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Rossmann-Inhaber Roßmann distanziert sich von AfD und kritisiert Ungleichheit
Politique
Die Welt19/05/2026Politique2 min de lectureGermany

Rossmann-Inhaber Roßmann distanziert sich von AfD und kritisiert Ungleichheit

L'essentiel

  • Drogerieunternehmer Raoul Roßmann distanziert sich klar von der AfD und kritisiert die Ungleichheit seines Vermögens im Vergleich zu seinen Mitarbeitern.
  • Er spricht sich für höhere Erbschaftssteuern aus, lehnt aber eine Vermögensteuer ab.

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Raoul Roßmann, Inhaber der Drogeriekette Rossmann, hat sich in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ klar von der in Teilen rechtsextremen AfD distanziert. „Ich möchte Björn Höcke nicht bei uns in der Firma begrüßen“, sagte er in Bezug auf den in der Partei sehr einflussreichen Vorsitzenden der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag. Zum Erstarken der AfD sagte Roßmann: „Mich frustriert momentan weniger der Zugewinn der AfD. Mich frustriert, dass die Bundesregierung ihren Handlungsspielraum nicht nutzt.“

Einen wirtschaftlichen Vorteil für Unternehmen durch Rechtspopulisten wies er zurück: „Es profitieren vielleicht einige wenige Monopolisten. Aber viele Unternehmen verlieren.“ Mit Blick auf die Regierung Orbán in Ungarn, die er als „AfD-ähnlich“ bezeichnete, sagte er: „Ich bin überaus dankbar, dass Herr Orbán abgewählt worden ist.“ Raoul Roßmann ist einer der wenigen Unternehmer in Deutschland, die klar politisch Position beziehen.

Roßmann räumte im Interview auch ein, dass sein Vermögen gegenüber seinen Mitarbeitern ungerecht sei. Auf die Frage, ob es gerecht sei, dass er mehr besitze, als eine Kassiererin bei Rossmann je erarbeiten könne, sagte Rossmann-Chef: „Nein, das ist überhaupt nicht gerecht.“ Er fügte hinzu, das bestmögliche Wirtschaftsmodell müsse nicht per se moralisch einwandfrei sein. Er sprach sich für eine effizientere und gegebenenfalls auch höhere Erbschaftssteuer aus: „Wir hätten das ohne Weiteres ausgehalten und auch gern bezahlt“, sagte er. Eine Vermögensteuer lehnte er hingegen als „schrecklich ineffizient“ ab.

Zum Tesla-Boykott seines Unternehmens sagte Roßmann: „Ich wollte den Wahlkampf von Herrn Trump nicht mitfinanzieren.“ Zudem habe sich Tesla-Gründer Elon Musk „mit einer unglaublichen Penetranz in europäische Angelegenheiten eingemischt – da kam in mir einfach der Wunsch auf, mich zu wehren“.

Zur Nachfolge im Familienunternehmen sagte Roßmann: „Wenn der bestmögliche Nachfolger sich nicht in der Familie finden lässt, wird er außerhalb gefunden.“ Die „private Wohlstandsvermehrung der Erben“ bezeichnete er als „nebensächlich“: „Die ist sowieso längst abgeschlossen. Jeder wird genug haben.“

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This article was originally published by Die Welt.

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