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Private-Equity-Investoren unter Druck: Geopolitische Krisen erschweren Verkäufe
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Handelsblatt19.05.2026Business5 dk okumaGermany

Private-Equity-Investoren unter Druck: Geopolitische Krisen erschweren Verkäufe

L'essentiel

  • Private-Equity-Investoren sehen sich mit seltenen Exit-Möglichkeiten und auseinanderklaffenden Preisvorstellungen konfrontiert.
  • Geopolitische Unsicherheiten verschärfen die Lage, was zu längeren Haltedauern und Schwierigkeiten bei der Kapitalbeschaffung führt.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

Private equity investors are facing a challenging environment characterized by scarce exit opportunities and a widening gap between buyer and seller price expectations. Geopolitical uncertainties add further pressure, forcing funds to hold onto investments longer while still needing to return capital to their investors. This situation is exacerbated by a general increase in geopolitical risks globally.

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Die geopolitischen Krisen erschweren den Verkauf von Beteiligungen – und lassen frisches Kapital knapper werden. Wie Finanzinvestoren nun gegensteuern. Hannah Krolle 19.05.2026 - 09:00 Uhr Artikel anhören

Finanzdaten: Schwere Zeiten für Private-Equity-Manager. Foto: Moment/Getty Images

Frankfurt. Private-Equity-Investoren geraten zunehmend unter Druck. Exit-Möglichkeiten sind rar, zugleich klaffen die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern häufig weit auseinander. Beteiligungen bleiben länger in den Portfolios – während die Fonds dennoch Kapital an ihre Geldgeber zurückführen müssen. Zusätzliche Belastung bringen geopolitische Unsicherheiten.

Wie Private-Equity-Unternehmen mit der Krise umgehen, zeigt eine aktuelle Untersuchung der Unternehmensberatung Alvarez & Marsal (A&M), die dem Handelsblatt vorab vorliegt. A&M hat dazu 200 Private-Equity-Investoren sowie Führungskräfte aus Portfoliounternehmen in neun europäischen Ländern befragt, unter anderem in Deutschland, Frankreich, der Schweiz, skandinavischen Ländern sowie Großbritannien.

Zwar wachsen Private-Equity-finanzierte Unternehmen weiterhin deutlich schneller als börsennotierte Vergleichsfirmen – beim Umsatz wie beim Ergebnis. Doch der Motor dieses Wachstums hat sich verschoben.

Lange prägten vor allem Umsatzschübe und Zukäufe die Entwicklung, inzwischen entsteht der Großteil der Ergebnisverbesserungen im Unternehmen selbst. Fonds setzen stärker auf Hebel, die sie unmittelbar steuern können: Kosten senken, Geschäftsbereiche neu ordnen, Abhängigkeiten vom Ausland reduzieren.

Die Auswertung von Alvarez & Marsal (A&M) zu abgeschlossenen Private-Equity-Transaktionen in Europa zeigt den Wandel deutlich: Bei den 2025 veräußerten Unternehmen stammt inzwischen mehr als die Hälfte des Gewinnwachstums aus gestiegener Profitabilität. 2023 lag dieser Anteil noch bei rund 20 Prozent. Das Umsatzwachstum hat dagegen spürbar an Gewicht verloren – sein Beitrag sank im selben Zeitraum von 79 auf 49 Prozent.

Fusionen und Übernahmen

Megadeals drohen ins Stocken zu geraten

Besonders die Optimierung der Kostenstruktur rückt nach Beobachtung von Steffen Kroner, Co-Head Deutschland bei A&M, in den Vordergrund. „Kosten lassen sich intern steuern, während Absatzmärkte extern bestimmt sind“, sagt er. Bis 2023 habe die Wertsteigerung vor allem auf Umsatzwachstum und Zukäufen basiert. Inzwischen verteile sich der Fokus aber gleichmäßiger auf Wachstum und operative Verbesserungen – auch, weil sich Letztere besser kontrollieren ließen, betont Kroner.

Anforderungen an Finanzinvestoren steigen

Höhere Bewertungen, längere Haltedauern und geopolitische Unsicherheiten erhöhen nach Kroners Worten die Anforderungen an Finanzinvestoren. Geopolitische Risiken prägten die operative Entwicklung der Portfoliounternehmen heute deutlich stärker als noch vor einigen Jahren, sagt er.

