KI-Newsletter: SpaceX-Börsengang, Apples KI-Strategie und Meta AI-Gerüchte
L'essentiel
- Der KI-Newsletter vom 11.
- Juni 2026 berichtet über den bevorstehenden SpaceX-Börsengang und mögliche IPOs von Anthropic und OpenAI.
- Apple stellt seine KI-Strategie vor, während Anthropic ein neues Modell veröffentlicht.
Résumé généré par IA
Sie lesen den KI-Newsletter »Natürlich intelligent« vom 11. Juni 2026. Um den Newsletter jeden Donnerstag per Mail zu erhalten, melden Sie sich hier an.
Am Freitag soll Elon Musks Raketenfirma SpaceX an die Börse gehen, die KI-Anbieter Anthropic und OpenAI könnten bald nachziehen. Von diesen Megabörsengängen profitieren dürften nicht nur die Firmenspitzen – Techmilliardär Musk zum Beispiel, der Billionär werden könnte. Viel Geld verdienen werden wohl auch einige Mitarbeiter von Anthropic und OpenAI. Die New York Times spekulierte in dieser Woche bereits, dass die Börsengänge der KI-Unternehmen darum einen Immobilienboom in Städten wie San Francisco auslösen könnten. Doch parallel dazu wird auch darüber nachgedacht, wie mehr Menschen in den USA vom KI-Boom profitieren könnten. Eine Idee: Staatsfonds, deren Erlöse direkt an US-Bürger fließen könnten. Schon seit Längerem schwelen Gerüchte, die US-Regierung könnte an OpenAI beteiligt werden. Ein Fonds dürfte aber kaum ein Trost für all jene sein, die sich mit höheren Mietpreisen konfrontiert sehen, weil ihr Nachbar Multimillionär geworden ist.
Das müssen Sie wissen: Apple läutet seine KI-Aufholjagd ein
Gut Ding will Weile haben: So könnte man Apples KI-Strategie wohl zusammenfassen. Wer den Neuankündigungen von Apple lauscht, vergisst beinahe, dass wir inzwischen das Jahr 2026 schreiben, berichtet mein Kollege Henrik Oerding, der diese Woche im kalifornischen Cupertino war. Dort präsentierte der iPhone-Konzern während seiner jährlichen Entwicklerkonferenz WWDC neue Software. Im Mittelpunkt stand dieses Jahr eine schlauere Siri, Apples Sprachassistentin.
Eigentlich hatte Apple bereits vor zwei Jahren Siri AI angekündigt. Musste dann aber verschieben. Das Debakel ging so weit, dass Apple seinen KI-Chef austauschte. Und selbst jetzt ist Apple auf die Unterstützung von Google und Nvidia angewiesen, um konkurrenzfähige KI anbieten zu können. Gerade Googles KI-Modell Gemini hat bei Apples Intelligenzzuwachs eine zentrale Rolle gespielt; im Frühjahr hatten beide Firmen einen Deal abgeschlossen.
Berichten zufolge soll Apple für die KI-Zusammenarbeit mit Google jährlich fast eine Milliarde US-Dollar zahlen. Ob sich das rentiert? Darüber werden am Ende die Kunden entscheiden. Einen ersten Hinweis auf die Stimmung unter Apple-Enthusiasten lieferte ein Blick auf das Publikum der WWDC-Keynote in diesem Jahr. Das bricht gewöhnlich gern in frenetischen Jubel aus, wenn Apple seine Neuerungen vorstellt. Am vergangenen Montag allerdings, berichtete Henrik, blieb es auffallend still.
Darüber sollten Sie nachdenken: Anthropic veröffentlicht abgespeckte Variante von Claude Mythos
Es ist erst wenige Tage her, da forderte Anthropic eine Pause bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz. Doch als wäre das nie passiert, hat Anthropic jetzt sein neues Hochleistungsmodell Claude Fable 5 veröffentlicht.
