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KI als Ersatz für formale Qualifikation und Berufserfahrung
En développement
Spiegel Netzwelt12.06.2026Business2 dk okumaGermany

KI als Ersatz für formale Qualifikation und Berufserfahrung

L'essentiel

  • Eine Umfrage des Ifo-Instituts zeigt, dass KI für Unternehmen zunehmend eine Alternative zu formaler Qualifikation und Berufserfahrung darstellt.
  • Besonders im Handel sehen Firmen leichtes Potenzial, Hochschulabsolventen durch KI-gestützte Arbeitskräfte zu ersetzen, während die Mehrheit der Unternehmen dies als schwierig einschätzt.
  • Weltweit kündigen Firmen Stellenabbau wegen KI an, was Zukunftsängste bei Berufseinsteigern schürt.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

Künstliche Intelligenz (KI) wird für Unternehmen zunehmend eine Alternative zu formaler Qualifikation und Berufserfahrung. Eine Umfrage des Ifo-Instituts zeigt, dass fast 20 Prozent der KI einsetzenden Firmen es für leicht oder sehr leicht halten, Hochschulabsolventen durch weniger qualifizierte, aber KI-fähige Mitarbeiter zu ersetzen. Rund 15 Prozent sehen auch die Möglichkeit, erfahrene durch unerfahrene KI-nutzende Mitarbeiter zu ersetzen.

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Künstliche Intelligenz ist für eine wachsende Zahl von Unternehmen eine Alternative zu formaler Qualifikation und Berufserfahrung.

Knapp 20 Prozent der KI einsetzenden ​Firmen halten es für leicht oder sehr leicht, Hochschulabsolventen durch weniger qualifizierte Mitarbeiter, die dafür mit KI umgehen können, zu ersetzen. Das ‌geht aus der am Freitag veröffentlichten Umfrage des Münchner Ifo-Instituts hervor.

Rund 15 Prozent halten es überdies auch für möglich, erfahrene durch unerfahrene, KI-nutzende Mitarbeiter ohne große Schwierigkeiten ersetzen zu können.

»KI verändert die Arbeitswelt und kann in manchen Bereichen auch formale Qualifikationen und Erfahrungen teilweise ersetzen«, sagte Ifo-Forscherin Anna Ruffert.

Am ​stärksten ausgeprägt ist dieser Trend im Handel. Dort gaben 28,6 Prozent der Unternehmen an, (Fach-)Hochschulabschlüsse leicht durch ⁠KI-gestützte Arbeitskräfte ⁠ersetzen zu können. Bei den Dienstleistern lag der Wert bei 19,7 Prozent, im Verarbeitenden Gewerbe bei 14,6 Prozent.

Etwas schwerer tun sich die Firmen demnach damit, Berufserfahrung zu kompensieren. »Berufserfahrung ‌ist für Unternehmen offenbar etwas schwerer durch KI zu kompensieren ​als formale Abschlüsse«, sagte ‌Ruffert.

Die Mehrheit der Unternehmen teilt diese Einschätzung allerdings nicht. Mehr als die Hälfte (55,4 Prozent) der Betriebe, die KI nutzen, schätzt es als schwer oder gar nicht möglich ein, Hochschulabsolventen durch weniger qualifizierte, aber KI-unterstützte Mitarbeiter zu ersetzen. Beim Austausch ‌eines erfahrenen durch einen unerfahrenen Mitarbeiter liegt dieser Anteil sogar bei 62,7 Prozent.

Der Umfrage zufolge setzen bisher 54,5 Prozent der Unternehmen in Deutschland KI in ‌ihren Geschäftsprozessen ein.

In den vergangenen Monaten haben ​weltweit zahlreiche Firmen den Abbau von ‌Stellen wegen des verstärkten Einsatzes von KI angekündigt. So will die ‌britische Großbank ​Standard Chartered etwa 7000 Jobs streichen. Auch die Facebook-Mutter Meta und der Onlinehändler Amazon bauen in großem Stil Personal ​ab.

Dies schürt vor allem unter Berufseinsteigern ⁠Zukunftsängste. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup ​zufolge bereitet ​KI mehr als 70 Prozent der zwischen 1997 und 2012 geborenen Generation Z Sorgen oder ruft Unmut hervor.

Lesen Sie dazu auch in der SPIEGEL-Titelgeschichte, wie KI den Arbeitsmarkt verändert. Selbst wer seinen Job gut macht, muss damit rechnen, dass der Anruf aus der Personalabteilung die Kündigung bedeuten könnte.

À surveiller

Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes

  • KI wird in bestimmten Sektoren, insbesondere im Handel, zu einer signifikanten Verschiebung der Anforderungsprofile führen, bei der KI-Kompetenz wichtiger wird als formale Abschlüsse.

    Très probable · Moyen terme

  • Die Sorge vor Arbeitsplatzverlusten durch KI wird bei jüngeren Generationen, wie der Generation Z, weiter zunehmen und zu Forderungen nach Umschulungs- und Weiterbildungsprogrammen führen.

    Très probable · Moyen terme

  • Große Technologie- und Finanzunternehmen werden weiterhin Stellenabbau ankündigen, der teilweise oder ganz auf die Integration von KI zurückgeführt wird.

    Probable · Court terme

Questions ouvertes

  • Wie wird sich der KI-bedingte Stellenabbau konkret auf verschiedene Branchen und Qualifikationsniveaus auswirken?
  • Welche neuen Qualifikationen und Fähigkeiten werden durch den verstärkten KI-Einsatz in Zukunft am gefragtesten sein?
  • Welche Maßnahmen ergreifen Unternehmen und Regierungen, um die negativen Auswirkungen des KI-Einsatzes auf den Arbeitsmarkt abzufedern?
  • Wie wird sich die Wahrnehmung von KI und ihre Rolle auf dem Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren weiterentwickeln?

Sujets liés

This article was originally published by Spiegel Netzwelt.

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