Ukrainekrieg: Nordkorea und Russland bauen Zusammenarbeit aus, Angriffe und IWF-Hilfe
Russland und Nordkorea vertiefen ihre bilaterale Kooperation, während der Krieg in der Ukraine mit verstärkten Angriffen auf Infrastruktur und Schiffe sowie zivilen Opfern weitergeht. Der IWF genehmigt der Ukraine weitere Hilfsgelder.
L'essentiel
- Nordkorea und Russland vertiefen ihre Zusammenarbeit, während Russland Gasförderanlagen und Schiffe angreift, was zu zivilen Opfern führt.
- Die Ukraine reagiert mit Drohnenangriffen auf russische Ziele.
- Der IWF gibt 690 Millionen Dollar für die Ukraine frei, und ein russischer Oppositionspolitiker zieht sich aus dem Wahlkampf zurück.
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Pourquoi c'est important
Nordkorea hat seit Beginn des Ukraine-Kriegs eine beispiellose Militärkooperation mit Russland aufgebaut und liefert Munition sowie Artilleriegeschosse. Der IWF unterstützt die Ukraine mit einem Kreditprogramm zur Aufrechterhaltung der Finanzstabilität inmitten des Krieges.
Nordkorea und Russland bauen ihre Zusammenarbeit weiter aus
Nordkoreas Außenministerin Choe Son Hui hat in Moskau sowohl ihren russischen Amtskollegen Sergei Lawrow als auch Präsident Wladimir Putin zu Gesprächen getroffen. Beim sogenannten „dritten strategischen Dialog“ haben beide Seiten beschlossen, ihre bilaterale Zusammenarbeit weiter auszubauen und zu beschleunigen, berichtete Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Das Treffen der Außenminister fand demnach bereits am Montag statt.
In einer gemeinsamen Erklärung sicherten sich beide Regierungen zudem weitreichenden sicherheitspolitischen Beistand zu. Russland sprach Nordkorea seine „volle Unterstützung“ bei dessen Bemühungen aus, die eigene Souveränität gegen „feindliche“ Bedrohungen zu verteidigen. Nordkorea wiederum erklärte seine „unveränderte Unterstützung für sämtliche innen- und außenpolitische Maßnahmen“ Russlands, die darauf abzielten, „die eigentliche Ursache des Ukraine-Konflikts zu beseitigen“.
Nordkorea ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs eine für das Land beispiellose Militärkooperation mit Russland eingegangen. Neben flächendeckenden Lieferungen von Munition und Artilleriegeschossen hat Nordkorea laut Schätzungen des südkoreanischen Geheimdienstes bis zu 15.000 Soldaten zur Unterstützung Russlands im Ukraine-Krieg entsandt.
Während ihres Besuchs legte Nordkoreas Außenministerin Choe auch einen Kranz am sogenannten Grabmal des unbekannten Soldaten im Alexandergarten an der Außenmauer des Kremls ab. Dabei gedachte die nordkoreanische Delegation in einer Schweigeminute den Gefallenen „im Heiligen Krieg zur Zerschlagung des Faschismus“, wie KCNA den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine bezeichnete. Laut Schätzungen des südkoreanischen Geheimdienstes sind insgesamt mindestens 2.000 nordkoreanische Soldaten während der Gefechte im Ukraine-Krieg getötet worden.
Russland greift ukrainische Gasanlagen in Charkiw an
Russland hat den dritten Tag in Folge Gasförderanlagen des ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz in der nordöstlichen Region Charkiw attackiert. Dies teilte das staatliche Unternehmen über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ein Angriff auf eine der Anlagen am Sonntag habe zu einem Teilausfall der Produktion geführt. Eine weitere Anlage sei bei einem Angriff am Montagmorgen beschädigt worden.
