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RetourRyan Goslings "La La Hand" auf dem "La La Land"-Plakat retuschiert
Ryan Goslings "La La Hand" auf dem "La La Land"-Plakat retuschiert
Culture
FAZil y a 7 heuresCulture4 min de lectureGermany

Ryan Goslings "La La Hand" auf dem "La La Land"-Plakat retuschiert

Zum zehnjährigen Jubiläum des Films wurde eine ungeliebte Geste korrigiert, was an andere berühmte Bildretuschen erinnert.

L'essentiel

  • Ryan Gosling ärgerte sich zehn Jahre lang über seine "La La Hand" auf dem Originalplakat von "La La Land".
  • Zum zehnjährigen Jubiläum des Films wurde diese unglückliche Handhaltung auf dem neu aufgelegten Poster retuschiert, was Parallelen zu historischen Bildretuschen und berühmten Handdoubles in der Filmgeschichte aufzeigt.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

Ryan Gosling hat sich in den letzten zehn Jahren wiederholt öffentlich über seine unglückliche Handhaltung auf dem Originalplakat des Films "La La Land" geärgert.

Taille de police

Viele haben vor zehn Jahren Emma Stone und Ryan Gosling in dem mitreißenden Musikfilm „La La Land“ singen und spielen gesehen. Was aber eine „La La Hand“ sein könnte, erschließt sich ihnen nicht unmittelbar. Es ist jedenfalls nicht die Hand Gottes, die wie im Mittelalter üblich als Pars pro Toto für den sicherheitshalber nicht in Gänze darzustellenden Himmelsvater aus den Wolken gen Erde reicht, um in einem eigentlich foulen Handspiel dem Erfolg von „La La Land“ beim Gewinnen der sechs Oscars wie weiland im Fußball-Juni 1986 „Manodona“ etwas nachzuhelfen. Vielmehr hat Gosling seine eigene Linke in einer zentralen Tanzszene des Films und vor allem auf dem Plakat so benannt. Zehn Jahre lang habe ihm die „La La Hand“ keine Ruhe gelassen. Während seine Tanzpartnerin Stone auf dem Poster von 2016 im kanariengelben Gewand ihren Arm formvollendet weit in den nachtblauen Himmel von LA ausstreckt und mit dem gesamten Körper einen eleganten Bogen beschreibt, knickt Gosling die linke Hand und damit den Bewegungsfluss flach ab.

Eine einzige missglückte Geste kann viel ruinieren

Das wirkt tatsächlich wahlweise wie der fatale Ententanz der frühen Achtziger, eine verunglückte „Walk like an Egyptian“-Geste (das Musikvideo stammt wie Maradonas glückliche „unseen hand“ aus dem Jahr 1986) oder ein pseudolässiges Zitat von „Pulp Fiction“, zumal sich durch die unnatürliche Gebärde des Abknickens alle Aufmerksamkeit auf die Hand richtet. Schon vor zwei Jahren bekundete der Schauspieler öffentlich, wie sehr und oft er sich über seine missglückte Handhaltung geärgert habe, die den gesamten Schwung der ikonischen Szene ruiniere.

Zum zehnten Jubiläum des Films kann Gosling nun aufatmen, sein beharrliches Enervieren war erfolgreich. Für die Rückkehr des gefeierten Filmmusicals Mitte August in die US-Kinos hat das Studio Lionsgate das Originalplakat wieder herausgebracht, mit einer entscheidenden Retusche: Goslings Hand auf dem neuen Plakat wurde nach oben korrigiert, analog zur Pose seiner Tanzpartnerin. Derartige Handretuschen könnten deutsche Betrachter auch an ganz andere erinnern. Vor achtzig Jahren musste Otto Grotewohl Wilhelm Pieck zähneknirschend die Hand schütteln, um den SED-Gründungshandschlag in der Tradition der antik-römischen Dextrarum iunctio – „Verbindung der Rechten“ – als Hochzeitsbesiegelung fotografisch zu verewigen. Dummerweise hatte noch ein Dritter seine „Hände im Spiel“, nämlich der damalige zweite Vorsitzende der KPD, Kurt Müller, der beim Handshake zwischen den beiden im Hintergrund saß, dann aber in Ungnade fiel. Kurzerhand wurde er wegretuschiert, damit auf der hernach massenhaft vervielfältigten Aufnahme kein Dissident vom trauten Händepaar ablenke.

Weniger politisch und innercineastisch darf man bei Goslings nun glücklichem Händchen auch an das Ersetzen von Extremitäten durch berühmte Handdoubles der Filmgeschichte denken, etwa im Klassiker „Der Clou“ von 1973, in dem der legendäre Magier und Glücksspielexperte John Scarne Paul Newmans seine Hände lieh, um perfekt aus dem Handgelenk flutschende Karten- und Falschspieltricks in Nahaufnahme zeigen zu können. Oder an den vollendet Querflöte spielenden Patrick Stewart in „Star Trek: The Next Generation“, für den ein professioneller Musiker als sichtbares Handdouble die Musiksequenzen übernahm. Und selbst die ansehnlichen Hände von Julia Roberts in den Eröffnungsszenen und auf dem Filmplakat von „Pretty Woman“ wurden mit jenen des Körperdoubles Shelley Michelle auf Zelluloid „übermalt“. Das elegant fließende „Hände hoch“ bei Gosling statt des eckigen Ententanzes hat mithin eine überraschend lange Vorgeschichte.

Schließlich geht ein weiteres Gedenkdatum mit 2026, 2016, 1986 und 1946 Hand in Hand: Viele namhafte Historiker datieren die Erfindung der Fotografie durch Nicéphore Niépce auf den Sommer 1826. Vor zweihundert Jahren entstand somit das erste, wie von Geisterhand nur durch Sonnenlicht und Chemie erzeugte „technische“ Bild, ein vermeerhafter Blick aus einem Fenster in Frankreich, in einem kleinen Ort in Burgund. Keine Schlacht, kein König, das Haus kein historisches Monument, nur Dächer, Licht und Schatten.

Und doch handelt es sich bei diesem scheinbar lakonischen und eingefrorenen Blick um eine Revolution: Erstmals konnte seither ein Momentum, ein rascher Augenblick, mit einem technischen Verfahren bewahrt werden, ohne das wie bei gemalten Bildern noch eine Handschrift erkennbar wäre – eine solche entwickelten erst die späteren Fotografen mit der unverwechselbaren Art und Motivik ihrer Aufnahmen. Seit dem neu erfundenen Medium hat kein Pinsel oder Meißel mehr die Hand im Spiel, und dennoch fesselt uns die Fotografie in Form von kunstvollen Bildern an der Museumswand wie auch der eigenen mobilen Schnappschüsse aus der Hand seither unverändert jeden Tag.

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This article was originally published by FAZ.

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