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Kuba: Versorgungskrise erklärt an einem Sack Reis
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Spiegel Ausland25.05.2026Monde3 dk okumaGermany

Kuba: Versorgungskrise erklärt an einem Sack Reis

L'essentiel

  • Kuba leidet unter einer schweren Versorgungs- und Wirtschaftskrise.
  • Lebensmittel wie Reis sind unerschwinglich geworden, staatliche Läden sind leer.
  • Stromausfälle und Gasmangel zwingen die Bevölkerung zum Improvisieren, während die Armut grassiert.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

Cuba is experiencing a severe energy and economic crisis, making basic foodstuffs like rice unaffordable. Daily power outages and a lack of cooking gas force residents to improvise with wood and coal. State-run food distribution centers are empty.

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Um zu essen, muss die Kubanerin Yordana Hernández jeden Tag improvisieren. Die Läden sind leer, Gas zum Kochen gibt es nicht, Verlass ist höchstens auf Stromausfälle. Nicht nur Trump und seine Ölblockade sind schuld an der Misere.

Aus Cienfuegos berichtet Jens Brambusch

Als das Licht in der Küche von Yordana Hernández kurz flackert, richtet sie ein Stoßgebet gen Himmel. »Bitte, bitte, jetzt keinen Stromausfall.« Der Reis im Kocher braucht nur noch wenige Minuten. »Si no hay arroz, no hay comida«, zitiert die 46-Jährige eine kubanische Redewendung: Wenn es keinen Reis gibt, hat man nicht gegessen. Auf dem Herd köcheln getrocknete Bohnen. Elvis, ihr Mann, steht seit Stunden auf dem kleinen Balkon und beäugt die Glut unter dem Kochtopf, in dem ein Stück Schweinefleisch gart. Yordana erwartet Besuch, hat ausländische Freunde eingeladen, alles soll perfekt sein. Schweinefleisch mit Bohnen und Reis ist ein Klassiker der kubanischen Küche. Seit Wochen freut sie sich auf dieses selten gewordene Festmahl.

In der Energie- und Wirtschaftskrise sind Lebensmittel für viele Kubaner unerschwinglich geworden. Selbst Reis, das Grundnahrungsmittel Nummer eins, ist ein Luxusgut. Laut einer Studie des Observatorio Cubano de Derechos Humanos (OCDH), einer spanischen NGO, leben 89 Prozent der Kubaner in extremer Armut; sieben von zehn Einwohnern verzichten regelmäßig auf Mahlzeiten. Die Uno warnt seit Monaten vor einer humanitären Katastrophe.

»Wir müssen improvisieren«, sagt Yordana. »Jeden Tag. Nichts ist mehr normal.« Täglich fällt der Strom aus – mal für einige Stunden, mal für mehrere Tage. »Letzte Woche hatten meine Schwiegereltern vier Tage am Stück keine Elektrizität.« Auch Kochgas ist Mangelware, weshalb viele Kubaner nur noch mit Holz und Kohle kochen. Propan ist ein Nebenprodukt der Ölraffinierung – ohne Öl kein Gas.

89 Prozent der Kubaner leben in extremer Armut

»Die Lage ist katastrophal«, sagt Yordana. Sie reckt den kleinen Finger ihrer rechten Hand in die Luft – so abgemagert seien manche ihrer Nachbarn. Vor allem Alte und Kranke, die keine Verwandten in den USA oder Europa haben, litten an Hunger; einige seien bereits gestorben. Die Preise auf dem freien Markt sind explodiert, die Bodegas – die staatlichen Vergabestellen für subventionierte Lebensmittel – leer. »Seit zwei Monaten«, sagt Yordana, «sind keine neuen Waren gekommen.« Zum Beleg zeigt sie ihr »Libreta«, das Rationierungsheft. Im März und April kein einziger Eintrag.

Questions ouvertes

  • What specific actions are being taken by the Cuban government to address the crisis?
  • What is the exact nature and impact of the 'oil blockade' mentioned?
  • How are international aid efforts being coordinated and delivered?
  • What are the long-term prospects for the Cuban economy and its citizens?

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This article was originally published by Spiegel Ausland.

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