IWF gibt weitere 690 Millionen Dollar für die Ukraine frei
Der Internationale Währungsfonds (IWF) macht den Weg frei für die sofortige Auszahlung von rund 690 Millionen Dollar an die Ukraine. Der IWF-Vorstand habe eine Überprüfung des Finanzierungsprogramms für das Land abgeschlossen, teilt der Fonds mit. Die Ukraine habe trotz des Krieges ihre Finanzstabilität aufrechterhalten können. Die wirtschaftlichen Aussichten hätten sich jedoch eingetrübt. Gründe dafür seien vor allem die verstärkten russischen Angriffe auf die kritische Infrastruktur sowie indirekte Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten. Zudem habe sich die Umsetzung von Reformen verlangsamt. Die Ukraine wird mit einem Kreditprogramm in Höhe von 8,1 Milliarden Dollar unterstützt. Mit der jüngsten Freigabe steigen die bisherigen Auszahlungen auf etwa 2,2 Milliarden Dollar.
Indien verurteilt russischen Angriff mit indischen Todesopfern
Bei einem Angriff auf ein aus dem südukrainischen Hafen Odessa auslaufendes Schiff sind nach Angaben der Regierung in Delhi vier Inder getötet worden. Ein weiterer liege im Krankenhaus und sei in kritischem Zustand, teilt das Außenministerium mit. Russland hat der ukrainischen Marine zufolge am Sonntag die „Golden Leo“ – ein unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrendes Schiff mit einer Besatzung aus Indien und Syrien – mit drei Marschflugkörpern angegriffen.
„Indien verurteilt solche Angriffe und bekräftigt, dass das Angreifen von Handelsschiffen und das Gefährden unschuldiger ziviler Besatzungsmitglieder oder das anderweitige Beeinträchtigen der Freiheit der Schifffahrt und des Handels verwerflich ist und vermieden werden sollte“, erklärt das indische Außenministerium.
Berichten zufolge befanden sich 17 Personen aus Indien, Syrien und der Ukraine auf dem Frachtschiff. Bei dem russischen Angriff gab es laut ukrainischen Angaben insgesamt zehn Todesopfer.
Tote nach russischem Angriff in Odessa
Durch einen russischen Luftangriff auf die ukrainische Hafenstadt Odessa sind nach Behördenangaben mindestens drei Zivilisten getötet worden. Außerdem habe es sechs Verletzte gegeben, teilte Regionalgouverneur Oleh Kiper auf Telegram mit. Seinen Angaben nach galt der Angriff unter anderem einem zivilen Industriebetrieb, in dem ein Brand ausbrach. Bürgermeister Serhij Lissak sprach auch von Schäden an der Infrastruktur der Stadt. Das russische Militär bestätigte Luftangriffe auf die Hafenanlagen von Odessa am Schwarzen Meer.
Russische Behörden: Fünf tote Bus-Insassen nach ukrainischen Drohnenangriffen
In der russischen Grenzregion Belgorod sind nach Behördenangaben bei einem ukrainischen Drohnenangriff mindestens fünf Insassen eines Busses getötet worden. Bei dem Einschlag in der Stadt Schebekino seien zudem mindestens 23 Passagiere verletzt worden, teilte der geschäftsführende Gouverneur Alexander Schuwajew mit. „Vier Frauen und ein Junge sind an ihren Verletzungen gestorben“, sagte er. Der Gouverneur sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Die Region Belgorod ist Aufmarschgebiet für die russischen Truppen und ihren Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiews Truppen verteidigen sich gegen Moskaus Invasion mit Drohnenattacken auf russische Ziele.
Ukraine attackiert sieben russische Schiffe
Ukrainische Drohnen haben nach Militärangaben in der Nacht sieben russische Schiffe im Schwarzen und Asowschen Meer getroffen. Unter den Zielen seien drei Tanker und vier Frachtschiffe gewesen, teilte der Kommandeur der Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf Telegram mit. Damit steige die Zahl der im Juli getroffenen Schiffe auf 183. Zudem meldet Browdi Angriffe auf sieben Umspannwerke auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim.
Ukraine: Zahl der Todesopfer auf Frachtschiff gestiegen
Nach dem russischen Angriff auf ein Frachtschiff im Schwarzen Meer hat sich die Zahl der Todesopfer nach ukrainischen Angaben verdoppelt. Nach neuen Erkenntnissen wurden zehn Menschen bei der Attacke vor der Stadt Odessa getötet, wie die ukrainische Hafenbehörde mitteilt. Das unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrende Schiff war nach ukrainischen Angaben mit einer Ladung Mais aus dem Hafen ausgelaufen, als es am Sonntagabend Ziel eines Angriffs wurde.
