USA und Iran nähern sich offenbar Friedensabkommen
L'essentiel
- Die USA und Iran sind einem Friedensabkommen zur Wiederöffnung der Straße von Hormus näher gekommen.
- Pakistan vermittelt, doch es gibt widersprüchliche Angaben zu den Inhalten, was Unsicherheit schürt.
- Israel warnt vor Zugeständnissen.
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Die USA und Iran nähern sich einem Friedensabkommen zur Wiederöffnung der Straße von Hormus. Pakistan vermittelt, doch widersprüchliche Angaben beider Seiten und interne iranische Meinungsverschiedenheiten führen zu Unsicherheit.
Krieg in Nahost USA und Iran nähern sich offenbar Friedensabkommen
12. Juni 2026, 20:43 Uhr|
Beide Seiten senden positive Signale, und auch Vermittler Pakistan verbreitet vorsichtigen Optimismus. Es gibt jedoch unterschiedliche Angaben zu den Punkten, die das Abkommen umfassen soll.
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Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Iran kündigt Änderungen bei Straße von Hormus an – künftig Gebühren?
Israels Verteidigungsminister warnt vor Zugeständnissen an Iran
Trump kündigt erneut Einigung mit Iran an – Gefechte um die Straße von Hormus
Trump will Iran heute nun doch nicht angreifen lassen
Trump droht mit „vollständiger Kontrolle“ über Irans Öl
USA und Iran nähern sich einem vorläufigen Friedensabkommen zur Wiederöffnung der Straße von Hormus
Die USA und Iran sind offenbar einem vorläufigen Friedensabkommen näher gekommen, das die Wiederöffnung der Straße von Hormus zum Ziel hat und den Krieg beenden soll. Widersprüchliche Aussagen beider Seiten führen jedoch weiterhin zu Unsicherheit.
Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter erklärte gegenüber Reportern, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Abkommen unterzeichnet werde, liege bei 80 oder 85 Prozent, er fügte jedoch hinzu, dass einige iranische Hardliner weiterhin jeden Durchbruch verhindern wollten. Diese internen Meinungsverschiedenheiten würden derzeit ausgeräumt.
„Das Islamabad-Memorandum war noch nie so nah“, schrieb der iranische Außenminister Abbas Araghtschi auf X. Er versprach, dass „alle Details zu gegebener Zeit der Öffentlichkeit mitgeteilt werden.“ US-Präsident Donald Trump teilte Araghtschis Erklärung auf Truth Social. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif erklärte in einem Beitrag auf X, dass „ein endgültiger, vereinbarter Text des Friedensabkommens vorliegt“ und dass sein Land als Vermittler mit beiden Seiten zusammenarbeite, „um die nächsten Schritte festzulegen“.
Doch trotz aller Fortschritte herrschte wenig Klarheit darüber, was der Text der sogenannten Absichtserklärung enthalten wird, da die Konfliktparteien widersprüchliche Angaben machten. Und während die USA andeuteten, die Vereinbarung sei im Wesentlichen unter Dach und Fach, erklärte Iran, man müsse noch eine endgültige Entscheidung treffen. Diese Diskrepanz lässt Zweifel daran aufkommen, wie schnell der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder annähernd den Stand vor dem Krieg erreichen kann.
Eine mit den Beratungen vertraute Person sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge, die Absichtserklärung werde in bestimmten Bereichen Interpretationsspielraum lassen, darunter auch die Frage, was die Wiederöffnung der Meerenge in der Praxis bedeuten würde. Während Trump erklärte, Schiffe würden freie Durchfahrt haben, deuteten iranische Medien an, Teheran werde weiterhin ein gewisses Maß an Kontrolle behalten.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi sagt im staatlichen Fernsehen, die Absichtserklärung mit den USA sei noch nicht unterzeichnet und es könne noch Änderungen geben. Geplant sei ein Ende des Krieges an allen Fronten inklusive Libanons. Teil der Vereinbarung sei auch ein Ende der US-Blockade gegen Iran und die Wiederöffnung der Straße von Hormus. Fragen des iranischen Atomprogramms würden erst zu einem späteren Zeitpunkt behandelt. Iran sei der Gewinner des Krieges mit den USA, fügt Araghtschi hinzu. Das Land gehe aus dem Krieg gestärkt hervor.
Iran kündigt Änderungen bei Straße von Hormus an – künftig Gebühren?
Irans Außenminister Abbas Araghtschi sagt, bei der Verwaltung der Straße von Hormus werde man nicht zu dem Status zurückkehren, den es dort vor dem Krieg gegeben habe. Die Schifffahrtsstraße gehöre zu Iran und zum Oman. Iran werde dafür sorgen, dass Schiffe, die durch die Straße führen, eine sichere Passage hätten. Was genau damit gemeint ist, sagt Araghtschi nicht.
Beobachter hatten in den vergangenen Wochen darauf hingewiesen, dass Iran versuchen könnte, von jedem Schiff, das künftig die Wasserstraße nutzt, eine hohe Gebühr zu verlangen. Vor dem von den USA und Israel begonnenen Krieg hatte die Durchfahrt keine Gebühr gekostet. Würde sie eingeführt, könnte das zu höheren Ölpreisen an den Weltmärkten und damit auch zu höheren Kosten etwa bei Verbrauchern und Unternehmen weltweit führen.
