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Mutmaßlich antisemitischer Angriff in Höchberg: 65-Jähriger schwer verletzt
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Süddeutsche Zeitungil y a 2 heuresCrime3 min de lectureGermany

Mutmaßlich antisemitischer Angriff in Höchberg: 65-Jähriger schwer verletzt

Generalstaatsanwaltschaft München übernimmt Ermittlungen gegen 20-jährigen Syrer wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung.

L'essentiel

  • In Höchberg bei Würzburg wurde ein 65-Jähriger offenbar wegen eines Israel-Ansteckers schwer verletzt.
  • Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes; ein 20-jähriger Syrer sitzt in Untersuchungshaft.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

Nach Angaben der Ermittler soll ein 20-jähriger Syrer einen 65-Jährigen in Höchberg angegriffen haben. Auslöser soll ein Israel-Anstecker am Revers des Opfers gewesen sein, und die Behörden prüfen ein antisemitisches sowie ein islamistisches Motiv.

Taille de police

Aufgrund bestehender Anhaltspunkte für eine israelfeindliche und islamistische Tatmotivation hat die Generalstaatsanwaltschaft München die Ermittlungen übernommen. Mehrere Polizeistreifen nahmen den 20-jährigen Tatverdächtigen noch vor Ort vorläufig fest. Dabei soll sich der Mann zur Wehr gesetzt haben. Er wurde demnach zu Boden gebracht und gefesselt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde ein Polizeibeamter dabei leicht verletzt.

Nach Angaben der DIG erlitt der Geschädigte eine Kopfverletzung. Er soll zunächst auf der Intensivstation einer Klinik behandelt worden sein. Derzeit ist er noch in stationärer Behandlung. Ermittler bestätigten im SZ-Gespräch, dass an der Kleidung des 65-Jährigen ein Israel-Anstecker zu sehen war und er auf offener Straße attackiert worden sein soll. Allerdings müsse man für Details noch weitere Zeugenvernehmungen abwarten.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Würzburg erließ ein Ermittlungsrichter Haftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung gegen den 20-Jährigen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen syrischen Staatsangehörigen. Er war bereits in der Vergangenheit strafrechtlich in Erscheinung getreten, unter anderem wegen Körperverletzungsdelikten. Er befindet sich in Untersuchungshaft in einer bayerischen Justizvollzugsanstalt.

Der Angreifer habe den Tod des Geschädigten zumindest billigend in Kauf genommen, erklärt die Generalstaatsanwaltschaft. Man prüfe nun Hinweise auf ein religiös motiviertes Handeln oder auch ein israelfeindliches beziehungsweise antisemitisches Motiv des Mannes.

Bereits am frühen Abend des 19. Juli 2026 war der Mann von einer Polizeistreife auf dem Marktfest in Höchberg kontrolliert worden. Dort soll er Zeugenaussagen zufolge Personen belästigt haben. Zu strafbaren Handlungen war es dort – nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen – jedoch nicht gekommen.

Oberstaatsanwalt Andreas Franck, der Zentrale Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Justiz, teilte auf Anfrage mit, eine israelfeindliche und nicht ausschließbar eine islamistische Tatmotivation sei möglich. Angesichts der Schwere der Tat und der möglichen israelfeindlichen Tatmotivation des Beschuldigten habe er die Ermittlungen bei der Generalstaatsanwaltschaft übernommen.

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Würzburg ging mit dem Vorfall scharf ins Gericht. „Palästina-Flaggen hängen aus Fenstern, werden auf Demos geschwenkt, Parolen werden skandiert. Ein Israel-Anstecker am Revers reicht für die Intensivstation. Das ist Deutschland 2026.“ Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft erlitt der 65-Jährige zahlreiche Hämatome und einen Wirbelbruch.

Nach DIG-Angaben registrierte die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus, die Rias, im vergangenen Jahr 8725 antisemitische Vorfälle, mehr als 23 pro Tag. Darunter vier Fälle von extremer Gewalt, 178 Angriffe und 257 gezielte Bedrohungen. Allein 1551 Vorfälle wurden im Freistaat Bayern dokumentiert. Auch registriere die Rias einen wachsenden israelbezogenen Antisemitismus und eine Zunahme gezielter Bedrohungen gegen jüdische und israelische Einrichtungen.

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Würzburg hat zu einer Mahnkundgebung gegen antisemitische Gewalt aufgerufen. Sie soll am Freitag um 17 Uhr am Unteren Markt in Würzburg stattfinden. Es brauche klaren Widerspruch – auf der Straße, in politischen Bündnissen und überall dort, wo Antizionismus als legitimer Protest ausgegeben wird, heißt es in der Einladung.

DIG-Präsident Volker Beck sagte der dpa, er sei schockiert über den Angriff, und forderte eine rasche und harte Bestrafung des Angreifers. Wer sich als Freund oder Freundin Israels oder als jüdisch erkennbar macht, müsse um sein Leben bangen, sagte Beck. Das dürfe nicht mehr toleriert werden, und dem Klima, das solche Taten begünstigt, müsse von Demokratinnen und Demokraten klipp und klar entgegengetreten werden.

In einer Stellungnahme verurteilte Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig (Grüne) den feigen und menschenverachtenden Angriff in Höchberg auf ein in Würzburg lebendes Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft aufs Schärfste. Er wünsche dem 65-Jährigen von Herzen eine schnelle und vollständige Genesung.

Werde ein Mensch offenbar schon wegen des Tragens eines Israel-Ansteckers angegriffen, so sei dies ein unerträglicher Angriff auf die demokratischen Grundwerte und die offene Gesellschaft. Für die Würzburger Stadtgesellschaft gelte: Antisemitismus, Hass und Gewalt haben in Würzburg und der Region keinen Platz.

Die Stadt trete jeder Form von religiös oder ideologisch motiviertem Hass entgegen und stehe an der Seite jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie aller, die sich für Demokratie und Toleranz einsetzen.

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, betonte, er erwarte, dass die Möglichkeiten des Rechtsstaats zur Ahndung eines solchen Verbrechens vollumfänglich ausgeschöpft werden. Dieser Ausbruch brutaler Gewalt geschehe nicht im luftleeren Raum. Alle einschlägigen Statistiken belegten eine Verfestigung antisemitischer Vorfälle auf Rekordniveau, so Schuster. Eine Trendumkehr werde Politik und Zivilgesellschaft enorme Anstrengungen abverlangen. Dem Opfer des Angriffs wünschte Schuster eine schnelle und vollständige Genesung.

À surveiller

Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes

  • Die Ermittlungen werden sich auf die Frage des antisemitischen und islamistischen Motivs sowie auf zusätzliche Zeugenvernehmungen konzentrieren.

    Très probable · En quelques jours

  • Es wird weitere öffentliche Reaktionen und Forderungen nach Konsequenzen geben.

    Probable · En quelques jours

  • Der Fall bleibt Gegenstand regionaler und überregionaler Berichterstattung, bis Haft- und Ermittlungsfragen geklärt sind.

    Probable · En quelques semaines

Questions ouvertes

  • Wie genau lief die Eskalation zwischen dem 65-Jährigen und dem Tatverdächtigen ab?
  • Welche Zeugenaussagen werden die motivische Einordnung weiter stützen oder widerlegen?
  • Welche konkreten Vorerkenntnisse lagen den Behörden zum Tatverdächtigen vor?
  • Wird der Vorfall auch strafrechtlich als Hasskriminalität eingeordnet?

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This article was originally published by Süddeutsche Zeitung.

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