nur noch ausgewählten Schiffen die Durchfahrt gewährt, die US-Marine blockierte ihrerseits den Zugang zu iranischen Häfen, um das Land an Ölausfuhren zu hindern. Durch die gegenseitige Blockade gerieten der weltweite Ölhandel und die Weltwirtschaft in schwere Turbulenzen.
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Am Samstag hatte Trump in seinem Netzwerk Truth Social noch gepostet, dass die USA sich nicht aus Verzweiflung auf die Friedensgespräche eingelassen hätten, die Iraner schon. Die Iraner seien „fertiggemacht“, schrieb er in Großbuchstaben.
Mit Agenturmaterial von dpa und Reuters.
Mehr: Libanon meldet israelische Angriffe trotz Waffenruhe
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Weitere Eskalation der Spannungen im Nahen Osten.
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Verhandlungen werden unter erschwerten Bedingungen fortgesetzt.
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Questions ouvertes
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