Pakistans Premier meldet angebliche Einigung der USA und Irans auf finalen Textentwurf
Die USA und Iran haben sich dem Vermittler Pakistan zufolge über ein Abkommen verständigt. „Wir können bestätigen, dass ein endgültiger, von allen Seiten abgestimmter Text des Friedensabkommens erreicht wurde“, schrieb Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif auf X. „Pakistan arbeitet nun eng mit beiden Seiten zusammen, um die nächsten Schritte zu finalisieren. Ein Frieden war noch nie so greifbar wie jetzt.“
Israels Verteidigungsminister warnt vor Zugeständnissen an Iran
Während Washington und Teheran über ein mögliches Abkommen sprechen und möglicherweise kurz vor einer Einigung stehen, betont Israels Verteidigungsminister Israel Katz die sicherheitspolitischen Interessen seines Landes. Zwar hätten die USA und Israel das gemeinsame Ziel, Iran am Erwerb von Atomwaffen zu hindern, erklärt Katz. Israel erwarte jedoch, dass Washington auch weitere Sicherheitsbedenken berücksichtige. Dabei nannte er das iranische Raketenprogramm sowie die Unterstützung bewaffneter Gruppen – Katz sprach von Terroristen – durch Teheran.
Israel müsse sicherstellen, auch künftig unabhängig handeln zu können, damit Iran keine Atomwaffen erhalte, sagte Katz weiter. Das Sicherheitskonzept des Landes sei klar und eindeutig, sagte Katz. Man gehe gegen nahe und ferne Bedrohungen vor. Ziel seien Entscheidungen und nicht Kompromisse und Zugeständnisse.
Der Verteidigungsminister kündigte außerdem an, Israel werde sich nicht aus den von ihm ausgewiesenen „Sicherheitszonen“ in Libanon, in Syrien und im Gazastreifen zurückziehen. Er begründete dies mit einer Bedrohung durch „dschihadistische Kräfte und Organisationen“. Welche Gruppen Katz konkret meinte, sagte er nicht. Die Äußerung dürfte sich unter anderem auf die islamistische Hamas im Gazastreifen sowie die schiitische Hisbollah-Miliz in Libanon beziehen. Beide Organisationen werden vom Iran unterstützt.
Israels Verteidigungsminister Israel Katz (l) bei einem Truppenbesuch im Südlibanon. Ariel Hermoni/Verteidigungsministerium/dpa
Irans Außenminister behauptet: Rahmenabkommen zum Greifen nah – Trump teilt Post
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi sieht ein Rahmenabkommen zwischen seinem Land und den USA in greifbarer Nähe. „Die Absichtserklärung von Islamabad stand noch nie so kurz vor dem Abschluss“, schrieb Araghtschi auf X. Einzelheiten würden der Öffentlichkeit zu gegebener Zeit mitgeteilt. US-Präsident Donald Trump teilte den Post auf seiner Plattform Truth Social, ohne ihn weiter zu kommentieren.
Zuvor hatte Trump bereits Fortschritte in den Verhandlungen mit Iran über ein Kriegsende verkündet. Wahrscheinlich werde es eine Unterzeichnung geben, „vielleicht in Europa“, sagte der Republikaner im Oval Office vor Reportern.
Trump nennt iranische Angaben zu Inhalten eines möglichen Abkommens unwahr
US-Präsident Donald Trump hat Äußerungen aus Iran über angebliche Inhalte einer Vereinbarung mit den USA zurückgewiesen. Bedingungen für ein mögliches Rahmenabkommen, die das Land durchgestochen habe, hätten „NICHTS“ mit dem zu tun, was vereinbart worden sei, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Trump nannte keine Details und sprach von „unehrenhaften“ Leuten, mit denen man es zu tun habe. „Sie sollten sich besser zusammenreißen - und zwar SCHNELL!“, drohte er.
Iran: Verhandlungstext überwiegend finalisiert
Nachdem US-Präsident Donald Trump am Donnerstag ein baldiges Rahmenabkommen mit Iran in Aussicht gestellt hatte, spricht auch die Islamische Republik von einem möglichen bevorstehenden Verhandlungsabschluss. Ein entsprechender Text sei überwiegend finalisiert, sagte der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai nach Angaben der staatlichen Agentur Irna in einem TV-Programm.
Zugleich drückte Baghai erneut fehlendes Vertrauen Teherans in Washington aus. Das Problem sei, dass die US-Seite ihre Positionen immer wieder verändere, sagte Baghai demnach weiter. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, das Abkommen sei bisher nicht endgültig bestätigt. Es handle sich um einen 14 Punkte umfassenden Text.
Bei dem jetzt diskutierten Dokument geht es Berichten zufolge zunächst um ein Rahmenabkommen, mit dem die Grundlage für weitere Gespräche zwischen den USA und Iran gelegt werden soll. Mit dem Rahmenabkommen könnte aber bereits etwa die für den Handel wichtige Straße von Hormus wieder vollständig geöffnet werden.
