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KNDS IPO: A Test for European Defense Stocks
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Handelsblatt02.06.2026Business5 dk okumaGermany

KNDS IPO: A Test for European Defense Stocks

L'essentiel

  • German-French defense firm KNDS plans a major IPO in June, potentially valued between €15-20 billion.
  • This move could pave the way for other European defense companies, including startups like Quantum Systems and Destinus, to go public, signaling a growing investor appetite for the sector.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

The German-French defense company KNDS is planning an Initial Public Offering (IPO) in June, potentially becoming the largest European defense IPO of the year. This follows increased investor interest in the defense sector due to the war in Ukraine and a push to strengthen European armies.

Taille de police

Heilbronn. Es könnte schnell gehen bei KNDS: Nach der Vorlage der Bilanz Ende Mai könnte der deutsch-französische Rüstungskonzern in den kommenden Wochen an die Börse gehen. Geht es nach den Eigentümern, soll der wohl größte europäische Börsengang (IPO) in der Rüstungsbranche des Jahres noch im Juni stattfinden.

Das Umfeld für den Hersteller des Panzers Leopard, der zu einer Hälfte deutschen Eigentümerfamilien und zur anderen dem französischen Staat gehört, ist günstig: KNDS hat viele Aufträge verzeichnet, der französische Präsidentschaftswahlkampf beginnt erst im Herbst.

Zwischen 15 und 20 Milliarden Euro könnte der Panzerhersteller wert sein. Die bestehenden Shareholder wollen gut 20 Prozent an die Börse bringen. Läuft das Debüt gut, so die Einschätzung auf der Konferenz „TECH by Handelsblatt“ in Heilbronn, könnten rasch weitere Rüstungsfirmen folgen.

Vier Jahre nach Beginn des Ukrainekriegs und fast ein Jahr nach der Ankündigung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), die Bundeswehr zur stärksten konventionellen Armee Europas aufzurüsten, wächst die Bereitschaft der Kapitalmärkte, Firmen aus der europäischen Verteidigungsindustrie aufzunehmen. Den Auftakt machte im Januar in Europa die tschechische CSG. Anfang März folgte der Lübecker U-Boot-Zulieferer Gabler, später der Hamburger Rüstungszulieferer Vincorion.

Der Schritt von KNDS, so die Hoffnung der Branche, könnte Voraussetzungen für weitere Börsengänge schaffen. Besonders Rüstungs-Start-ups wie der deutsche Drohnenhersteller Quantum Systems und der Schweizer Flugzeugbauer Destinus könnten laut Bankern und Investoren für kommendes Jahr Kandidaten sein. Weder Quantum Systems noch Destinus wollten dazu Stellung nehmen.

Lange waren solche Schritte in Deutschland nicht denkbar – weil es fast keine wagniskapitalfinanzierten Jungfirmen in dem Sektor gab, diese nicht groß genug waren und der Kapitalmarkt für sie verschlossen war.

Inzwischen machen Start-ups laut einer KfW-Studie 16 Prozent der Unternehmen in der Verteidigungsbranche aus. Zugleich sind die Wachstumserwartungen der deutschen Risikokapitageber weiterhin hoch: 96 Prozent prognostizieren laut einer KfW-Erhebung für diesen Bereich hohe oder sehr hohe Wachstumschancen. Die Investitionen der deutschen Jungfirmen verdoppelten sich im vergangenen Jahr laut dem Datendienstleister Pitchbook auf knapp 1,07 Milliarden Euro.

Die Frage ist, ob der Kapitalmarkt nicht nur traditionelle Rüstungsfirmen aufnimmt, sondern auch die Newcomer. Es ist lange her, dass in Deutschland wagniskapitalfinanzierte Start-ups an den Aktienmarkt gegangen sind.

„KNDS ist der Lackmustest, ob der Markt in Europa diese Börsengänge absorbieren kann“, sagt Investor Felix Haas von 10x Founders auf der TECH.

