Pistorius will notfalls Soldaten für Litauen verpflichten
L'essentiel
- Verteidigungsminister Pistorius kündigt an, notfalls Soldaten für die Bundeswehr-Brigade in Litauen zu verpflichten, falls sich nicht genug Freiwillige melden.
- Die Brigade soll bis Ende 2027 voll einsatzfähig sein.
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Die Bundesregierung hat die Stationierung einer Panzerbrigade in Litauen als Reaktion auf die russische Bedrohung zugesagt. Die Brigade soll die NATO-Ostflanke stärken und zur Abschreckung beitragen.
Liveblog Ukrainekrieg :
Pistorius will notfalls Soldaten für Litauen verpflichten
22.06.2026, 15:12Lesezeit: 1 Min.
Verteidigungsminister Boris Pistorius bei der Übung „Freedom Shield 2026“ der stationierten Panzerbrigade 45 der Bundeswehr in Litauen am Montagdpa
Verteidigungsminister: „Einsatzbereitschaft hat höchste Priorität“ +++ Tourismus auf der Krim gestoppt +++ Ukrainischer Angriff auf russische Raketenfabrik und Satellitenzentrum +++ alle Neuigkeiten im Liveblog
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Pistorius will notfalls Soldaten für Litauen verpflichten
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat versichert, dass die deutsche Panzerbrigade in Litauen mit 4.800 Soldaten bis Ende 2027 voll einsatzfähig sein wird. Bei seinem Besuch der ersten Übung der Truppe in Pabrade nahe der Grenze zu Belarus betonte er, dass er Soldaten zum Einsatz an der Ostflanke der NATO verpflichten werde, falls sich in Spezialbereichen nicht genug Freiwillige melden. „Die Einsatzbereitschaft hat höchste Priorität“, betonte er. In einem ARD-Interview war er bereits vor seiner Reise konkret geworden: Man gehe derzeit davon aus, dass „90, 95 Prozent wahrscheinlich freiwillig kommen werden“.
Die Stationierung der Panzerbrigade in Litauen wurde von der Bundesregierung als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch Russland zugesagt. Sie gilt als zentrales Element zur Stärkung der NATO-Ostflanke und soll zur Abschreckung und Verteidigung des Bündnisgebiets beitragen. Die künftig 4.800 Soldaten des Kampfverbands sollen von 200 zivilen Mitarbeitern unterstützt werden. Bislang sind rund 1.800 Angehörige der Bundeswehr in Litauen stationiert.
Nach Angaben des Verteidigungsministers haben sich bisher alle freiwillig entschieden, in den Auslandseinsatz zu gehen. Engpässe könnten aber vor allem in Spezialbereichen wie Technik, Logistik oder der ABC-Abwehr entstehen, sagte er der ARD. Dort sei der Kreis möglicher Bewerber deutlich kleiner als bei den Kampftruppen. Sollten die Freiwilligenzahlen nicht ausreichen, gebe es zunächst Personalgespräche. „Und im Zweifel wird dann auch eine Verpflichtung ausgesprochen“, sagte Pistorius.
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Russland: Ukraine bedroht Souveränität von Belarus
Die russische Regierung wirft der Ukraine vor, die Souveränität ihres engen Verbündeten Belarus zu bedrohen. Es gebe jedoch keinen Zweifel daran, dass die Führung in Minsk in der Lage sei, sich selbst zu verteidigen, erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Belarus mit Maßnahmen gedroht, sollte das Land nicht umgehend militärisches Gerät abziehen, das Russland nach seinen Worten zur Koordinierung von Angriffen auf die Ukraine nutzt. Der russische Staatschef Wladimir Putin und der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko würden die Äußerungen Selenskyjs besprechen, kündigte Peskow an.
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Berlin: E5-Treffen findet trotz Starmer-Rücktritts am Mittwoch statt
Trotz des Rücktritts von Großbritanniens Regierungschef Keir Starmer soll ein für Mittwoch angekündigtes Treffen der sogenannten E5-Gruppe zur Unterstützung der Ukraine in Berlin abgehalten werden. „Wir gehen davon aus, dass es wie geplant weiter stattfinden kann“, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius am Montag vor Journalisten. Bei dem Treffen will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit seinen Kollegen aus Großbritannien, Italien, Frankreich und Polen in Berlin zusammenkommen.
