Ukrainische Flugabwehr machtlos gegen russische Raketen und anhaltende Luftangriffe
Schwere russische Luftangriffe auf Kiew und das Umland, Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer sowie Drohneneinschläge in Russland.
L'essentiel
- Bei schweren russischen Luftangriffen auf das Kiewer Umland konnte die ukrainische Flugabwehr keine der anfliegenden ballistischen Raketen abfangen.
- Gleichzeitig attackieren beide Kriegsparteien Logistikzentren, Frachtschiffe im Schwarzen Meer und Lagerhallen.
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Pourquoi c'est important
Der anhaltende Krieg zwischen Russland und der Ukraine führt zu täglichen Luftangriffen und zunehmenden Gefahren für die internationale Handelsschifffahrt im Schwarzen Meer.
Die ukrainische Flugabwehr hat nach eigenen Angaben bei dem schweren russischen Luftangriff auf das Kiewer Umland keine der anfliegenden Raketen abfangen können. Wie die Luftwaffe in Kiew mitteilte, setzten die russischen Streitkräfte 24 ballistische Raketen Iskander-M und umfunktionierte Flugabwehrraketen S-400 sowie 4 Hyperschallraketen vom Typ Zirkon ein. Keine davon wurde als abgewehrt gemeldet. Von 115 angreifenden Drohnen verschiedener Typen seien 98 abgefangen worden.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beklagte erneut den Mangel an Flugabwehrwaffen gegen Russlands ballistisches Raketenarsenal. „Abfangmunition für ballistische Raketen hätte die Leben derjenigen retten können, die heute getötet wurden“, schrieb er in sozialen Netzwerken. Die Partner der Ukraine müssten verstehen, dass jede verspätete Lieferung, jede Weigerung, Raketenabwehr bereitzustellen, zu Tod und Zerstörung führe.
Eine nordkoreanische Raketeneinheit hat dem ukrainischen Geheimdienst zufolge mit der Verlegung in den Westen Russlands begonnen und könnte für Angriffe auf die Ukraine eingesetzt werden. Die Einheit könne mit 120 ballistischen Raketen und sechs Startrampen ausgerüstet werden, erklärt Andrij Tschernjak vom Militärgeheimdienst. Demnach plant Russland, die rund 90 nordkoreanischen Soldaten in der westrussischen Region Woronesch zu stationieren.
Russland hat seit Ende 2023 bereits zahlreiche nordkoreanische Raketen auf die Ukraine abgefeuert. Die Entsendung einer eigenen Einheit wäre eine Ausweitung der ohnehin umfassenden militärischen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Sie hatten 2024 einen gegenseitigen Verteidigungspakt unterzeichnet. Ukrainischen Angaben zufolge hat Nordkorea zudem Millionen Artilleriegranaten geliefert und 14.000 Soldaten in die russische Region Kursk entsandt.
Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nähe der ukrainischen Hafenstadt Odessa drei Frachtschiffe beschädigt. Zudem seien in Kiew und Umgebung mehrere Logistikzentren und Versorgungseinrichtungen angegriffen und beschädigt worden. Sie seien für militärische Zwecke genutzt worden, teilt das Ministerium mit.
In der russischen Region Tula ist nach Angaben des Gouverneurs bei einem ukrainischen Drohnenangriff ein Logistikzentrum des Online-Händlers Wildberries in Brand geraten. Ein Mensch sei verletzt worden, teilt Dmitri Miljajew auf Telegram mit. Der russische Marktführer Wildberries bestätigt den Angriff auf Telegram. Die Beschäftigten seien in Sicherheit gebracht worden, die Lieferströme würden umgeleitet.
Die ukrainischen Streitkräfte haben seit Mitte Juli mehr als ein Dutzend Anlagen von Wildberries mit Drohnen angegriffen und zum Teil erheblich beschädigt. Miljajew zufolge wurden zudem zwei Industrieanlagen in der Stadt Nowomoskowsk und im Gebiet Uslowaja sowie zwei Wohnhäuser in einem anderen Teil der Region Tula beschädigt.
