Uefa droht Fifa-Chef Infantino mit rechtlichen Schritten nach gescheitertem Investorendeal
L'essentiel
- Die Uefa droht Fifa-Chef Gianni Infantino nach einem gescheiterten Investorendeal mit rechtlichen Schritten und fordert die Sicherung von Materialien.
- Der DFB kritisiert Infantinos Vorgehen scharf, und der walisische Verband entzog ihm öffentlich die Unterstützung für seine Wiederwahl.
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Pourquoi c'est important
Fifa-Chef Gianni Infantino hatte Pläne zum Verkauf von Anteilen an den Premiumprodukten des Weltverbands an private Investoren vorgestellt, die jedoch scheiterten.
Nach dem gescheiterten Investorendeal hat die Europäische Fußball-Union (Uefa) Fifa-Chef Gianni Infantino mit rechtlichen Schritten gedroht. Wie der Telegraph und die Financial Times berichteten, forderte die Uefa den Weltverbandspräsidenten auf, sämtliches Material im Kontext des Investitionsvorhabens nicht zu vernichten. Eine offizielle Bestätigung lag zunächst nicht vor.
Der Geschäftsführer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Andreas Rettig, bezeichnete das Verhältnis zu Infantino als auf Dauer zerstört. »Das ist aus meiner Sicht ein irreparabler Vertrauensverlust – und nicht nur zum DFB«, sagte er in einem Interview mit dem stern. Rettig nannte als Gründe einerseits die »Art und Weise, wie diese Entscheidung herbeigeführt wurde, Stichwort stilles Kämmerlein, und die unlauteren Köder, die ausgeworfen wurden«. Zudem kritisierte er den Inhalt der Vorschläge: »Daran sieht man auch, dass Herr Infantino sich mittlerweile mit Menschen umgeben hat, die von außerhalb des Fußballs kommen.«
Rettig verwies auf die Erklärung der Uefa: »Wenn Mitglieder öffentlich erklären, dass sie kein Vertrauen mehr in die Führung haben, ist das ein sehr deutliches Signal«, sagte Rettig. »Aus meiner Sicht hat Herr Infantino sehr viel Zeit, Geld und Energie in den Erhalt seines Machtapparates investiert. Offenkundig dienten viele Entscheidungen in erster Linie dazu, die eigene Position zu festigen.«
Wales unterstützt Wiederwahl nicht
Als erster einzelner Fußballverband entzog Wales öffentlich seine Unterstützung für die von Gianni Infantino beabsichtigte Wiederwahl im kommenden Jahr. »Die jüngsten Defizite in den Bereichen verantwortungsvoller Verbandsführung, Entscheidungsprozesse, Führung, Werte, Stakeholder-Management, Kommunikation und Urteilsvermögen haben dazu geführt, dass Herr Infantino das Vertrauen des FAW verloren hat, weiterhin an der Spitze des Weltfußballs zu stehen«, zitierte Sky News in England den walisischen Fußballverband FAW.
Der Co-Gastgeber der EM im kommenden Jahr im Vereinigten Königreich und Irland bestätige demnach »den Entzug seiner Unterstützung für die Kandidatur von Herrn Gianni Infantino zur Wiederwahl als Fifa-Präsident für die Amtszeit 2027 bis 2031«. Dies habe der Verband der Fifa auch schriftlich mitgeteilt. »Das Wohl des Fußballs nicht an erste Stelle zu setzen, ist ein Versagen, das wir nicht akzeptieren können.«
Im kommenden Jahr steht die Wahl an. Am 18. März 2027 möchte sich Infantino, der seit 2016 an der Spitze des Weltverbands steht, in Rabat (Marokko) auf dem 77. Fifa-Kongress den Statuten zufolge ein letztes Mal für vier Jahre zum Präsidenten wählen lassen.
Kommerzialisierung der Fifa
Infantino hatte Pläne vorgestellt, Anteile an den Premiumprodukten des Weltverbands an private Investoren zu verkaufen. Geldgeber hätten rund 20 Prozent der Anteile an dem neu zu gründenden Tochterunternehmen Fifa Forward Enterprise (FFE) erwerben können, dessen Wert zunächst mit 20 Milliarden Dollar beziffert war.
Die FFE hätte die kommerziellen Rechte an den Fifa-Wettbewerben wie der Männer- und Frauen-WM sowie der Klub-WM gebündelt. Technologieinvestor Joshua Kushner, dessen Bruder Jared mit der Tochter von US-Präsident Donald Trump, Ivanka, verheiratet ist, hätte über seine Investmentfirma Thrive eine Schlüsselrolle übernehmen sollen. Auch er soll von der Uefa wegen rechtlicher Schritte kontaktiert worden sein.
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
Die Uefa wird rechtliche Schritte gegen Fifa-Chef Infantino einleiten.
Probable · En quelques semaines
Gianni Infantinos Wiederwahl zum Fifa-Präsidenten wird durch den Vertrauensverlust erschwert.
Probable · En quelques mois
Questions ouvertes
- Welche konkreten rechtlichen Schritte wird die Uefa einleiten?
- Welche Auswirkungen hat der Vertrauensverlust auf Infantinos Wiederwahlchancen?
- Werden weitere Verbände ihre Unterstützung für Infantino entziehen?



