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Ukraine: How the war is driving digital transformation and AI innovation
En développement
Handelsblatt18.05.2026Tech5 dk okumaGermany

Ukraine: How the war is driving digital transformation and AI innovation

L'essentiel

  • Ukraine is leveraging its war against Russia to drive digital transformation and AI development, aiming to be a top global player in public sector AI by 2030.
  • The 'Diia' super-app and domestic AI infrastructure are key initiatives.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

Ukraine is using technology as a weapon in its war against Russia and is simultaneously advancing its digital transformation, impressing even Silicon Valley. The country aims to be a global leader in public sector AI by 2030.

Taille de police

Im Krieg gegen das übermächtige Russland ist die Technologie die Waffe des Underdogs. Zugleich treibt die Ukraine einen digitalen Umbau voran, der selbst das Silicon Valley beeindruckt. Felix Holtermann, Carsten Volkery 18.05.2026 - 07:40 Uhr Artikel anhören

Simulation eines Drohnen-Abschusses in der Ukraine. Der Krieg als Innovationstreiber. Foto: REUTERS

San Francisco, Kiew. Danylo Tsvok sitzt irgendwo in Kiew, die Internetverbindung schwankt. Manchmal, sagt er, gibt es bei Drohnenangriffen Probleme mit dem Netz. Doch in normalen Zeiten – „in Friedenszeiten“, wie er es vorsichtig formuliert – funktioniere alles zuverlässig. Tsvok ist Chief AI Officer im ukrainischen Ministerium für digitale Transformation, und er hat eine Mission: Bis 2030 soll die Ukraine unter den Top-drei-Ländern weltweit bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) im öffentlichen Sektor stehen.

Das kühne Ziel klingt nach einer Start-up-Phrase. Aber die Zahlen, die Tsvok nennt, sind schwer zu ignorieren. In nur zehn Monaten kletterte die Ukraine im globalen KI-Readiness-Index des Oxford Insight von Platz 54 auf Platz 41 von 195 Ländern. Bei der Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen für Bürger rangiert das Land inzwischen auf Platz fünf weltweit.

Tsvoks Zentralprojekt ist „Diia“ – eine ukrainische sogenannte Super-App, die 23 Millionen Bürgerinnen und Bürger nutzen. In ihr finden sich mehr als 200 staatliche Dienstleistungen. Das Ministerium baut die App gerade zu einem KI-gesteuerten Assistenten für alle Bürger um. Die Ukraine wäre das erste Land, dem das gelingt.

„Stellen Sie sich vor, Sie brauchen eine Einkommensteuerbescheinigung“, sagt Tsvok. „Sie müssen nicht mehr die richtige Kategorie in einem Menü suchen. Sie schreiben einfach: Bitte stell mir einen Einkommensbescheid für die letzten zwei Monate aus. Und das war’s. Die agentenbasierte Architektur führt den Auftrag aus, und das Dokument liegt in Ihrem Konto.“

Eigene KI-Infrastruktur für Souveränität

Parallel arbeitet das Ministerium an einer eigenen ukrainischen Sprachmodell-Infrastruktur, basierend auf Googles quelloffenem KI-Modell Gemma. „Wir wollen dieses Modell als Open-Source-Angebot auf den Markt bringen“, erklärt Tsvok. Hinzu kommt eine eigene KI-Infrastruktur: Vier Cluster mit leistungsstarken Nvidia-B200-Chips sollen eine nationale Rechenkapazität bereitstellen, die nicht vom Ausland abhängig ist.

Präsident Selenskyj bei Vorstellung der „Diia“-App: Die Digitalisierung ist Chefsache. Foto: imago images/Ukrinform

Warum der Aufwand? Für Tsvok ist die Antwort schlicht: Krieg. „Es gibt Daten, die wir im Verteidigungsbereich brauchen, und rechtlich sensible Daten, die wir nicht ins Ausland schicken können“, sagt er. „Wir müssen sicherstellen, dass diese Daten das Land nicht verlassen. KI-Souveränität ist die Antwort darauf.“

So schrecklich der Krieg gegen den übermächtigen Angreifer Russland ist – in manchen Bereichen erweist sich die ukrainische Verteidigung als Innovationstreiber. Weil die Ukraine weniger Soldaten und Ressourcen zur Verfügung hat, muss sie auf Innovation und Technik setzen, um Nachteile auszugleichen. Davon dürfte das Land auch nach Kriegsende profitieren – und zu einer der führenden Tech-Nationen Europas aufsteigen.

