Trump, Wale und die Gesundheitsreform: Der Wochenrückblick
Denn in einer vergifteten Beziehung geht es genau darum: Manipulation, Lüge, Abwertung und Gewalt. Na, müssen Sie auch gerade an Donald Trump denken? Sein befremdliches Jesus-KI-Foto? »Just a joke«. Dass er noch eine dritte Amtszeit dranhängen will? Stellt Euch doch nicht so an, just a joke. Oder doch nicht? Und erst seine Gaslighting-Vibes: Die Washington Post hat in Trumps erster Regentschaft alle seine Lügen gesammelt: 30.573 sind dokumentiert. Zugegeben hat er keine. Nun hat sich der POTUS auf unseren Kanzler eingeschossen: »Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!«, so Trump über Merz, der es gewagt hatte, sich kritisch über den Irankrieg zu äußern: »Die Amerikaner«, so Merz, hätten »keine wirklich überzeugende Strategie.« Trumps Reaktion: Auf seinem Lieblingskanal Truth Social kündigt er an, den Abzug von US-Soldaten aus Deutschland zu prüfen. Wann? »Over the next short period of time«. Wüten. Drohen. Alle in Unsicherheit wiegen: Trump macht die Welt zum Spielplatz seines Egos. »Oh, die Zeit ist um«, würde der Paartherapeut uns jetzt wahrscheinlich sagen. Und dringend zur Trennung raten. Tja. Ähnlich groß denkt auch unsere Gesundheitsministerin Nina Warken: Mit ihrer Gesundheitsreform will sie nicht weniger als das System vor dem Kollaps bewahren – ständig steigende Beiträge, immer weniger Leistung. 66 Vorschläge haben Fachleute für sie erarbeitet, klug, ausgewogen, durchdacht. Doch im Gesetzesentwurf, den das Kabinett gestern beschlossen hat, ist von diesem Geist nicht mehr viel übrig, schreibt mein Kollege Benjamin Bidder: »Die gesetzlich Versicherten müssen bluten und sollen jetzt auch noch die Löcher im Staatshaushalt stopfen.« Kurz vor der Kabinettssitzung wurde dann auch noch ein wichtiger Punkt geändert: Die gesetzlich Versicherten sollen auch weiter die Kosten von Bürgergeldempfängern tragen. Macht rund zwölf Milliarden Euro pro Jahr. »Die Vorschläge der Kommission hat die Koalition damit in ihr Gegenteil verkehrt«, so Benjamin. »Bis 2031 übernimmt der Bund nicht mehr Verantwortung, sondern weniger.« Sein Fazit: »Wer privat versichert ist, kann sich freuen.« Irgendwie hat es ja was von der Arche Noah, finden Sie nicht? Plot: Mensch baut Schiff, um Tier zu retten. Gut, in diesem Fall geht es nur um eine Art Lastkahn und das Tier kann sogar selbst schwimmen. Aber hey, Gottes Wege sind so unergründlich wie die Tiefen der Ostsee, wo ja gerade »Timmy« aka »Hope« in seiner Barge gen Nordsee schippert. Halleluja. »Endet für ihn damit seine Odyssee oder geht die Quälerei weiter?«, fragt meine Kollegin Julia Köppe in ihrer Geschichte. Unklar ist dabei vor allem, wie es dem Wal tatsächlich geht: »Mensch Karin, der schwimmt ganz allein ins Dock und bedankt sich«, sagt einer der Helfer im Video der, ähm, Hauruck-Aktion vom Dienstag, merklich angetan von soviel Großsäuger-Empathie. Und Walminister Backhaus jubelt: »Wir haben einen Maßstab gesetzt, den es auf der Welt nicht gegeben hat.« Doch nicht alle sind so optimistisch: Julia hat mit mehreren Meeresbiologen gesprochen, die sich sorgen. Woher kommt das Blut, das auf NDR-Aufnahmen der Strandung zu sehen ist? Hat der Wal womöglich Netze verschluckt, die ihn quälen? Und wird ihn der Dauerlärm des Transports taub machen? Immerhin: »Sollte der Wal am Ziel sterben, wird es sehr wahrscheinlich keine Obduktion geben, die klären könnte, was genau ihn plagte«, schreibt Julia. So oder so: Friede sei mit ihm. Lesen Sie hier, was dem Wal jetzt noch bevorsteht Teuflisch hoch gepokert: Meryl Streep, 76, hat sich für die Rolle der eiskalten Modezarin Miranda »Das ist alles« Priestly, nun ja, angemessen bezahlen lassen. Damals ging es um den ersten Teil von »Der Teufel trägt Prada«: »Sie riefen mich an und machten mir ein Angebot, und ich sagte: ›Nein, das mache ich nicht‹«, erzählte Streep nun bei einem TV-Auftritt. »Ich wollte sehen, ob ich mein Honorar verdoppeln könnte. Und sie sagten sofort ›klar‹.« Ob sich dieser Dialog wohl auch beim zweiten Teil des Kinofilms wiederholt hat? Dann wäre ich persönlich sehr gespannt auf Teil 3 . Tanzen Sie natürlich in den Mai: In ganz Deutschland scheint die Sonne, es ist frühlingswarm und Sie sind am Leben, mehr Gründe sollten Sie nicht brauchen. Und später am Abend, wenn der DJ langsam die 80er-Schlager anspielt und Horst und Gisela neben ihnen discofoxen, gucken Sie doch mal in den Nachthimmel: Denn im Mai werden wir den seltenen »Blue Moon« erleben, zwei Vollmonde, einen am 1. und einen am 31. Mai. Warum das nun ausgerechnet »Blue Moon« heißt? Stellen Sie Ihr Bier kurz ab und lesen Sie es hier nach. Oder morgen. Ich wünsche Ihnen einen beschwingten Abend. Herzlich Ihr Jens Radü, Chef vom Dienst