Mit Starmer habe die Bundesregierung in Großbritannien „immer einen verlässlichen und engen Partner gehabt in außenpolitischen und gerade die Ukraine betreffenden Fragen“, sagte Kornelius mit Blick auf den Rücktritt am Montagvormittag in London. Bei dem für Mittwoch in Berlin geplanten Treffen der E5-Staaten soll es um die weitere Unterstützung der Ukraine durch die europäischen Partner im russischen Angriffskrieg gehen. Nato-Generalsekretär Mark Rutte soll per Video zu dem Treffen zugeschaltet werden, das Teil der Vorbereitungen auf den Nato-Gipfel im Juli in Ankara ist.
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Nach ukrainischen Angriffen: Ferienlager auf der Krim gestoppt
Die Behörden auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim haben wegen ukrainischen Angriffen auf Versorgungswege und einer schweren Treibstoffkrise alle Ferienlager geschlossen sowie den Tourismus ausgesetzt. Seit Sonntag haben die Tankstellen auf der Krim den Verkauf von Benzin und Diesel an Privatpersonen und Unternehmen komplett eingestellt. Gouverneur Sergej Aksjonow begründete die Schließung der Ferienlager und die Unterbrechung des Tourismus bis zum 1. September am Montag auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit der öffentlichen Sicherheit. Die Regierung in Moskau erklärte, man bemühe sich, die Auswirkungen der gestörten Treibstofflieferungen auf der Krim zu begrenzen.
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Ukrainischer Angriff auf russische Raketenfabrik
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben eine Fabrik für Raketenelektronik in der russischen Oblast Woronesch getroffen. Bei dem Angriff seien luftgestützte Marschflugkörper zum Einsatz gekommen, teilte der Generalstab in Kiew mit. Das Werk sei wichtig für die russische Rüstungsproduktion. Der Gouverneur von Woronesch, Alexander Gussew, meldete Schäden an nicht näher bezeichneten Produktionsanlagen sowie drei Verletzte. Darüber hinaus seien die Fassaden mehrerer Wohnblocks und eine Reihe von Autos zu Schaden gekommen, schrieb er. Die russische Flugabwehr habe mehrere Angriffe abgefangen.
Gussew gab keine Details zu dem Unternehmen bekannt. Medienberichten zufolge handelt es sich um eine Fabrik, in der Transistoren und andere Elektronikbauteile hergestellt werden. Diese sollen auch für den Bau von Marschflugkörpern genutzt worden sein, die Russland bei seinen Angriffen auf ukrainische Städte einsetzt. Die in sozialen Netzwerken kursierenden Bilder und Videos deuten auf schwere Schäden am Werk hin. Es gibt noch keine offiziellen Angaben dazu, welche Art von Marschflugkörpern die Ukraine eingesetzt hat. Woronesch ist nur etwas mehr als 180 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
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Ukraine: Angriff auf russisches Satellitenzentrum bei Moskau
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben das russisches Satellitenkommunikationszentrum in Dubna angegriffen. Bei dem Angriff auf die Anlage in der Region Moskau sei starke Rauchentwicklung beobachtet worden, teilte der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte am Montag mit. Das genaue Ausmaß der Schäden werde derzeit noch ermittelt. Laut der Website der russischen Satellitenkommunikationsgesellschaft (RSCC) ist die Anlage in Dubna die größte Satelliten-Bodenstation in Russland und eine der größten in Europa.
Angriff größte Satelliten-Bodenstation in Russland
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Ukraine: Tote nach russischen Drohnenangriffen
In der Ukraine sind nach Angaben der Behörden bei russischen Drohnenangriffen mehrere Menschen getötet worden. In dem nordukrainischen Gebiet Sumy starben ein 13 Jahre alter Junge, sein Vater und seine Großmutter, wie die örtliche Staatsanwaltschaft mitteilte. Den Angriff um kurz vor fünf Uhr morgens Ortszeit überlebten demnach die Mutter und zwei Geschwister. In Saporischschja im Südosten des Landes starb eine Frau infolge eines russischen Drohnenangriffs, wie Gouverneur Iwan Fedorow auf Telegram mitteilte. Drei weitere Menschen seien verletzt worden.
