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Russlands ökonomische Misere hinter der Stärke-Show
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Russlands ökonomische Misere hinter der Stärke-Show

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Hinter der Stärke-Show beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg wird Russlands ökonomische Misere immer offensichtlicher. Der Spielraum Europas wächst. Ein Gastbeitrag. Nico Lange 03.06.2026 - 15:26 Uhr Artikel anhören

Nico Lange ist Gründer und Direktor des IRIS-Instituts für Risikoanalysen und Internationale Sicherheit. Foto: klawe rzeczy, imago

Die Zahlen aus Russland sprechen eine klare Sprache: Die russische Wirtschaft steht am Abgrund. Die Einnahmen brechen weg, während die Ausgaben explodieren. Auch die einst vermeintlich unerschöpflichen finanziellen Reserven des Kremls sind längst zusammengeschmolzen. Gleichzeitig erodieren die sozialen Sicherungssysteme, und die Lebensverhältnisse verschlechtern sich spürbar.

Die Lebenserwartung stagniert bei 72 Jahren – in vielen Regionen liegt sie bei Männern sogar nur bei 64. Das Gesundheitssystem ist überlastet, chronisch unterfinanziert und technisch veraltet. Jeder dritte Russe ist auf staatliche Zahlungen angewiesen.

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Die Rubel-Inflation frisst Einkommen und Ersparnisse: Offiziell liegt sie bei sieben bis acht Prozent, bei Lebensmitteln jedoch über 20 Prozent und bei Medikamenten fast 18. In vielen Regionen ist sie noch höher. Reallöhne stagnieren, während die private Verschuldung steigt.

Russische Haushalte haben inzwischen Kredite von über 30 Billionen Rubel aufgenommen – ein historischer Höchststand. Zugleich wächst die Zahl der Menschen, die mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Rückzahlungen aufwenden müssen. Die Ausfallraten steigen, viele Familien finanzieren ihren Alltag inzwischen auf Pump.

This article was originally published by Handelsblatt.

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