Russland warnt vor Angriffen auf Kyjiw – EU bleibt vor Ort
L'essentiel
- Russland fordert Ausländer zur Flucht aus Kyjiw auf und droht mit Angriffen auf "Entscheidungszentren".
- Die EU bleibt laut ihrer Vertreterin vor Ort.
- Moskau begründet dies mit ukrainischen Angriffen, Kiew weist dies zurück und spricht von russischer Erpressung.
Résumé généré par IA
Pourquoi c'est important
Russland droht mit gezielten Angriffen auf Kyjiw und fordert Ausländer zur Ausreise auf. Dies geschieht nach schweren Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt und im Kontext des seit über vier Jahren andauernden Krieges.
Die EU-Vertretung werde in Kyjiw bleiben, betonte die Leiterin des dortigen EU-Büros, Katarina Mathernova. Russland wolle mit seinen Warnungen lediglich Panik säen und die Ukraine isolieren. Auch der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha rief die Verbündeten auf, sich der russischen Erpressung nicht zu beugen.
Die Führung in Moskau hatte am Montag Ausländer sowie Diplomaten aufgefordert, Kyjiw so schnell wie möglich zu verlassen. Die russischen Streitkräfte würden systematische Schläge gegen militärische und politische Entscheidungszentren in der Hauptstadt beginnen, hieß es aus dem Außenministerium.
Außenminister Sergej Lawrow rechtfertigte das Vorgehen in einem Telefongespräch mit seinem US-Kollegen Marco Rubio als Reaktion auf ukrainische Angriffe gegen Zivilisten. Moskau verwies dabei auf einen Drohnenangriff auf ein Studierendenwohnheim in Starobilsk in der von Russland kontrollierten Region Luhansk am Freitag. Dabei sollen 20 Zivilisten getötet worden sein, so die russische Seite (mehr hier). Die Ukraine wies dies zurück und erklärte, sie habe eine militärische Kommandoeinheit getroffen.
Die Drohungen folgen auf einen der schwersten Angriffe auf Kyjiw seit Beginn des Krieges vor mehr als vier Jahren. Diese waren eigentlich bereits als Vergeltungsaktion für Starobilsk gewertet worden. Am Sonntag hatte Russland die ukrainische Hauptstadt massiv beschossen und dabei auch eine atomwaffenfähige Hyperschallrakete vom Typ Oreschnik eingesetzt (hier mehr dazu). Es war das dritte Mal, dass diese Waffe zum Einsatz kam. Bei den Angriffen kamen in der Hauptstadt zwei Menschen ums Leben, 91 wurden verletzt.
Selenskyj beklagt schleppende US-Gespräche
Zahlreiche europäische Politiker, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, verurteilten den Angriff auf Kyjiw (mehr hier). Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beklagte in seiner abendlichen Videoansprache geringe Fortschritte mit den USA beim Ausbau der Produktion von Raketenabwehrsystemen und erklärte, er erwarte neue diplomatische Schritte aus Washington.
Zudem wurden bei schweren russischen Angriffen aus der Luft im Osten des Landes mindestens ein Mensch getötet und 15 weitere wurden verletzt. In der Hafenstadt Odessa sei ein Infrastrukturobjekt durch Beschuss zerstört worden, teilte Gouverneur Serhij Lyssak auf Telegram mit. Von den vier Verletzten sei einer seinen Wunden erlegen, schrieb er später.
In der Stadt Kramatorsk im Gebiet Donezk wurden derweil durch den Abwurf gelenkter Gleitbomben am Abend zwölf Personen verletzt. »Unter den Verletzten ist ein achtjähriger Junge«, schrieb der ukrainische Gouverneur der Region Wadym Filaschkin auf Telegram. Laut den örtlichen Behörden war es bereits der dritte schwere Angriff auf die Stadt im Tagesverlauf.
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
Russland wird weitere militärische Schläge gegen Kyjiw durchführen.
Probable · En quelques jours
Die EU wird ihre Vertretung in Kyjiw beibehalten.
Très probable · Immédiat
Die USA werden neue diplomatische Schritte unternehmen.
Possible · En quelques semaines
Questions ouvertes
- Wie wird die internationale Gemeinschaft auf die russischen Drohungen reagieren?
- Werden die USA ihre Unterstützung für die Ukraine im Bereich Raketenabwehr verstärken?
- Wie wird sich die Sicherheitslage für ausländische Vertretungen in Kyjiw entwickeln?
- Welche weiteren militärischen Eskalationen sind zu erwarten?