Und Investor Christian Saller von HV Capital sagt: „Nach fünf Jahren Durststrecke wäre ein großer Börsengang ein starkes Signal, dass der Kapitalmarkt für Tech-Unternehmen wieder offen ist.“ Die Börsengänge von Zalando und Hellofresh seien vor wenigen Jahren wichtige Katalysatoren gewesen. Saller meint damit, dass durch IPOs Geld an die Investoren wie auch Gründer zurückfließt, welches diese später in den Sektor zurückinvestieren.

Die Summen sind bereits jetzt hoch. Insidern zufolge könnte die Bewertung von Quantum Systems bei mehr als zehn Milliarden Euro liegen, bei Destinus dürfte es mindestens die Hälfte dieser Summe sein.

Doch nicht alle Investoren sind überzeugt, dass der Traditionskonzern KNDS den Weg bereitet. „Das öffnet nur die Tür für institutionelles Vertrauen in den Sektor, nicht automatisch für die jungen Firmen“, sagt Rüstungsexperte Ibrahim Köran vom Investor Heliad. KNDS sei im Markt für die profitablen Platzhirsche unterwegs, nicht für die schnell wachsenden, softwaredefinierten Herausforderer. Deswegen sei das eine völlig andere Aktiengeschichte.

Start-up-Experte Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) rechnet damit, dass das Umfeld für Börsengänge in Deutschland schwierig bleibt – auch nach einem KNDS-IPO. Es mangele an risikobewussten Investoren, zumindest in Deutschland.

Jan Becker, Gründer und CEO des Software-Start-ups Apex AI, verweist darauf, dass das amerikanische Umfeld immer noch Vorteile für Gründer und schnell wachsende Technologieunternehmen im Verteidigungsgeschäft hat. Denn das US-Militär habe immer noch ein deutlich größeres Auftragsvolumen als die jeweils einzeln bestellenden europäischen Staaten.

Noch sind ohnehin nicht alle Fragen vor dem Börsengang von KNDS geklärt. Erst Mitte Mai erklärte die Bundesregierung, zwischen 30 und 40 Prozent der Aktien von den deutschen Eigentümerfamilien erwerben zu wollen. So will die Bundesregierung „Augenhöhe“ mit dem französischen Staat halten, der nach dem Börsengang mit 40 Prozent größter Einzelaktionär wäre. Um ein Übernahmeangebot zu vermeiden, müsste die Übernahme noch vor dem IPO erfolgen.

Für Anleger wäre die Übernahme der Familienanteile durch den Bund kein gutes Szenario: Käme es so, lägen 80 Prozent der Aktien bei jenen staatlichen Akteuren, die derzeit fast im Alleingang die Auftragsbücher füllen.

Köran von Heliad ist überzeugt, dass der eigentliche Test nach dem Börsengang von KNDS noch aussteht, „nämlich der erste Börsengang eines softwaredefinierten Neo-Primes in Frankfurt oder Paris“. Das könnte dann tatsächlich Quantum Systems Anfang 2027 sein. Neo-Primes sind Rüstungsfirmen, die ihre gesamte Wertschöpfungskette in eigener Regie abbilden

Das derzeit wertvollste deutsche Rüstungs-Start-up, der Drohnenhersteller Helsing aus München, scheint jedenfalls Quantum Systems den Vortritt bei einem möglichen Börsengang lassen zu wollen. Ähnlich wie Quantum Systems arbeitet Helsing zunächst an einer größeren Finanzierungsrunde, wie sie vor Aktienmarktdebüts üblich ist. Danach dürfte Helsing Insidern zufolge mit 18 Milliarden Dollar bewertet werden. Der eigentliche Börsengang dürfte dann wohl später als bei Quantum Systems erfolgen.

À surveiller

Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes

  • KNDS IPO will take place in June.

    Très probable · En quelques semaines

  • Other European defense companies will follow KNDS to the stock market.

    Probable · En quelques mois

  • Quantum Systems could go public in early 2027.

    Possible · En quelques mois

Questions ouvertes

  • Will the KNDS IPO be successful and pave the way for other defense companies?
  • How will the German government's potential stake affect KNDS's stock performance and governance?
  • Can European defense startups successfully tap into capital markets?
  • What is the exact valuation and percentage of shares KNDS will offer?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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