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Küchenschwämme: Keime sind unsichtbar und gefährlich
Santé
Die Welt02/07/2026Santé3 min de lectureGermany

Küchenschwämme: Keime sind unsichtbar und gefährlich

L'essentiel

  • Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt, dass Küchenschwämme auch ohne sichtbare Verschmutzung voller gefährlicher Keime wie E. coli und Salmonellen sein können.
  • Die Keime verbreiten sich leicht und erfordern regelmäßigen Schwammtausch oder Reinigung bei über 70°C.
  • Alternativen sind Spülbürsten und Mikrofasertücher.

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Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat untersucht, wie unzuverlässig Aussehen und Geruch von Küchenschwämmen als Indikatoren für Keimfreiheit sind und wie leicht sich Keime von Schwämmen verbreiten.

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Wie oft wechseln Sie Ihren Küchenschwamm? Tun Sie das immer nur dann, wenn er unangenehm riecht oder unschön aussieht, dann dürfte das womöglich eines sein: zu selten. Denn Aussehen und Geruch sind dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge ein sehr unzuverlässiges Zeichen für die Unbedenklichkeit von Schwämmen.

Oder anders gesagt: Man merkt Schwämmen nicht an, dass sie voller Keime stecken. Bei einer Untersuchung am BfR konnten Forscher jedenfalls keine auffälligen Veränderungen an ihren mit Escherichia coli und Salmonellen kontaminierten Versuchsschwämmen feststellen. Die sahen nämlich weder sichtbar verschmutzt aus noch schmierig – obwohl sie die Erreger, die Lebensmittelinfektionen mit Durchfall und Co. verursachen können, in verschiedenen Keimzahlen enthielten.

Und nicht nur das: Die Untersuchung zeigt laut BfR auch, dass bereits leichter Druck ausreicht, um die Keime von den Schwämmen auf eine Oberfläche zu übertragen. Wird der Küchenschwamm also erst mal von gefährlichen Keimen bewohnt, verteilt man die womöglich ganz fix in der ganzen Küche.

Auf den Schwamm können die Keime übrigens etwa über die Zubereitung von rohem Hähnchenfleisch gelangen. Dort finden sie dann ein nettes Zuhause – mit Lebensmittelresten als Futter. Denn die verfangen sich leicht in so einem Schwamm. Gute Bedingungen also, um sich fröhlich zu vermehren.

Wann also sollte man den Küchenschwamm am besten entsorgen? Das kommt darauf an, wofür man ihn nutzt – und wer im Haushalt lebt. Sind darunter auch Kranke, Kinder oder ältere Menschen, heißt es lieber einmal öfter tauschen. Das BfR rät außerdem immer dann zum Schwammtausch, wenn man mit dem guten Stück Oberflächen gereinigt hat, die mit rohem Fleisch in Kontakt gekommen sind.

Wer Schwämme nicht dauernd wegwerfen will, kann deren Keimbelastung aber auch verringern, indem man die Schwämme mindestens zwei Minuten lang in über 70 Grad heißes Wasser gibt. Oder man verzichtet gleich ganz auf die Teile.

Auf Spülbürsten etwa ist die Vermehrung von Bakterien weniger hoch als auf Spülschwämmen. Das zeigt etwa eine portugiesisch-norwegische Studie, die 2021 in der Fachzeitschrift „International Journal of Food Microbiology“ veröffentlicht wurde.

Das BfR nennt auch Mikrofaser-Tücher als Alternative. Sie trocknen schneller als Schwämme – und können demnach auch in der Spül- bzw. Waschmaschine gereinigt werden. Damit die Keimbelastung hier wirksam verringert wird, sollte man allerdings Programme mit Temperaturen von mindestens 60 Grad verwenden.

Grundsätzlich sollte in der Küche gerade jetzt im Sommer besonders auf Hygiene geachtet werden. Sicheren Schutz vor gefährlichen Keimen bietet vor allem Hitze. Werden Lebensmittel so stark gegart, dass in ihrem Kern auch zwei Minuten lang mindestens 70 Grad Celsius erreicht werden, haben auch Krankheitserreger keine Chance.

Zur Hygiene in der eigenen Küche gehört auch, für rohes Fleisch und Geflügel möglichst eigene Schneidebretter und Messer zu verwenden. So wird verhindert, dass Keime unbemerkt auf andere Lebensmittel verschleppt werden, die nicht gekocht oder gebraten werden. Wichtig ist es, zwischendurch auch immer wieder einmal die Hände gründlich mit Wasser und Seife zu waschen.

Tiefkühlware sollte im Kühlschrank oder in der Mikrowelle aufgetaut werden; die Temperatur im Kühlschrank sollte maximal sieben Grad betragen, aber besser noch unter fünf Grad liegen. Abtauwasser von tiefgekühltem Fleisch oder Geflügel sollte aufgefangen und entsorgt werden.

Besondere Achtsamkeit erfordert auch der Umgang mit Grillfleisch. Liegt es im Garten am Grill zu lange in der Sonne und wird nicht gründlich durchgegrillt, kann es schlimmstenfalls zu einer Infektion kommen. Das gilt vor allem für Geflügel- und Schweinefleisch. Gegrillte Steaks und Würstchen sollten auf keinen Fall in die Schale gelegt werden, in der zuvor das rohe Fleisch gelegen hat.

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This article was originally published by Die Welt.

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