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Macrons Investorengala: Frankreich lockt mit KI-Rechenzentren, leidet aber unter politischer Lähmung
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FAZ·2 sa önce·🇩🇪Germany·Business

Macrons Investorengala: Frankreich lockt mit KI-Rechenzentren, leidet aber unter politischer Lähmung

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#EmmanuelMacron#Versailles#Softbank#SchneiderElectric#KünstlicheIntelligenz#Investitionen#Wirtschaftspolitik#Frankreich
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Yayıncı
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Emmanuel Macrons alljährliche Investorengala im Schloss von Versailles kann sich sehen lassen. Das gilt gar nicht so sehr wegen der schwindelerregenden Summen, die dort präsentiert werden. Gewiss, Mammutprojekte wie die 45 Milliarden Euro, die allein Softbank aus Japan nach Frankreich pumpen will, lassen aufhorchen. Aber der Zeitraum erstreckt sich über mehrere Jahre, und in der Gesamtschau steht und fällt der Wohlstand nicht mit der Investitionstätigkeit eines einzelnen Akteurs. Oberste Priorität der Wirtschaftspolitik sollten deshalb nicht medienwirksame Gipfel sein, sondern bessere Rahmenbedingungen für alle. In Frankreich wie in Deutschland kann man es dabei mittlerweile schon als Erfolg verbuchen, wenn die allgemeine Steuer-, Abgaben- und Vorschriftenlast nicht noch weiter steigt.

Wichtiger als die exakten Milliardensummen ist das Signal, das von Versailles ausgeht. Denn Softbank steckt das Geld nicht in irgendwelche Anwendungen, sondern im Verbund mit dem französischen Technologiekonzern Schneider Electric in gewaltige Rechenzentrumskapazitäten für Künstliche Intelligenz – also einen Zukunftssektor, in dem gerade die Weichen gestellt werden. Frankreich gilt auf diesem Gebiet schon länger als attraktiv.

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Züge fahren pünktlicher als in Deutschland

Selbst wenn man den Versailler Glamour und Macrons Eloquenz beiseitelässt, steht der Standort unter Investoren hoch im Kurs. Im Vergleich zu Deutschland sind die Zuständigkeiten bei Großprojekten klarer, fahren die Züge pünktlicher und ist der Strom dekarbonisierter.

Doch es gibt auch die Schattenseite des französischen Standorts, zuvorderst die politische Lähmung – und diese hält inzwischen schon fast zwei Jahre an. Seither geht kaum noch etwas voran in der zweitgrößten Volkswirtschaft der EU. Obwohl die Staatsverschuldung galoppiert und der Reformdruck in der Sozialpolitik mindestens genauso groß ist wie in Deutschland, streitet sich die französische Politik über das Renteneintrittsalter. Das grenzt an Realitätsverweigerung, und wenig deutet darauf hin, dass im nun anlaufenden Präsidentschaftswahlkampf die wirtschaftspolitische Vernunft obsiegt. Dabei muss klar sein: Auch Großvorhaben können wieder abgesagt werden, wenn sich die Rahmenbedingungen verschlechtern. Die Geschichte lehrt, dass wenig so flüchtig ist wie ausländisches Investorenkapital.

This article was originally published by FAZ.

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