An Bord der „Golden Leo“ befanden sich demnach 17 Seeleute aus Indien und Syrien sowie ein Ukrainer. Acht Crew-Mitglieder konnten demnach gerettet werden. Russland teilt unterdessen laut der Nachrichtenagentur Interfax mit, bei Angriffen in der Nacht Treibstofflager im Hafen von Odessa getroffen zu haben.
Ukraine greift Moskau mit 400 Drohnen an
Die Ukraine hat nach russischen Angaben Moskau und die umliegende Region in der Nacht mit 400 Drohnen angegriffen. Dabei seien zwei Menschen verletzt und Gebäude in Brand gesetzt worden, teilen russische Behörden mit. Der Bürgermeister der Hauptstadt, Sergej Sobjanin, erklärt, die meisten der feindlichen Drohnen seien bereits aus großer Entfernung unschädlich gemacht worden. 85 Drohnen seien beim Anflug auf Moskau zerstört worden.
Dem Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, zufolge konzentrierten sich die Schäden auf die Bezirke Podolsk, Domodedowo und Odinzowo. Dort seien zivile Infrastruktureinrichtungen beschädigt worden und in Brand geraten. Das russische Verteidigungsministerium teilt mit, die Luftabwehr habe in der Nacht insgesamt 381 ukrainische Drohnen über russischen Regionen sowie dem Schwarzen und dem Asowschen Meer abgeschossen.
Russischer Oppositionspolitiker zieht sich aus Wahlkampf zurück
Der russische Oppositionspolitiker und Kriegsgegner Boris Nadeschdin verzichtet auf eine Kandidatur bei den Parlamentswahlen im September. „Meine Möglichkeiten, in Russland auf legalem Wege Oppositionspolitik zu betreiben, sind ausgeschöpft“, schrieb der kürzlich zu einer Geldstrafe verurteilte Nadeschdin am Sonntag im Onlinedienst Telegram. Er sei „zum Schweigen gebracht“ und „aus der Politik gedrängt“ worden.
„Ich bin nicht bereit, all jene in Gefahr zu bringen, die mich unterstützen und an meinem Wahlkampf teilgenommen haben“, schrieb der 63-Jährige weiter. „Wir werden nicht bei der Wahlkommission die aberhunderten Unterschriften überreichen, die wir gesammelt haben“.
Nadeschdin ist einer der wenigen Politiker in Russland, die es wagen, Präsident Wladimir Putin und die russische Offensive gegen die Ukraine offen zu kritisieren. Er war am Freitag wegen eines weiterverbreiteten Videos mit einem Bild des verstorbenen Kreml-Gegners Alexej Nawalny zu einer Geldstrafe verurteilt worden, der Vorwurf lautete Zurschaustellung „extremistischer Symbole“. Nawalny und seine Organisationen gelten in Russland als „extremistisch“.
Der frühere Abgeordnete Nadeschdin wollte bei der Parlamentswahl im September in seinem Heimatwahlkreis Mytischtschi antreten. Er wurde aber kürzlich als „ausländischer Agent“ eingestuft und dann am vergangenen Montag kurzzeitig inhaftiert. Am Freitag folgte dann die Verurteilung zu einer Geldstrafe. Am Sonntag schrieb Nadeschdin, die Einstufung als „ausländischer Agent“ und die Verurteilung würden eine Wahl in die Duma unmöglich machen.
Sechs Tote bei russischem Raketenangriff auf türkisches Schiff
Bei einem russischen Raketenangriff auf ein türkisches Frachtschiff im Schwarzen Meer nahe Odessa sind nach ukrainischen Angaben mindestens sechs Menschen getötet worden. Die ukrainische Marine erklärte am Sonntag, Russland habe die „Golden Leo“ mit drei Marschflugkörpern beschossen, als der mit Getreide beladene Frachter dabei gewesen sei, „das Kampfgebiet“ zu verlassen.
