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Lage in Ceuta entspannt sich leicht, EU-Staaten reagieren auf Migrationswelle
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Spiegel Auslandil y a 1 heurePolitique3 min de lectureGermany

Lage in Ceuta entspannt sich leicht, EU-Staaten reagieren auf Migrationswelle

L'essentiel

  • Nach einem massiven Migrantenzustrom nach Ceuta und Melilla kehren tausende Menschen nach Marokko zurück.
  • Spaniens Ministerpräsident Sánchez sprach von einem "Angriff" auf die territoriale Integrität, während mehrere EU-Staaten, darunter Deutschland, Frankreich und Italien, mit verstärkten Grenzkontrollen und Debatten über Asylreformen reagieren.

Résumé généré par IA

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In den letzten Tagen kam es zu einem massiven Zustrom von Migranten aus Marokko in die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla, was zu einer humanitären Krise und politischen Reaktionen in Europa führte.

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Die Lage in Ceuta scheint sich etwas zu entspannen: Immer mehr Menschen, die in den vergangenen Tagen die spanische Exklave in Nordafrika erreicht hatten, kehren offiziellen Angaben zufolge nach Marokko zurück.

Bis zum Abend seien es bereits mehr als 48.000 gewesen, berichteten der spanische Sender RTVE und die Zeitung »El País« übereinstimmend. Die Medien beziehen sich auf Zahlen des spanischen Innenministeriums. Insgesamt sollen bis zu 60.000 Migrantinnen und Migranten aus Marokko nach Ceuta gekommen sein. Zum Vergleich: In der Stadt leben rund 80.000 Menschen, sie ist keine 20 Quadratkilometer groß.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach bei einem Besuch in Ceuta von einem »Angriff« und einer »Verletzung der territorialen Integrität« seines Landes. Erstmals seit 2021 – damals überquerten etwa 10.000 Menschen innerhalb weniger Tage die Grenze – setzt die Regierung in Madrid wieder Militär ein, um die Grenzsicherung zu unterstützen. Und obwohl Kritikerinnen und Kritiker Marokko für das Chaos mindestens mitverantwortlich machen, mied Sánchez zumindest bei seinem Besuch jeden Vorwurf gegen den afrikanischen Staat.

Derweil werden immer mehr Leichen geborgen: Am Abend waren es bereits 57 Tote. Laut Behörden ertranken die meisten der Menschen bei dem Versuch, in die spanische Exklave zu gelangen. Warum genau die Marokkanerinnen und Marokkaner nach Ceuta wollten, dafür gibt es mehrere Erklärungsansätze. Ein Auslöser könnte ein Urteil des Obersten Gerichtshofs in Spanien gewesen sein. Jedoch ist auch die Unzufriedenheit innerhalb der jungen Generation Marokkos groß.

Probleme auch in Melilla

Auch in die zweite spanische Nordafrika-Exklave Melilla versuchten Berichten zufolge Menschen irregulär einzureisen. Am Freitagabend hätten in Melilla rund 500 Personen versucht, die Grenze von Marokko aus zu überqueren, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE. Die Sicherheitskräfte seien im Einsatz gewesen.

Zwei Stunden später, um 21.00 Uhr, habe es einen weiteren Versuch gegeben, den Grenzzaun zu überwinden. Mehrere Menschen haben dem Bericht zufolge Steine auf die Beamten geschleudert, während die Sicherheitskräfte Tränengas eingesetzt hätten. Zunächst war unklar, ob einige der Migranten nach Melilla gelangt waren. Der Grenzübergang Beni Enzar ist seit Donnerstagabend geschlossen.

Mehrere EU-Staaten sichern Grenzen

Die Ereignisse haben in Europa kurz nach der lang erstrittenen Asylreform heftige politische Debatten ausgelöst. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach davon, dass der robuste Schutz der Außengrenzen der EU »entscheidend für die Bekämpfung illegaler Migration« sei. Er forderte von Spanien, »die Situation in Ceuta schnellstmöglich wieder in den Griff zu bekommen«. Ähnlich äußerte sich Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (CDU), während Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) die Lage in Ceuta zum Anlass nahm, um eine Verlängerung der deutschen Grenzkontrollen anzukündigen.

Auch Frankreich zog Konsequenzen: Angesichts des Andrangs in Ceuta sollen Einsatzkräfte an der Grenze zu Spanien strenger kontrollieren, wie der Élysée-Palast in Paris mitteilte. Demnach berate sich Frankreich mit den spanischen und marokkanischen Behörden zu der Lage. Macron schrieb auf der Plattform X , er habe dem spanischen Ministerpräsidenten jede notwendige Hilfe angeboten und Solidarität bekundet.

Italien, das keine Landgrenze mit Spanien teilt, kündigte ebenso Schritte an: »Die Regierung hat beschlossen, das Regime der freien Bewegung gemäß Schengen in den See- und Luftverbindungen mit Spanien vorübergehend auszusetzen und die Grenzkontrollen wieder einzuführen«, schrieb Italiens rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni auf X . Konkret: Bei Reisenden mit dem Flugzeug oder Schiff sollen wieder Grenzkontrollen durchgeführt werden.

Angesichts dieser und anderer Reaktionen mahnte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez seinerseits zur Achtung europäischer Verträge: »Solidarität und Mitgefühl sind freiwillig. Die Achtung der europäischen Verträge und der Datenlage ist es nicht«, schrieb Sánchez ebenso auf der Plattform X . Es sei an der Zeit, an einem starken und geeinten Europa weiterzubauen – und Europa nicht zu spalten.

Sánchez verwies auf Daten der EU-Grenzschutzbehörde Frontex, denen zufolge Spanien nicht der wichtigste Zugang für irreguläre Migration in die EU ist und seit 2021 deutlich niedrigere Zahlen aufweist als etwa die Mittelmeerroute über Italien, die Westbalkanroute und die Route über Griechenland. In den vergangenen fünf Jahren gelangten demnach 478.600 irreguläre Migrantinnen und Migranten über Italien in die EU. Über Spanien reisten im Vergleich dazu 234.760 Menschen irregulär ein.

Questions ouvertes

  • Was sind die genauen Gründe für den jüngsten massiven Migrationsversuch nach Ceuta?
  • Wie werden sich die Beziehungen zwischen Spanien und Marokko entwickeln?
  • Welche langfristigen Auswirkungen hat die Krise auf die EU-Asylreform und Schengen?

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This article was originally published by Spiegel Ausland.

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