Israel kündigt Abkommen mit Palästinensern über Hebron auf
L'essentiel
- Israels Finanzminister Smotrich hat das Hebron-Abkommen von 1997 aufgekündigt.
- Befugnisse in der geteilten Stadt und an heiligen Stätten gehen von der palästinensischen Stadtverwaltung auf Israel über.
- Palästinenserpräsident Abbas warnt vor schwerwiegenden Folgen und fordert internationales Eingreifen.
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Pourquoi c'est important
Das 1997 vereinbarte Hebron-Abkommen regelte die Teilung der Stadt und die Zuständigkeiten zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde. Es sah vor, dass Israel ein Fünftel der Stadt zur Sicherung jüdischer Siedler kontrolliert.
Israels rechtsextremer Finanzminister Bezalel Smotrich hat eine drei Jahrzehnte alte Vereinbarung mit der Palästinensischen Autonomiebehörde aufgekündigt.
»Ich habe das Hebron-Abkommen aufgehoben«, schrieb Smotrich in einem Post auf der Plattform X. Das bedeute, dass zahlreiche Befugnisse in der geteilten Stadt Hebron im Westjordanland und an den dortigen heiligen Stätten nicht länger bei der palästinensischen Stadtverwaltung von Hebron lägen, »sondern wieder vollständig in die Verantwortung des Staates Israel zurückkehren«, schrieb Smotrich.
Man setze die »Revolution« zur Legalisierung der israelischen Siedlungen und der »Vertiefung der israelischen Souveränität« im Westjordanland fort, schrieb Smotrich. Zuletzt war es immer wieder zu Übergriffen israelischer Siedler auf Palästinenser im Westjordanland gekommen – Menschen wurden getötet. (Lesen Sie hier mehr dazu.)
Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas warnte nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa vor »schwerwiegenden Folgen« der Entscheidung. Er rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, unverzüglich einzugreifen und die israelischen Behörden dazu zu bewegen, die »äußerst gefährliche« Entscheidung rückgängig zu machen. Der Schritt untergrabe die Bemühungen um eine friedliche Beilegung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern im Rahmen einer Zweistaatenlösung.
Das Hebron-Abkommen war 1997 unter einer Regierung von Benjamin Netanyahu vereinbart worden, der damals ebenfalls Ministerpräsident war. Es sah unter anderem die Teilung der Stadt vor: Israel kontrollierte ein Fünftel der Stadt, um Hunderte jüdische Siedler zu schützen. Insgesamt leben in der Stadt nach Schätzungen rund 200.000 Palästinenser.
Das israelische Nachrichtenportal »ynet« schrieb, fast drei Jahrzehnte lang hätten bestimmte Planungs- und Baumaßnahmen im jüdischen Teil Hebrons sowie an den nahegelegenen heiligen Stätten der Zustimmung der Stadtverwaltung von Hebron oder einer besonderen politischen Genehmigung bedurft. Smotrichs neue Entscheidung übertrage diese Befugnisse auf israelische Planungsbehörden.
Nach Angaben von Regierungsvertretern bedeutet der Schritt außerdem, dass die Stadtverwaltung von Hebron bestimmte kommunale Dienstleistungen für das jüdische Viertel nicht länger erbringen werde, darunter die Müllabfuhr oder die Erteilung von Baugenehmigungen. Stattdessen sollen dort künftig israelische Behörden und das Militär die volle Verantwortung übernehmen.
Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 das Westjordanland und Ostjerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat mit Ostjerusalem als Hauptstadt.
Questions ouvertes
- Wie wird die internationale Gemeinschaft reagieren?
- Welche konkreten Schritte unternimmt Israel nun in Hebron?
- Wie wird sich die Entscheidung auf die Sicherheitssituation auswirken?



