Tschechischer Zentralbankchef Michl gegen Euro-Einführung
L'essentiel
- Der tschechische Zentralbankchef Ales Michl lehnt die von Präsident Petr Pavel geforderte Euro-Einführung ab, da die Wirtschaft noch nicht bereit sei und ein verfrühter Beitritt die Inflation anheizen könnte.
- Michl kritisiert auch Ministerpräsident Babis' Forderung nach Zinssenkungen und betont die Unabhängigkeit der Zentralbank sowie die Vorteile flexibler Wechselkurse.
Résumé généré par IA
Pourquoi c'est important
Der tschechische Zentralbankchef Ales Michl widersetzt sich der Forderung von Präsident Petr Pavel nach einer schnellen Euro-Einführung und betont die Notwendigkeit einer unabhängigen Geldpolitik zur Inflationsbekämpfung.
Der tschechische Zentralbankchef Ales Michl stellt sich offen gegen eine Kampagne von Präsident Petr Pavel für eine Einführung des Euro. Die tschechische Wirtschaft habe sich noch nicht ausreichend der Währungsunion angenähert, um einen solchen Schritt zu rechtfertigen, sagte Michl in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der »Financial Times« .
Ein verfrühter Beitritt könnte Michl zufolge die Inflation durch steigende Löhne und Kosten anheizen. Die Zentralbank müsse unabhängig bleiben. Pavel hatte argumentiert, es sei »eindeutig besser, mit am Tisch zu sitzen, an dem die Entscheidungen getroffen werden, als vor der Tür zu warten«.
Ähnlich kritisch äußerte sich Michl über Forderungen von Ministerpräsident Andrej Babis. Dieser lehnt eine Euro-Einführung ab, hatte jüngst aber eine Senkung der Leitzinsen verlangt. Babis sei ein »Sammelsurium-Ministerpräsident, der einer Idee im Stil Trumps folgt: Je billiger das Geld, desto besser«, so Michl. Dem Druck des Regierungschefs nachzugeben, würde die Preisstabilität in Tschechien gefährden. Er räumte ein, es sei »eine Ironie«, dass er nun mit Babis zur Währungspolitik über Kreuz liege, da er diesem als wirtschaftspolitischer Berater diente, als Babis noch Finanzminister war.
»Ich mag flexible Wechselkurse«
Die tschechische Nationalbank (CNB) hatte im Juni den Leitzins erstmals seit vier Jahren um einen Viertelpunkt auf 3,75 Prozent angehoben. Sie begründete dies mit dem Lohnwachstum und dem allgemeinen Inflationsdruck. Michl erklärte, er bevorzuge eine flexible Währung. »Ich mag flexible Wechselkurse, und die Aufwertung der Krone ist ein Instrument zur Inflationsbekämpfung«, sagte er.
Grundsätzlich sind alle EU-Staaten mit Ausnahme Dänemarks verpflichtet, den Euro einzuführen. Es gibt dafür jedoch keinen festen Zeitplan. Tschechien trat 2004 der Europäischen Union bei. Bulgarien hat im Januar den Euro eingeführt. Ungarns neuer Ministerpräsident Peter Magyar strebt dies bis etwa 2030 an.
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
Ungarn strebt die Einführung des Euro bis etwa 2030 an.
Probable · En quelques années
Questions ouvertes
- Wie wird die tschechische Regierung auf Michls Aussagen reagieren?
- Wann könnte Tschechien die Konvergenzkriterien für den Euro erfüllen?
- Welche weiteren Schritte plant Präsident Pavel zur Förderung der Euro-Einführung?







