Streit um KNDS-Börsengang: Deutschland will Panzer-Know-how schützen
L'essentiel
- Nach dem Scheitern des FCAS-Projekts gibt es nun Streit um den geplanten Börsengang des deutsch-französischen Panzerherstellers KNDS.
- Deutschland will sein "Schlüssel-Know-how" schützen, während KNDS-Chef Enders staatliche Eingriffe kritisiert und eine Behandlung wie China ablehnt.
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Pourquoi c'est important
Nach dem Scheitern des deutsch-französischen Kampfflugzeugprojekts FCAS ist ein weiterer Rüstungsprojekt-Streit entbrannt. Es geht um den geplanten Börsengang des Panzerherstellers KNDS.
Berlin, München. Nach dem Scheitern des gemeinsamen Kampfflugzeugs FCAS ist bei einem weiteren deutsch-französischen Rüstungsprojekt Streit entbrannt. Grund für die Spannungen ist der geplante Börsengang des Panzerherstellers KNDS, der aus der Fusion des deutschen Unternehmens Krauss-Maffei Wegmann und des französischen Wettbewerbers Nexter hervorgegangen ist. Die Bundesregierung beharrt auf strengen Klauseln, die verhindern sollen, dass kritisches Wissen über den Panzerbau aus Deutschland abfließt.
Zwar konnten sich Berlin und Paris am Montag verständigen, wie das Handelsblatt erfuhr. Aus dem Unternehmen kam aber bereits am Wochenende Kritik. Tom Enders, Verwaltungsratschef von KNDS, verlangt möglichst wenig staatliche Eingriffe in das Unternehmen. „Die zunehmend national verengte Perspektive in Sachen Verteidigung und Rüstungskooperation“ sei „besorgniserregend“, sagte er dem Handelsblatt. „Wollen wir wirklich Frankreich, mit dem wir seit vielen Jahrzehnten in zahlreichen Rüstungsprojekten erfolgreich zusammengearbeitet haben, wie China behandeln?“ Enders bezog sich damit auf ein am Freitag veröffentlichtes Papier mehrerer SPD-Bundestagsabgeordneter, die weitreichende Vetorechte beim Panzerbauer fordern.
In der Debatte geht es um den Schutz geistigen Eigentums, das auch die Bundesregierung geschützt sehen will: „Bei strategisch relevanten Verteidigungsfähigkeiten muss ausgeschlossen sein, dass deutsches Schlüssel-Know-how, geistiges Eigentum oder produktionsrelevante Technologie innerhalb eines Konzerns so genutzt oder weitergegeben werden, dass sich Entwicklungs-, Produktions- oder Exportkompetenzen schleichend aus Deutschland verlagern“, hieß es aus deutschen Regierungskreisen.
Questions ouvertes
- Wie werden die Verhandlungen über die Klauseln weitergehen?
- Wird KNDS tatsächlich an die Börse gehen?
- Welche Auswirkungen hat der Streit auf zukünftige Kooperationen?