Disruption als Militärdoktrin

Insbesondere der von Start-ups geprägte Rüstungssektor hat gezeigt, wie sich eine traditionelle Branche neu erfinden kann. „Das Militär ist von Natur aus konservativ, nicht innovativ“, sagt Mykyta Rozkhov, Marketingchef beim ukrainischen Drohnenhersteller Frontline Robotics. Die neue Art, wie die Ukraine kämpfe, komme aus dem IT-Sektor. Die Waffen würden laufend verbessert und an neue Anforderungen angepasst. Er nennt es die „Militärdoktrin der Disruption“.

Tatsächlich hat es das Heer der ukrainischen Programmierer und Elektronik-Tüftler geschafft, dass die eigenen Soldaten mithilfe ihrer KI-gestützten Drohnen gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Russen bestehen können. Kürzlich verkündete Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass eine feindliche Stellung vollständig durch Drohnen und Roboter erobert wurde – ohne einen einzigen Soldaten vor Ort.

Frontline Robotics arbeitet seit zwei Jahren daran, den Menschen möglichst vollständig aus dem Gefecht herauszuhalten. Das Start-up bietet eine komplette Verteidigungslinie aus Drohnen und Robotern, die mit KI-Unterstützung miteinander kommunizieren können. Für die Produktion hat die Firma ein Joint Venture mit dem deutschen Drohnenhersteller Quantum Systems gegründet. Die Expertise zur Automatisierung lasse sich später auch im zivilen Bereich nutzen, wenn der Krieg vorbei sei, sagt Rozkhov.

Wachsendes Interesse aus dem Silicon Valley

Ausländische Investoren aus Europa und dem Silicon Valley zeigen großes Interesse an den Defence-Tech-Firmen in der Ukraine. Im vergangenen Jahr flossen mindestens 129 Millionen Dollar in den Sektor, schreibt das Kyiv School of Economics Institute in einer neuen Studie. Die wahre Zahl liege höher, weil manche Deals aus Sicherheitsgründen nicht kommuniziert würden. Insgesamt schätzen die Ökonomen das Marktvolumen auf 6,8 Milliarden Dollar. Es handele sich um „eines der dynamischsten Innovations-Ökosysteme weltweit“.

Rozkhov sagt, der Innovationswettlauf finde zwischen der Ukraine und Russland statt. Im restlichen Europa sehe man nicht das gleiche Tempo. Die Kooperation mit deutschen Firmen etwa sei gut für die Massenproduktion, die Ideen aber kämen aus der Ukraine, sagt er.

Verteidigungsminister Fedorov neben einer Seedrohne: Er hat die Digitalisierung vorangetrieben. Foto: REUTERS

Die treibende Kraft hinter der neuen Tech-Nation ist Mykhailo Fedorov. Der 35-Jährige war seit 2019 Digitalminister, bevor er Anfang 2026 zum Verteidigungsminister befördert wurde. Sein ehemaliger Mitarbeiter Tsvok betont, der Rückhalt für die Digitalisierung komme von ganz oben. „Das ist der politische Wille des Präsidenten“, sagt er. „Die Digitalisierung ist für unser Land einer der wichtigsten Wettbewerbsvorteile.“

Tsvok selbst kam aus der Privatwirtschaft ins Digitalministerium – nach einer Karriere in der KI-Entwicklung eines großen Unternehmens. Dass die öffentliche Hand in der Ukraine technologisch schneller vorankommt als mancher Konzern, ist für ihn keine Überraschung: „Wir haben Agilität, OKR-Planung, ein internes Entwicklungsteam. Wir sind ein hochmodernes Technologieunternehmen, das staatliche Aufgaben löst.“

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Mehr: „Ohne das Verteidigungsministerium kein Silicon Valley“ – Die dunklen Wurzeln der Tech-Konzerne

Erstpublikation: 15.05.2026, 04:00 Uhr.

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À surveiller

Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes

  • Ukraine will achieve its goal of being among the top three countries in public sector AI development by 2030.

    Probable · En quelques années

  • Ukraine's defense tech sector will continue to attract significant foreign investment.

    Très probable · En quelques mois

  • The 'Diia' app will become a global model for AI-driven government services.

    Possible · En quelques années

Questions ouvertes

  • What will be the long-term impact of this digital transformation on Ukraine's economy and society post-war?
  • How will Ukraine ensure the security and ethical use of its AI infrastructure?
  • What are the specific challenges and successes of the 'Diia' app's AI assistant implementation?
  • To what extent will international partnerships continue to support Ukraine's tech development?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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