Unwetter in Sächsischer Schweiz: Ein Toter und mehrere Verletzte in Rathen
Starkregen und Windbruch verursachen Chaos in mehreren deutschen Städten, darunter Hamburg und Stuttgart.
L'essentiel
- Ein schweres Unwetter traf Rathen in der Sächsischen Schweiz, forderte einen Toten und drei Schwerverletzte durch einen umstürzenden Baum.
- Rettungskräfte evakuierten 40 Personen.
- Auch Hamburg, Stuttgart und Bayern meldeten umfangreiche Schäden und zahlreiche Feuerwehreinsätze.
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Pourquoi c'est important
Ein schweres Unwetter traf am Freitagabend den Kurort Rathen in der Sächsischen Schweiz, wobei ein 28-jähriger Mann durch einen umstürzenden Baum ums Leben kam und mehrere Personen verletzt wurden. Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor vor starken Gewittern in weiten Teilen Sachsens gewarnt.
Ein Toter, drei Schwerverletzte und zehn weitere Verletzte: Ein Unwetter krachte am Freitagabend mitten in den kleinen Kurort Rathen in der Sächsischen Schweiz. Ein Baum begrub dabei nach Angaben der Rettungsleitstelle Dresden einen 28-jährigen Mann unter sich, er starb noch vor Ort. Der Mann war demnach auf einem Wanderweg von Rathen im Landkreis Sächsische Schweiz / Osterzgebirge in Richtung Bastei unterwegs. Zehn Menschen mussten ambulant versorgt und 40 Menschen evakuriert werden. Die Lage sei „sehr unübersichtlich“, hieß es am Abend.
Auch am Samstag war das gesamte Gebiet noch weiträumig abgesperrt, sagte der Polizeisprecher. Die Wege dort seien nicht mehr begehbar. Die Ermittlungen zum Ablauf der Ereignisse dauerten an. Besonders die genauen Umstände des Todesfalls wurden untersucht. Laut der Leitstelle der Feuerwehr könnte ein massiver Windbruch am Amselsee und der Felsenschlucht Schwedenlöcher dafür gesorgt haben, dass die Bäume umstürzten. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer traf am Samstag am Unglücksort ein. „Die Sächsische Schweiz liegt mir sehr am Herzen. Ich leide mit den Menschen“, sagte der CDU-Politiker in Rathen.
Ein Sprecher der integrierten Rettungsleitstelle Dresden sagte dem Sender MDR, insgesamt seien 40 Menschen aus dem Gefahrengebiet herausgebracht worden. Rettungskräfte suchten demnach bis zum späten Abend nach möglichen weiteren betroffenen Menschen, es sei jedoch niemand mehr vermisst worden.
Sprecher der Bergwacht: „Sehr starke Unwetterzelle“
Die Bergwacht war im Einsatz und suchte mit einem Drohnenteam des Deutschen Roten Kreuzes nach Menschen. „Es scheint eine sehr lokal begrenzte und sehr starke Unwetterzelle gewesen zu sein“, sagte der Sprecher der Bergwacht, Kai Kranich. Zuvor berichtete die „Bild“-Zeitung darüber. Kranich sagte, er habe den Eindruck, als seien ein Teil des Hanges abgestürzt und mehrere Bäume ins Tal gestürzt.
Der Luftkurort Rathen – beliebt bei Urlaubern und Ausflüglern – liegt direkt an der Elbe, nahe der bekannten Felsenformation Bastei. Die Felsenbühne hat Platz für rund 2000 Zuschauer. Sie zählt zu den größten Freilichttheatern Sachsens. Der Leiter des Spielbetriebs, Johannes Gärtner, sagte die kommenden Vorstellungen ab. „Ich habe den Spielbetrieb bis Montag abgesagt“, sagte Gärtner der Deutschen Presse-Agentur.
Der Deutsche Wetterdienst hatte für weite Teile Sachsens vor starken Gewittern gewarnt. Dabei könne es unter anderem zu Blitzschlag kommen, es könnten Bäume umstürzen und Gegenstände herabfallen. Die Warnung galt auch für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, in dem Rathen liegt.
Fast 100 Feuerwehreinsätze in Hamburg
Die Hamburger Feuerwehr ist am Freitagabend fast 100 Mal ausgerückt. Ein Mitarbeiter des Feuerwehr-Lagezentrums zählte 85 Einsätze zwischen 18.30 und 21.00 Uhr, die mit Wasser zu tun hatten. Zwölf weitere fasste er unter dem Stichwort „droht zu fallen“ zusammen, damit gemeint waren etwa Zäune oder Dachziegel. Verletzte habe es nicht gegeben. Die vielen Einsätze seien gut händelbar gewesen.
