Nikkei überspringt 72.000er-Marke: KI-Euphorie überlagert geopolitische Sorgen
L'essentiel
- Der japanische Leitindex Nikkei erreichte erstmals über 72.000 Punkte, angetrieben von KI-Investitionen und Friedensgesprächen im Nahen Osten.
- Südkorea legte ebenfalls zu, während China die Leitzinsen unverändert ließ.
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Die asiatischen Aktienmärkte starteten positiv in die Woche, gestützt von Fortschritten bei den Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran sowie einem anhaltenden KI-Boom. Der japanische Leitindex Nikkei erreichte dabei ein neues Rekordhoch.
In Tokio überwog die Euphorie über Investitionen in Künstliche Intelligenz die geopolitische Unsicherheit. Der japanische Leitindex Nikkei übersprang erstmals die Marke von 72.000 Zählern. 22.06.2026 - 05:56 Uhr Artikel anhören
Elektronische Börsentafel in Tokio: Der Nikkei markiert ein Rekordhoch. Foto: REUTERS
Sydney, Tokio. Die Hoffnungen auf Fortschritte bei den Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran sowie ein anhaltender KI-Boom haben die asiatischen Aktienmärkte zum Wochenstart am Montag angetrieben.
Der japanische Leitindex Nikkei stieg um 1,4 Prozent auf 72.247 Punkte und übersprang damit erstmals die Marke von 72.000 Zählern. Zuvor hatte er ein Rekordhoch von 72.269,64 Punkten erreicht.
Der breiter gefasste Topix gewann 1,1 Prozent auf 4090 Zähler.
Der Leitindex in Südkorea legte dank einer starken Nachfrage nach Halbleiterwerten um 2,6 Prozent zu.
Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verbuchte ein Plus von einem Prozent.
Die chinesischen Blue Chips blieben dagegen unverändert.
In Tokio überwog die Euphorie über Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) die geopolitische Unsicherheit. „KI-bezogene Unternehmen spielen wieder einmal eine führende Rolle bei der Marktentwicklung“, sagte Wataru Akiyama, Aktienstratege bei Nomura Securities. „Eine hohe Wachsamkeit hinsichtlich der Entwicklungen im Iran und im Nahen Osten dürfte jedoch anhalten.“
Zu den größten Gewinnern zählten J.Front Retailing mit einem Kurssprung von 16,2 Prozent nach dem Einstieg eines aktivistischen Investors. Auch der Roboterbauer Fanuc und Yaskawa Electric legten um rund acht beziehungsweise neun Prozent zu. Zu den Verlierern gehörten Taiyo Yuden und Tokyo Electric Power mit Abschlägen von jeweils gut drei Prozent.
In China beließ die Zentralbank unterdessen die Leitzinsen den 13. Monat in Folge unverändert. Der einjährige Referenzzins (LPR) verharrte bei 3 Prozent, der fünfjährige bei 3,50 Prozent. Dies signalisiert, dass die Währungshüter trotz der anhaltenden Immobilienkrise keine Eile haben, die Geldpolitik weiter zu lockern.
„Das hartnäckige Problem der Gesamtwirtschaft ist nicht ein Mangel an Liquidität, sondern eine fehlende Kreditnachfrage“, erklärte Jing Sima, Chefstratege bei BCA Research. Die Regierung setze offenbar eher auf fiskalische Unterstützung in der zweiten Jahreshälfte als auf direkte Zinssenkungen.
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