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Private Equity sitze auf Milliarden an „Dry Powder“, also abrufbarem Investitionskapital. Und dies in einer Welt, in der exogene Schocks zunehmend zum Normalzustand würden. „Was passiert, wenn der Umsatz signifikant absackt? Was, wenn ein Standort ausfällt, eine Fabrik brennt, wegen Kampfhandlungen nicht erreichbar ist – oder eine Region wie zuletzt der Mittlere Osten über Wochen stillsteht?“, fragt der Manager.

Er rät zu konkreten Schritten, um sich stärker von geopolitischen Risiken zu entkoppeln: „bewusste Redundanzen in Produktions- und Lieferketten, in den IT-Systemen, Puffer im Working Capital und klare Notfallpläne“.

Große Fondsabschlüsse bleiben aus

Als Folge der Multikrisen und der ausbleibenden Exits – also Verkäufe oder Börsengänge – fällt es Private-Equity-Häusern schwerer, frisches Geld bei Investoren einzusammeln. Das in Europa aufgebrachte Private-Equity-Kapital sank im vergangenen Jahr auf ein Zehnjahrestief und tendiert zu Jahresbeginn erneut nach unten. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle „European Asset Managers Industry Pulse“ von Morningstar.

Die Mittelbeschaffung steht nach Einschätzung von Johann Scholtz, Senior Equity Analyst bei Morningstar, weiter unter Druck – auch weil große Fondsabschlüsse von mehr als fünf Milliarden Euro ausbleiben. Zudem bremse die schwache Exit-Aktivität den Kapitalrückfluss an die Investoren, senke Reinvestitionen und trübe damit die Aussichten für künftige Kapitalzuflüsse zusätzlich, sagt Scholtz.

Bomben der US-Luftwaffe: Die Vielzahl an militärischen Konflikten belastet den Kapitalmarkt. Foto: Ben Birchall/PA Wire/dpa

Auch Alvarez & Marsal identifiziert dieses Problem in seiner Umfrage. Weil sich Exit-Zeiträume verlängern, gewinnt der Sekundärmarkt deutlich an Bedeutung: 43 Prozent der befragten Private-Equity-Häuser nutzen inzwischen Instrumente wie Fortsetzungsfonds – auf Englisch „Continuation Vehicles“. Das ist nahezu doppelt so viel wie im Vorjahr.

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Zugleich ist die Bereitschaft gesunken, Exits zu niedrigeren Bewertungen zu akzeptieren, von knapp 30 Prozent im Jahr 2025 auf nur noch sieben Prozent in der aktuellen Analyse.

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Continuation Vehicles dienen dazu, Beteiligungen aus einem Fonds in einen anderen zu überführen, sagt Kroner. Er sieht diese Entwicklung kritisch. Aus Investorensicht seien sie häufig „eine Übergangslösung und nicht die bevorzugte Exit-Strategie“. Und er fügt an: „Ein vollständiger Verkauf wäre in vielen Fällen wirtschaftlich sinnvoller, ist aktuell aber oft nicht umsetzbar.“

Auch die Renditen im Private-Equity-Segment geben Anlass zur Sorge, wie die Morningstar-Studie zeigt. Sie liegen derzeit unter den langfristigen Durchschnittswerten. Der langjährige Bewertungsaufschlag, den Private-Market-Manager gegenüber traditionellen Asset-Managern erzielen konnten, hat sich nach der jüngsten schwächeren Entwicklung deutlich verringert.

Für Investoren deutet das auf ein schwierigeres Umfeld hin als in früheren Phasen. Gleichzeitig können niedrigere Bewertungsniveaus bei Transaktionen einen günstigeren Einstieg ermöglichen – und damit langfristig auch die Aussicht auf höhere Renditen verbessern, sagt Scholtz.

Mehr: Milliardensummen für Europa: JP Morgan weitet Investitionsinitiative aus

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À surveiller

Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes

  • Increased utilization of 'Continuation Vehicles' as a primary strategy for managing exits.

    Probable · En quelques mois

  • Continued pressure on capital raising for new private equity funds.

    Très probable · En quelques mois

  • Shift in value creation drivers towards operational improvements over revenue growth and M&A.

    Très probable · Long terme

Questions ouvertes

  • What specific geopolitical events are most significantly impacting exit strategies?
  • How will the shift towards internal operational improvements affect the long-term growth potential of portfolio companies?
  • What is the outlook for the private equity capital raising environment in the next 12-18 months?
  • To what extent will 'Continuation Vehicles' become a standard practice versus a temporary workaround?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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