US-Truppenprüfung in Europa soll Europas Verteidigungsverantwortung stärken
Ein Kommentar warnt vor strategischer Unsicherheit und sieht die NATO stärker auf einen europäischen als auf einen atlantischen Kurs zusteuern.
L'essentiel
- Ein Kommentar kritisiert die geplante Überprüfung der US-Truppenstärke in Europa als politisch motivierte Neuorientierung zugunsten Asiens.
- Europa solle mehr Verantwortung für seine konventionelle Verteidigung übernehmen, was Unsicherheit schaffe und Russland nütze.
Résumé généré par IA
Pourquoi c'est important
Der Text behandelt eine Überprüfung der US-Truppenstärke in Europa und ordnet sie als Teil einer politischen Neuausrichtung ein. Im Zentrum steht die Frage, ob die USA künftig stärker auf Asien und China fokussieren und Europa mehr Verantwortung für seine konventionelle Verteidigung überlassen.
Es ist ein Euphemismus, wenn der Staatssekretär im amerikanischen Verteidigungsministerium sagt, die US-Truppenstärke in Europa werde nun einer „echten Überprüfung“ unterzogen. Eine echte Überprüfung würde mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Ergebnis kommen, dass die Vereinigten Staaten angesichts des Krieges in Europa kein Interesse daran haben können, ihre dort stationierten Truppen zu reduzieren. Das schafft nur Unsicherheit und kommt Russland zugute.
Aber das Ziel dieser Überprüfung ist kein militärisches, sondern ein politisches. Staatssekretär Elbridge Colby nennt es selbst: Europa soll die Hauptverantwortung für seine konventionelle Verteidigung übernehmen. Das ist die Erfüllung eines Wahlkampfversprechens der Trumpisten, und es folgt den Vorstellungen von Leuten wie Colby, die den Schwerpunkt der US-Verteidigungspolitik von Europa nach Asien verlegen wollen, Stichwort China.
Den USA fehlen die Kräfte
Dass die USA nicht mehr die weltumspannenden Kräfte haben, um im multipolaren Zeitalter auf allen Kontinenten die Ordnungsfunktion zu erfüllen, ist offenkundig. Aber man kann sich über die strategische Blindheit, mit der die Trump-Regierung diese Neuorientierung durchzieht, nur wundern. Colby selbst hat sich kürzlich allen Ernstes darüber beschwert, dass Amerikas Partner nun Waffen, soweit es geht, bei sich selbst kaufen wollen.
Welchen anderen Schluss soll man denn hier aus dem Verhalten eines „Verbündeten“ ziehen, der Lieferungen an die Ukraine einstellt, Grönland annektieren will und Putin umschmeichelt? Die NATO ist noch nicht am Ende, aber derzeit hat sie eher eine europäische als eine atlantische Zukunft.
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
Die Debatte über eine stärkere europäische Eigenverantwortung in der NATO wird sich fortsetzen.
Probable · En quelques semaines
Europäische Staaten werden verstärkt über eigene Rüstungs- und Beschaffungsoptionen diskutieren.
Possible · En quelques semaines
Die Frage nach der zukünftigen Rolle der NATO zwischen europäischer und atlantischer Ausrichtung bleibt strittig.
Probable · En quelques mois
Questions ouvertes
- Wie viele US-Truppen in Europa könnten tatsächlich reduziert werden?
- Wie würden die europäischen NATO-Partner auf eine Reduzierung reagieren?
- Welche konkreten Folgen hätte die Überprüfung für die Ukraine-Unterstützung?