Russland attackierte nach ukrainischen Behördenangaben in der Nacht auch mehrere zivile Handelsschiffe im Schwarzen Meer mit Drohnen. Auf einem Schiff unter der Flagge Panamas brach Vizeregierungschef Olexij Kuleba zufolge ein Feuer aus und ein Koch mit ägyptischer Staatsbürgerschaft kam ums Leben. Acht Besatzungsmitglieder mussten demnach evakuiert werden. Das Schiff sei nicht mehr seetüchtig gewesen, schrieb er.
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Krim-Hafenstadt Sewastopol sagt Open-Air-Veranstaltungen ab
In der Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim sind für Montag alle öffentlichen Open-Air-Veranstaltungen abgesagt worden. Das teilte Stadtgouverneur Michail Raswoschajew auf Telegram mit. Es werde auch keine Straßenbeleuchtung geben. Raswoschajew ruft die Bevölkerung zum Stromsparen auf. Zuvor hatten ukrainische Drohnenangriffe auf Versorgungswege und Energieanlagen zu einem Treibstoffmangel in der bei russischen Touristen beliebten Urlaubsregion geführt.
Erst am Wochenende griff die Ukraine die Krim abermals massiv an. Nach Behördenangaben wurden im Raum Kertsch mindestens vier Menschen getötet und mehrere Menschen verletzt. Nach Berichten in sozialen Netzwerken gab es mehrere Explosionen und Brände in verschiedenen Regionen der Halbinsel.
Einen Überblick zur Situation auf der Krim hat F.A.Z.-Korrespondent Stefan Locke hier aufgeschrieben:
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Vanessa Angermann
Russland wehrt Dutzende Drohnen über Moskau ab
Die russische Luftabwehr hat am frühen Morgen nach eigenen Angaben Dutzende Drohnen über Moskau abgeschossen. Insgesamt seien fast 60 auf die Hauptstadt zusteuernde Drohnen abgefangen worden, teilt Bürgermeister Sergej Sobjanin über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Rettungskräfte seien zu den Absturzstellen entsandt worden. Der Flugverkehr an den Hauptstadtflughäfen Scheremetjewo, Domodedowo und Wnukowo sowie im nahegelegenen Schukowski sei vorübergehend eingestellt worden, erklärt die Luftfahrtbehörde.
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Vanessa Angermann
Ukraine: Ein Toter bei russischem Raketenangriff auf Region Odessa
Bei einem russischen Raketenangriff auf die südukrainische Region Odessa wurden nach Angaben des örtlichen Gouverneurs ein Mensch getötet und drei weitere verletzt. Russland habe eine ballistische Rakete vom Typ Iskander auf einen landwirtschaftlichen Betrieb abgefeuert, teilt Gouverneur Oleh Kiper auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Dabei seien Fahrzeuge und Treibstofftanks in Brand geraten.
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Hanna Masa
Selenskyj erwartet Deeskalation von Minsk
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet vom belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko konkrete Schritte zur Deeskalation. „Lukaschenko muss über Worte hinaus Deeskalation demonstrieren“, sagte er in einem Interview ukrainischer Medien. Eine bloße Entschuldigung des engen Verbündeten Moskaus genüge nicht: „Sein „Ich entschuldige mich“ soll er für sich behalten, das funktioniert seit dem ersten Tag des Kriegs nicht mehr.“
Belarus gilt als engster Verbündeter Russlands. Beim Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 griff die russische Armee auch von belarussischem Gebiet aus in Richtung der ukrainischen Hauptstadt Kiew an, musste sich aber nach schweren Verlusten zurückziehen. Selenskyj spricht seit Wochen davon, dass Russland versuche, Belarus in den Krieg hineinzuziehen und warnt Minsk davor.
