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Klimaanlagen: Wenn Kühlung auf Design trifft
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Klimaanlagen: Wenn Kühlung auf Design trifft

L'essentiel

  • Industriedesign hat viele Produkte aufgewertet, doch Klimaanlagen bleiben oft vernachlässigt.
  • In Europa sind sie weniger verbreitet als in Asien, wo ästhetisch ansprechendere Modelle wie Samsungs "Bespoke AI Windfree Pro" bereits prämiert werden.
  • LGs Artcool-Serie versucht, das Design durch Bilderrahmen-Optik zu verbessern, während Monoblock-Geräte wie die von Bosch eher funktional wirken.

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Das deutsche Industriedesign hat viele Produkte ästhetisch aufgewertet, doch Klimaanlagen profitieren bislang wenig davon. In Europa sind sie weniger verbreitet als in Asien, wo ästhetisch ansprechendere Modelle bereits prämiert werden.

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Das Industriedesign hat vom Bohrhammer bis zur Zahnbürste viele Produkte ästhetisch aufgewertet. Nur Klimaanlagen profitieren bislang wenig davon. Oder?

Thorsten Firlus 06.07.2026 - 10:34 Uhr Artikel anhören

LGs kühlender Bilderrahmen Artcool: Geräte, die Emotionen auslösen. Foto: LG Electronics

Düsseldorf. Das deutsche Industriedesign ist prägend für die Produktwelt von heute. Von den Bauhaus-Vertretern, die Alltagsgegenstände neu gestalteten, über Dieter Rams ikonische Entwürfe für Braun bis zu Hartmut Esslingers Arbeiten mit Frogdesign für Apple: Hätte es all diese Menschen und Entwicklungen nicht gegeben, sähen viele Geräte heute anders aus, im Zweifel schlechter. Egal ob Schreibtisch, Toaster oder Smartphone.

Eine Produktkategorie aber wird keine besondere Ehrung bekommen, wenn kommende Woche bei den „Red Dot Awards“ im Essener Aalto-Theater die besten Designs weltweit ausgezeichnet werden: Klimaanlagen. Peter Zec, Chef des Awards, sagt, die Kategorie sei noch nicht stark ausgeprägt: „Früher gehörten Klimaanlagen in Autos noch keineswegs zur Standardausstattung und auch heute sind sie – zumindest in unseren Breitengraden – in Wohnhäusern eher die Ausnahme.“

CHS Smart Air Conditioner: Monolithen der Kühlung. Foto: Red Dot

In der Kategorie 33 („Heating and Air Conditioning Technology“) sind in diesem Jahr 98 Produkte gewürdigt worden. Lediglich 20 davon sind Klimaanlagen. Die meisten von ihnen stammen aus Asien, keine einzige aus Deutschland.

„Klimaanlagen sind in den industriestarken Ländern Europas noch vergleichsweise wenig verbreitet – deutlich weniger als in Regionen, in denen sie aufgrund der klimatischen Bedingungen unverzichtbar sind“, sagt Zec. Mit dem Zusatz „Best of the Best“ des „Red Dot“ dürfen sich zwei Geräte schmücken, jedoch keine Klimaanlage: Den Preis räumten ein Luftreiniger und ein Batteriespeicher ab.

Bosch Monoblock Klimananlage: Kühlung mit Rüssel. Foto: Bosch

Anders als bei Batteriespeichern haben die meisten Menschen wohl den Anspruch, dass eine Klimaanlage in ihrer Wohnung gut aussieht – oder ihr Heim zumindest nicht hässlicher macht. Wer seine Wohnräume herunterkühlen möchte, kommt schließlich nicht umhin, die Geräte auch in dem Zimmer arbeiten zu lassen, dessen Temperatur sie senken möchten.

Derzeit entspinnt sich in Deutschland eine Diskussion, ob mehr Klimaanlagen verbaut werden müssten. In Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen mag es zweit- bis drittrangig sein, wie die Anlagen aussehen.