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach Angaben des Rettungsdienstes 14 Menschen getötet worden. 27 weitere Menschen seien verletzt worden, teilt der Rettungsdienst auf Telegram mit. Zudem seien mehrere Lagerhäuser in der Region um Kiew bei dem Luftangriff in der Nacht beschädigt worden.
Russland greift die ukrainische Hauptstadt Kiew nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko mit ballistischen Raketen an. Die Luftabwehr sei im Einsatz, schreibt der Bürgermeister auf dem Kurznachrichtendienst Telegram.
Der russische Logistik- und Schifffahrtskonzern Fesco nimmt nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf eines seiner Schiffe keine neuen Frachtaufträge für das Schwarze Meer mehr an. Die „Janina“ sei in der Nacht zum Samstag durch ukrainische Seedrohnen beschädigt worden und gesunken, teilt der staatliche russische Atomkonzern und Fesco-Eigentümer Rosatom mit.
Russische Streitkräfte greifen nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau drei Schiffe im ukrainischen Hafen Mykolajiw sowie ein weiteres im Schwarzen Meer vor Odessa an. Diese würden „im Interesse des ukrainischen Militärs“ genutzt, teilt das Ministerium mit. Im Hafen von Tschornomorsk attackieren russische Truppen demnach zudem ein Containerterminal und eine Lagerhalle für Drohnen und Drohnenteile.
Die polnische Luftwaffe hat nach Regierungsangaben bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Tage ein russisches Aufklärungsflugzeug über der Ostsee abgefangen. Der russische Aufklärer vom Typ Il-20 sei 56 Kilometer nordöstlich von Koszalin unterwegs gewesen, schrieb Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf der Nachrichtenplattform X. Dort hätten ihn zwei polnische Kampfjets abgefangen. Der polnische Luftraum sei nicht verletzt worden, hieß es aus dem Verteidigungsministerium.
Bereits am Montag und am vergangenen Freitag war es zu ähnlichen Vorfällen mit russischen Aufklärern über der Ostsee gekommen. Die russischen Erkundungsflüge vor der Küste des Nato-Mitglieds Polen hatten laut Warschauer Angaben zuletzt wieder zugenommen. Schon Mitte Juli fing die polnische Luftwaffe an drei Tagen in Folge russische Kampfflugzeuge ab. Beim sogenannten Abfangen in der Luft nehmen die Piloten Sichtkontakt zur gegnerischen Besatzung auf und signalisieren, dass deren Flugzeug sich entfernen soll.
Ein Soldat hat auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim das Feuer auf Kameraden und Zivilisten eröffnet und vier Menschen getötet. Vier weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, am Dienstag mit.
Den Angaben zufolge erschoss der Soldat zunächst einen Kameraden und verletzte einen weiteren. Anschließend habe er drei Zivilisten getötet und drei weitere Menschen verletzt. Der Vorfall ereignete sich im Dorf Chmelnyzke, das zum Verwaltungsgebiet von Sewastopol gehört. Der Schütze wurde festgenommen. Zu einem möglichen Motiv machte Raswoschajew keine Angaben.
Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf russische Lagerhallen sind nach offiziellen Angaben in der Nacht zum Dienstag fünf Menschen ums Leben gekommen. In der Region Moskau habe eine Drohne in der Stadt Tschechow ein Lagerhaus in Brand gesetzt sowie ein Umspannwerk und ein weiteres Gebäude beschädigt, sagte Gouverneur Andrei Worobjow. Wem die Anlage gehörte, ließ er offen. Bei zwei weiteren Attacken in der Nähe von St. Petersburg und im nordwestlich von Moskau gelegenen Gebiet Twer wurden Einrichtungen des russischen Online-Händlers Wildberries getroffen. Dort gab es den örtlichen Behörden zufolge keine Toten oder Verletzten.