Es gebe Einsätze „nahezu im Minutentakt“, hatte früher am Abend ein Sprecher gesagt. Es seien aber ausreichend Kapazitäten vorhanden, um das Aufkommen zu bewältigen. Besonders betroffen waren ihm zufolge Randgebiete im Süden und Norden der Stadt. Am Abend ist ein schweres Gewitter über Hamburg gezogen. Der Deutsche Wetterdienst hat eine amtliche Unwetterwarnung veröffentlicht.
In Stuttgart hat ein Gewitter eine Reihe von Bäumen zu Sturz gebracht. „Bäume fielen auf Pkw, auf Stromleitungen oder auf Straßen“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Abend. Zudem seien Unterführungen überflutet worden. Es gebe etwa 50 Einsätze – diese würden nach Dringlichkeit priorisiert und abgearbeitet. Über 120 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr waren mit der Beseitigung von Unwetterschäden im gesamten Stadtgebiet befasst – auch noch um Mitternacht. Verletzte gebe es nach aktuellem Stand nicht, sagte der Sprecher.
Das Unwetter traf die Landeshauptstadt gegen 20.20 Uhr. „Über das gesamte Stadtgebiet verteilt kam es zu zahlreichen wetterbedingten Einsatzstellen. Dabei handelte es sich insbesondere um Sturmschäden“, teilte die Feuerwehr in ihrer Bilanz gegen Mitternacht mit. Ein Baum fiel so auf die Straße, dass auch die Stadtbahnschienen betroffen waren und es zu Unterbrechungen kam. Die Straße war mehrere Stunden gesperrt. Ein Baum riss eine Stromleitung ab. Mehrere umgestürzte Bäume versperrten die Zufahrt zu einem Klinikgelände.
Der Deutsche Wetterdienst hatte für Freitag kräftige Niederschläge sowie Sturmböen für Baden-Württemberg prognostiziert. Örtlich seien Gewitter mit schweren Sturmböen bis 100 Kilometern pro Stunde möglich, Hagel mit Korngrößen um zwei Zentimeter und Starkregen bis 25 Liter pro Quadratmeter, vereinzelt auch bis 40 Liter.
Waldbrand in Bayern
In Oberbayern hat ein Gewitter für einen Waldbrand gesorgt: Bei Bad Reichenhall schlug laut Polizei am Abend ein Blitz am Berg Hochstaufen ein und entfachte dort ein Feuer. Der Regen habe gegen die Flammen geholfen, aber es seien immer noch Glutnester da, sagte ein Polizeisprecher am frühen Morgen. Hubschrauber könnten erst mit den Löscharbeiten beginnen, wenn es draußen wieder hell ist. In einer Warnmeldung wiesen die Stadt Bad Reichenhall und die Feuerwehr darauf hin, dass „beim Aufenthalt in diesem Bereich Gefahr für Leib und Leben“ bestehe.
Gewitter-Warnungen gab es auch für Sachsen-Anhalt und Thüringen. In Sachsen-Anhalt seien Magdeburg, Halle, Dessau-Roßlau sowie der Burgenlandkreis, der Altmarkkreis Salzwedel und die Landkreise Anhalt-Bitterfeld, Börde, Stendal, Harz, Mansfeld-Südharz, Wittenberg, Jerichower Land, der Saalekreis und der Kreis Salzlandkreis betroffen.
In Thüringen gehe es um den Ilm-Kreis, den Saale-Orla-Kreis, den Kyffhäuserkreis, den Saale-Holzland-Kreis, die Landkreise Altenburger Land, Sömmerda, Sonneberg, Greiz, Saalfeld-Rudolstadt, Weimarer Land, Nordhausen, Weimarer Land und die Städte Gera, Jena und Weimar.
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
Die Ermittlungen zum genauen Ablauf der Ereignisse und den Umständen des Todesfalls werden fortgesetzt.
Très probable · En quelques jours
Der Spielbetrieb der Felsenbühne Rathen wird bis mindestens Montag abgesagt bleiben.
Très probable · En quelques jours
Questions ouvertes
- Wie genau kam es zum Umsturz der Bäume am Amselsee und in den Schwedenlöchern?
- Wie lange werden die Ermittlungen zum Todesfall dauern?
- Wann wird der Spielbetrieb der Felsenbühne wieder aufgenommen?