Sowohl Hausbesitzer als auch Menschen in Eigentums- oder Mietwohnungen fragen sich allerdings, wie sie eine Klimaanlage möglichst ästhetisch in ihren Wohnraum integrieren können.

Technisch sind sogenannte Split-Klimaanlagen für Hausbesitzer problemlos zu installieren. An der Außenwand erzeugt das Aggregat die kühle Luft, im Innenraum verteilt sie ein zweites Gerät. Der nötige Durchbruch der Wand bedarf keiner Zustimmung, solange Geräuschemissionen berücksichtigt werden. Bei einer Wohngemeinschaft sieht das schon anders aus. Die Eigentümergemeinschaft muss zustimmen, damit die Wand durchbrochen werden darf.

LGs Whisen Collection Objet: Die Kühle der Säule. Foto: LG Electronics

Selbst wenn es einen solchen Beschluss gibt, hilft das der Ästhetik nur bedingt. Bislang scheinen die Produzenten der im Innenraum sichtbaren Teile der Split-Klimageräte sich mit wenig Design zufriedenzugeben. Es handelt sich schlicht um schmale Kästen, die an der Wand hängen.

Erst im Jahr 2007, so schreibt es der Hersteller Hitachi selbst, führte man in der Shirokumakun S-Serie eine „metallische Zierleiste“ an den Geräten ein, deren „einziger Zweck“ es war, „eine emotionale Reaktion beim Kunden hervorzurufen“ und ihn „mehr als nur ein Gerät sehen zu lassen“.

Knapp 20 Jahre später spüren Bewohner angesichts der Ästhetik der Geräte vermutlich eher: nichts. Wer keine Wand durchbohren kann, dem bleibt noch die sogenannte Monoblocklösung, wie sie auch Bosch anbietet. Sie erfordert, einen weißen Rüssel durch ein Fenster nach außen zu legen. Weiß, ein wenig abgerundet, wirkt diese Art der Klimaanlage wie ein aufgeblasener Wassertank – oder Star-Wars-Held R2D2 nach einem Hungerstreik.

Samsungs Windfree Pro: Symbiose aus Funktion und Gestaltung. Foto: Red Dot

Bis es hierzulande so weit ist, dass formschöne Geräte wie Samsungs mit einem „Red Dot Design Award“ bedachter „Bespoke AI Windfree Pro“ im Wohnzimmer zur Standardausrüstung gehören, wird wohl noch eine Weile vergehen. Das lässt die Diskussion um die Sinnhaftigkeit von Klimaanlagen in Wohnräumen erahnen. Wo keine Nachfrage, da kein Angebot.

Und wenn sie steigt, ergeben sich neue Probleme: „Der steigende Bedarf an Klimaanlagen und ihre zunehmende Produktion treibt den Klimawandel jedoch zugleich weiter voran – ein wahres Paradoxon“, sagt Peter Zec.

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Die Fortschritte bei der Gestaltung von Geräten für die Innenräume scheinen ebenfalls zaghaft. Das Unternehmen LG kann sich immerhin über einen „if Design Award“ für seine „Whisen Objet Collection“ freuen. Zielgruppe: Afrika und Asien. Verfügbarkeit in Deutschland: keine.

Hisense Central Air Conditioning Outdoor Unit: Ästhetische Inszenierung des Erforderlichen. Foto: Red Dot

Immerhin gibt es die Modelle der Serie Artcool auch hierzulande zu kaufen. Sie tarnen sich als Bilderrahmen. Nutzer können darin ihre eigenen Wunschmotive platzieren, während aus dem Holzrahmen kühlende Luft strömt. Geeignet ist das Produkt für eine Fläche von fünf bis 40 Quadratmetern.

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Dass die eigentliche Kühlung in einem Außengerät an der Hauswand erfolgt, das rein funktional ist und nicht schön aussieht, muss die Nutzer nicht stören: Wer drinnen sitzt, sieht es nicht.

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Erstpublikation: 03.07.2026, 04:00 Uhr.

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  • Wann wird sich das Design von Klimaanlagen in Europa verbessern?
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This article was originally published by Handelsblatt.

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