Das soll eine abgeschwächte und extra abgesicherte Version von Claude Mythos sein – eben jener Modellfamilie, die vor zwei Monaten Furore machte. Der Grund für die Aufregung: Mythos soll laut Herstellerangaben beunruhigend gut darin sein, in kürzester Zeit Schwachstellen und Sicherheitslücken in Software und IT-Infrastruktur aufzuspüren. Anthropic hat Mythos deshalb bislang nur ausgewählten Unternehmen zugänglich gemacht, darunter Apple, Amazon Web Services und Microsoft. Die Ankündigung hatte im April auch etliche deutsche Behörden aufgeschreckt. In dieser Woche reagierte die Bundesregierung und kündigte die Gründung eines eigenen Sicherheitsinstituts für künstliche Intelligenz an, das unter anderem KI-Risiken bewerten soll.
Anthropics Fable 5 soll vorerst mit zusätzlichen Schutzmechanismen ausgestattet sein: Wer Fragen zu bestimmten Risikobereichen stellt – etwa zu Cybersicherheit oder Biologie – wird automatisch zu einem älteren KI-Modell, Opus 4.8, zurückgeleitet. Meine Kollegin Eva Wolfangel hat Fable 5 schon ausprobiert. Und war, nun ja, nicht gerade begeistert: Bei jeder dritten Anfrage wurde sie zurückgestuft auf Anthropics Vorgängermodell. Ob das neue Modell also wirklich so revolutionär gut sei wie versprochen, ließe sich darum nicht wirklich testen, schreibt Eva. Weniger undurchsichtig ist hingegen der Preis. Fable 5 ist doppelt so teuer wie Opus 4.8.
Das können Sie ausprobieren: Meta AI
Eigentlich konzentrieren wir uns an dieser Stelle des Newsletters auf echte Neuerungen rund um KI. Und Meta AI ist eigentlich nicht neu. Schon im vergangenen Jahr hat der Facebook- und WhatsApp-Mutterkonzern diese KI-Funktion schrittweise eingeführt. Doch genau diese Information sollte man diese Woche noch einmal hervorheben – wegen eines Kettenbriefes, der sich in den vergangenen Tagen in WhatsApp-Gruppen verbreitet hat. Der sorgte für viel Unruhe – und enthält eine ganze Reihe von Informationen, die so nicht stimmen.
In dem Brief heißt es, die KI von Meta könne sämtliche Gruppenchats bei WhatsApp mitlesen und persönliche Daten wie Telefonnummern einsehen. In der Nachricht wird behauptet, das sei »ab Samstag« der Fall, denn da werde »KI in WhatsApp verfügbar«. Um den Zugriff zu verhindern, müssten Gruppen-Admins die Option »erweiterter Chat-Datenschutz« aktivieren.
Diese Nachricht ist mindestens irreführend. Meta-AI-Funktionen gibt es bei WhatsApp, wie gesagt, schon länger. Vor allem aber gilt: Nachrichten, die sich Nutzerinnen und Nutzer bei WhatsApp in Einzel- und Gruppenchats schicken, sind standardmäßig Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Das bedeutet: Nur Sender und Empfänger können sie lesen. Meta kann den Inhalt der Nachrichten nicht einsehen, ebenso wenig wie die KI des Messenger-Mutterkonzerns.
Anders ist das laut Meta nur bei Nachrichten, in denen sich Nutzerinnen und Nutzer direkt an die KI wenden oder in denen sie @MetaAI erwähnen. Diese Nachrichten kann Meta einsehen, erklärt das Unternehmen.
Die Bundesdatenschutzbeauftragte rät deshalb dazu, keine persönlichen Daten an Meta AI zu schicken. Auf ihrer Internetseite heißt es aber auch: »Nach derzeitigem Kenntnisstand führt die bloße Einführung von Meta AI in den Messengerdiensten zunächst nicht zu Verarbeitungen personenbezogener Daten.« Erst wenn Nutzerinnen und Nutzer mit der Meta AI interagierten, würden ihre Anfragen zum Zweck der Bearbeitung verarbeitet.