Lukaschenko hatte erst vor kurzem Moskau und Kiew aufgerufen, den Krieg zu beenden, da ein militärischer Sieg für beide Seiten unrealistisch sei. Zugleich betonte er, die Ukraine habe von Belarus nichts zu befürchten und entschuldigte sich bei Selenskyj.
Kiew sieht sich derzeit durch mehrere russische Relaisstationen auf belarussischem Gebiet bedroht. Solche technischen Zwischenstationen leiten Signale weiter; nach ukrainischer Darstellung nutzt Russland sie, um Drohnen bei Angriffen auf Ziele in der Ukraine zu steuern. Selenskyj hatte Lukaschenko bereits mehrfach aufgefordert, die Anlagen abzubauen: „Wenn sie es nicht abschalten, werden wir es abschalten, Punkt.“
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Ukraine greift Krim mit Drohnen an
Bei neuen massiven ukrainischen Drohnenangriffen sind auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim nach Behördenangaben im Raum Kertsch mindestens vier Menschen getötet worden. Nach den Attacken gebe es auch 28 Verletzte, teilte der von Moskau eingesetzte Krim-Chef Sergej Aksjonow am Morgen bei Telegram mit. Details nannte er nicht.
Nach Berichten in sozialen Netzwerken gab es mehrere Explosionen und Brände in verschiedenen Regionen der Halbinsel. Im Kraftstoffterminal der Hafenstadt Kertsch sei ein Feuer ausgebrochen, eine große Rauchwolke liege über der Region, berichtete das Telegram-Portal „Krymski Weter“ am Morgen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Behörden informierten in der Nacht auch über die Schließung der Krim-Brücke zwischen Kertsch und dem russischen Festland für den Autoverkehr. Auch der Hafen Kawkas auf der russischen Seite der Straße von Kertsch soll bei dem Angriff getroffen worden sein. Dort liegen ebenfalls ein Kraftstoffterminal und ein Öldepot. Die Ukraine versucht seit Wochen, mit den zunehmenden Angriffen die Krim von der Versorgung abzuschneiden.
Auf der Halbinsel gibt es eine Benzinkrise. Der von Moskau eingesetzte Statthalter von Sewastopol, Michail Raswoschajew, informierte am Morgen bei Telegram, dass sich die Kraftstofflieferungen weiter verzögerten. Die für Sonntag geplante Zuteilung von Benzin für Autofahrer müsse abgesagt werden, teilte er mit. Tanken sei nur für die operativen Dienste möglich.
Die Tourismusindustrie auf der Krim erwartet, dass in diesem Sommer wegen der ukrainischen Angriffe und der Versorgungskrise Millionen von Urlaubern wegbleiben. Russland hatte die Krim bereits 2014 annektiert und nutzt sie auch als Brückenkopf in seinem seit mehr als vier Jahren laufenden Angriffskrieg gegen die Ukraine.
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Parlamentarier fordern Schritte gegen Schattenflotte
Parlamentsabgeordnete aus Deutschland und Frankreich fordern mit einer gemeinsamen Initiative mehr konkrete Schritte gegen Schiffe der russischen Schattenflotte. Nötig seien verstärkte Kontrollen und die Festsetzung von Schiffen bei Verstößen gegen geltendes Recht, heißt es in einer Vorlage, die am Montag bei einer Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung beschlossen werden soll. Zudem werden zusätzliche diplomatische Bemühungen gegenüber den Flaggenstaaten von beteiligten Schiffen verlangt.
In Deutschland unterstützen Abgeordnete von Union, SPD und Grünen die an die Regierungen gerichtete Forderung. Mit der Schattenflotte versucht Russland, Sanktionen zu umgehen, die wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine für den Handel mit Öl und anderen Waren ve
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Bundeswehr-Brigade in Litauen wird bis Ende 2027 voll einsatzfähig sein.
Très probable · En quelques mois
Questions ouvertes
- Wie viele Soldaten werden tatsächlich verpflichtet?
- Welche Spezialbereiche sind am stärksten betroffen?
- Wie reagiert Russland auf die Verstärkung der NATO-Ostflanke?