Der ukrainische Infrastruktur- und Verkehrsminister Mykola Kalaschny erklärte im Onlinedienst Telegram, sechs Seeleute seien tot, vier weitere würden noch vermisst. Acht Besatzungsmitglieder seien gerettet worden, zwei von ihnen seien verletzt.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte, unter den Toten sei ein ukrainischer Lotse. Die Besatzung des unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrenden Frachters komme unter anderem aus Syrien und Indien. Der neue ukrainische Regierungschef Serhij Korezky erklärte, der Frachter sei nahe Odessa nach dem Auslaufen aus dem Hafen getroffen worden.
„Das ist ein weiterer gezielter Angriff Russlands gegen ein unbewaffnetes ziviles Schiff unter fremder Flagge, das keinerlei militärische Bedrohung darstellte“, erklärte die ukrainische Marine. Es handle sich um einen „Terrorakt“ gegen die friedliche Schifffahrt und eine schwere Verletzung des humanitären Völkerrechts. Russland greift immer wieder ukrainische Hafen-Infrastruktur an. Betroffen ist insbesondere die Region um Odessa.
Außenminister Sybiha erklärte, während die Welt noch auf „Russlands brutalen nächtlichen Angriff auf Kiew“ reagiere, setze Russland seine „Terrorkampagne“ tagsüber fort. Russland hatte die ukrainische Hauptstadt in der Nacht mit zwei Dutzend ballistischen Raketen attackiert. Dabei wurde mindestens ein Mensch getötet, 16 weitere wurden verletzt.
Ukrainische Drohnen setzen russische Ölanlagen in Brand
Die Ukraine hat mit neuen Drohnenangriffen auf Anlagen der russischen Ölindustrie mehrere Großbrände in dem Land ausgelöst. In der südrussischen Region Stawropol gerieten Medien zufolge drei Öldepots in Brand. Gouverneur Wladimir Wladimirow bestätigte nur, dass im Zuge ukrainischer Drohnenangriffe mehrere Feuer in Industrieobjekten ausgebrochen seien - und es zu Detonationen explosiver Stoffe komme. Es gebe keine Verletzten.
Um welche Anlagen es sich genau handelte, sagte der Gouverneur nicht. Allerdings wurde in der Region ein örtlich begrenzter Ausnahmezustand verhängt. Gebäude seien evakuiert, Menschen in Sicherheit gebracht worden.
Ukrainische Drohnenangriffe im Schwarzmeer-Hafen von Noworossijsk meldete erneut auch das internationale Kaspische Pipeline-Konsortium. Dort sei ein Terminal bei der Verladung von Öl auf zwei ausländische Tanker beschossen worden, teilte das Unternehmen mit. Auf einem Schiff, das unter der Flagge des westafrikanischen Landes Liberia fahre, sei ein Feuer gelöscht worden. Es gebe keine Verletzten, beide Schiffe seien weiter seetauglich.
Das sei bereits der „fünfte Akt der Aggression gegen ein ziviles Objekt“ des Konsortiums, teilte das Unternehmen mit. Die Ukraine zielt auf Anlagen der russischen Ölindustrie, um so auch den für Moskaus Kriegskasse wichtigen Energieexport zu treffen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte einmal mehr Videos, die die brennenden Anlagen zeigen sollen. „Wir setzen unsere Reaktion auf russische Angriffe auf vollständig gerechtfertigte und präzise Weise fort“, erklärte er. Es seien unter anderem drei Öldepots in der Region Stawropol angegriffen worden. „Direkte Treffer wurden auf drei Tanker der russischen Schattenflotte im Schwarzen Meer verzeichnet“, sagte Selenskyj.
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
Die bilaterale Zusammenarbeit zwischen Nordkorea und Russland wird weiter ausgebaut und beschleunigt.
Très probable · En quelques mois
Der IWF wird weitere Auszahlungen an die Ukraine im Rahmen des Kreditprogramms vornehmen.
Probable · En quelques mois
Questions ouvertes
- Wie viele nordkoreanische Soldaten sind tatsächlich in der Ukraine im Einsatz?
- Welche weiteren konkreten Schritte werden Russland und Nordkorea zur Zusammenarbeit unternehmen?
- Wie wird die internationale Gemeinschaft auf die vertiefte russisch-nordkoreanische Allianz reagieren?