Die russische Schattenflotte aus Gastankern für den LNG-Transport hat sich im Vorfeld des EU-Verbots von russischem Erdgas ab 2027 vergrößert. Wie die „Financial Times“ (FT) berichtet, hat Moskau im vergangenen halben Jahr mindestens acht gebrauchte Tanker gekauft. Hinzu kommen zwei in Russland neu gebaute Tanker. Das gehe aus Daten des Schifffahrtsdatenunternehmens Windward hervor. Damit steigt die Flottenstärke auf 25 Schiffe an, schreibt die FT weiter.
Wegen der massiven russischen Angriffe auf ukrainische Schwarzmeerhäfen muss die Ukraine verstärkt auf alternative Exportrouten für ihr Getreide ausweichen. Diese dürften jedoch frühestens Ende August die erforderliche Kapazität erreichen und lediglich rund die Hälfte der bisherigen Ausfuhrmengen bewältigen, sagte der ukrainische Landwirtschaftsminister Taras Wyssozkyj der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.
Seit fast zwei Wochen seien keine Schiffe mehr in die Häfen rund um Odessa eingelaufen. Die direkten Verluste für den ukrainischen Agrarsektor könnten sich in diesem Jahr auf 1,5 bis drei Milliarden Dollar belaufen.
Ein bei einem ukrainischen Drohnenangriff getroffenes Lagerhaus des Online-Händlers Wildberries in der russischen Region Samara ist vollständig ausgebrannt. Alle dort gelagerten Waren seien zerstört worden, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf einen Vertreter der Regionalregierung. Ukrainische Drohnen hatten das Lagerhaus am Sonntag angegriffen, wie der Gouverneur der Region mitgeteilt hatte.
Die Türkei fordert Russland und die Ukraine auf, Maßnahmen zur Gewährleistung der Schifffahrtssicherheit im Schwarzen Meer zu ergreifen. Ankara sei zutiefst besorgt darüber, dass trotz „all unserer Warnungen“ zivile Schiffe im Schwarzen Meer ins Visier genommen würden, teilt das türkische Außenministerium mit.
In einem Verteilzentrum des russischen Lebensmittelhändlers Lenta in Nordrussland ist nach dem Absturz einer Drohne ein Brand ausgebrochen. Es handele sich um ein Lager in der Nähe von St. Petersburg, teilt Lenta mit. Ein Mensch sei verletzt worden. Das Feuer sei inzwischen gelöscht.
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff ist nach russischen Angaben ein Lagerhaus des Online-Händlers Wildberries in der Region Twer getroffen worden. Das Gebäude sei beschädigt worden, teilt Gouverneur Vitali Koroljow mit.
Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau sieben Frachtschiffe mit Drohnen angegriffen. Sie hätten im ukrainischen Hafen von Mykolajiw gelegen beziehungsweise seien im Schwarzen Meer unterwegs gewesen, meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das Ministerium.
Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht 320 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört. Betroffen gewesen seien 19 Regionen.
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Region Moskau sind nach russischen Angaben fünf Menschen getötet worden. Zudem seien sechs Menschen verletzt worden, teilt der Gouverneur der Region, Andrej Worobjow, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit.
In der Nähe des russischen Schwarzmeerhafens Noworossijsk sind nach Angaben der türkische Schifffahrtsbehörde bei einem Drohnenangriff auf ein Frachtschiff drei Besatzungsmitglieder schwer verletzt worden. Die „Nadezhda“ sei am Montag auf dem Weg von Noworossijsk in den nordtürkischen Hafen Samsun angegriffen worden.
Bei einem Drohnenangriff in der Nähe der russischen Metropole St. Petersburg ist ein Lagerhaus getroffen worden.
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
Ausweitung der nordkoreanischen Einheiten in Westrussland
Probable · En quelques semaines
Einbruch der ukrainischen Getreideexporte
Très probable · En quelques semaines
Questions ouvertes
- Welches Motiv hatte der Soldat bei dem Amoklauf auf der Krim?
- Wie will die Ukraine die Getreideexporte ohne Schiffsverkehr aufrechterhalten?






