Iranische Sängerin wegen Konzertvideo ohne Kopftuch zu Peitschenhieben verurteilt
L'essentiel
- Eine iranische Sängerin und acht Bandmitglieder wurden zu 74 Peitschenhieben und einem zweijährigen Berufsverbot verurteilt, weil sie ein Konzertvideo ohne Kopftuch veröffentlichten.
- Das Gericht bezeichnete die Inhalte als "vulgär und unmoralisch".
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Seit 1979 unterdrückt die iranische Führung Frauen mit strengen Gesetzen, darunter eine Kleiderordnung, die das Verbergen der Haare vorschreibt. Proteste wie "Frau, Leben, Freiheit" wurden gewaltsam niedergeschlagen.
Dieser Ausdruck wurde am 19.06.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert.
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Wegen Konzertstream Iranisches Gericht verurteilt Sängerin zu Peitschenhieben
Weil sie ein Konzertvideo veröffentlichte, auf dem sie kein Kopftuch trug, ist eine Musikerin in Iran bestraft worden. Auch Mitglieder ihrer Band und ihres Produktionsteams mussten vor Gericht.
19.06.2026, 14.32 Uhr
Die iranische Sängerin Parastu Ahmadi ist einem iranischen Medienbericht zufolge wegen eines Konzertstreams ohne Kopftuch verurteilt worden. Ein Strafgericht in der Provinz Ghom belegte die Musikerin und acht Mitglieder ihrer Band sowie ihres Produktionsteams mit einer Strafe von 74 Peitschenhieben und einem zweijährigen Reise- und Berufsverbot, wie die iranische Zeitung »Emtedad« berichtet.
Im Gerichtsbeschluss heißt es demnach, die Gruppe habe online »vulgäre und unmoralische Inhalte« verbreitet. Gegen das Urteil können den Angaben zufolge Rechtsmittel eingelegt werden.
Ahmadi streamte im Dezember 2024 ein Konzert mit ihrer Band aus einer Karawanserei, einem traditionellen Rasthaus, auf YouTube. Damit verstieß sie gleich gegen mehrere der repressiven Gesetze, die Irans Führung verabschiedete: Öffentliche Auftritte von Sängerinnen sind in der Islamischen Republik verboten. Zudem trat Ahmadi ohne Kopftuch und in einem Kleid auf. Das Video des Konzerts zählt derzeit fast drei Millionen Aufrufe.
Seit der islamischen Revolution im Jahr 1979 werden Frauen in Iran unterdrückt. Eine strenge Kleiderordnung verpflichtet Frauen unter anderem, ihre Haare in der Öffentlichkeit zu verbergen.
Viele iranische Frauen protestieren seit Jahren gegen diese strengen Gesetze. Im Herbst 2022 gingen Massen unter dem Motto »Frau, Leben, Freiheit« auf die Straßen. Der iranische Sicherheitsapparat schlug die Demonstrationen gewaltsam nieder. Viele Frauen in den Metropolen widersetzen sich dennoch inzwischen als Zeichen des Protests und der Selbstbestimmung den islamischen Dresscodes.
Die iranische Führung reagierte mit kleineren Zugeständnissen. Sie machte etwa den Weg frei, dass Frauen in Iran Motorrad fahren dürfen. Das Gesetz hatte es Frauen bislang nicht ausdrücklich verboten, Motorrad zu fahren. Allerdings stellten Behörden ihnen bis dahin keine Fahrerlaubnisse aus. An den grundsätzlichen Repressionen gegen Frauen änderte sich aber nichts.
Welche Kleiderordnung für Frauen in Iran gilt und wie sie sich dagegen wehren, lesen Sie hier . hba/dpa
Questions ouvertes
- Wie viele Frauen widersetzen sich noch den Dresscodes?
- Werden weitere Strafen gegen Künstlerinnen verhängt?
- Wie reagiert die internationale Gemeinschaft?