Trump kündigt erneut Einigung mit Iran an – Gefechte um die Straße von Hormus
US-Präsident Donald Trump hat einmal mehr eine baldige Einigung mit Iran angekündigt. Im Oval Office sagt er, eine Unterzeichnung könne bereits am Wochenende in Europa stattfinden. Vizepräsident J. D. Vance werde teilnehmen, falls es dazu komme.
Trump erklärt, Irans oberster Führer habe einem Abkommen zugestimmt. Zugleich sagt er, der Pakt sei noch nicht finalisiert. Die iranische Nachrichtenagentur Fars meldet dagegen, iranische Vertreter hätten den Text eines Abkommens nicht gebilligt. Dass Trump einen unmittelbar bevorstehenden Deal verkündet, sei laut CNN inzwischen exakt 39 Mal passiert.
Weiterhin behaupten beide Seiten, die Schifffahrt in der Straße von Hormus zu kontrollieren. Die iranische Militärführung hatte die Meerenge am Donnerstag für Öltanker und Handelsschiffe geschlossen und mit Beschuss gedroht. Die USA haben das dementiert.
Nun haben iranische Streitkräfte Staatsmedien zufolge einen Öltanker an der Durchfahrt durch die Straße von Hormus gehindert. Das Schiff habe sich nach Warnungen der Marine der Revolutionsgarde an das Durchfahrtsverbot gehalten. Zuvor gemeldete Explosionsgeräusche vor der Küste von Sirik könnten laut der Nachrichtenagentur IRNA mit dem Vorfall zusammenhängen.
Aus Kreisen der US-Regierung klingt das anders: "Der Schiffsverkehr durch die Meerenge läuft weiter", erklärt ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Das US-Militär habe laut Reuters zwei iranische Angriffsdrohnen nahe der Meerenge abgeschossen.
Trump will Iran heute nun doch nicht angreifen lassen
US-Präsident Donald Trump hat die für diesen Abend angekündigten schweren Angriffe auf Iran abgesagt. Der Republikaner begründete das auf der Plattform „Truth Social“ mit laufenden Gesprächen, die die höchste Ebene der iranischen Führung erreicht hätten.
Nach Trumps Darstellung sind Verhandlungen über eine Befriedung des Konflikts einem Durchbruch nahe. Die Gespräche und die endgültigen Punkte seien in ihrer Grundausrichtung und im Detail von allen beteiligten Parteien gebilligt worden, darunter die USA, Israel, Saudi-Arabien, die Vereinigten Vereinigten Emirate, Katar, die Türkei, Pakistan, Bahrain, Kuwait, Jordanien, Ägypten und andere Länder. „Die Seeblockade bleibt bis zum Abschluss dieser Transaktion in vollem Umfang in Kraft – Zeitpunkt und Ort der Unterzeichnung werden in Kürze bekannt gegeben“, schrieb Trump.
Erst Stunden zuvor hatte Trump schwere Angriffe auf Iran für die Nacht angekündigt. Die USA würden das Land „sehr hart“ treffen, schrieb er auf Truth Social. Er drohte Teheran außerdem damit, in nicht allzu ferner Zukunft die für Irans Ölindustrie wichtige Insel Charg sowie andere Öl-Infrastrukturpunkte zu übernehmen. Die USA würden die „vollständige Kontrolle“ über Irans Öl- und Gasmärkte erlangen.
Trump droht mit „vollständiger Kontrolle“ über Irans Öl
US-Präsident Donald Trump hat mit der Übernahme der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Charg gedroht. Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft werde man die Insel und andere Öl-Infrastrukturpunkte übernehmen und die „vollständige Kontrolle“ über Irans Öl- und Gasmärkte erlangen, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social und kündigte zugleich schwere Angriffe auf Iran für die Nacht an.
Indien: Drei tote Seeleute nach US-Angriff auf Tanker gefunden
Nach dem Beschuss eines Tankers im Golf von Oman durch das US-Militär sind nach Angaben Indiens drei zunächst vermisste indische Besatzungsmitglieder tot aufgefunden worden. Ihre Leichen seien entdeckt und identifiziert worden, schrieb der indische Schifffahrtsminister Sarbananda Sonowal auf der Plattform X.
Das US-Militär hatte nach eigenen Angaben am Mittwoch das unter der Flagge des pazifischen Inselstaats Palau fahrende Schiff „Settebello“ beschossen. Es soll versucht haben, iranisches Öl zu transportieren. Die Besatzung habe sich den Anweisungen der Streitkräfte widersetzt, hieß es.
Nach Angaben des Außenministeriums in Delhi konnten 21 indische Besatzungsmitglieder gerettet werden. Drei weitere galten zunächst als vermisst. Das Ministerium hatte den Angriff verurteilt. Laut Berichten indischer Medien hatte das Außenministerium aus Protest den stellvertretenden Botschafter der USA in Delhi einbestellt.
Laura Otter
Die Lage vor Ort
Iran greift US-Stützpunkte in Golfstaaten an – Trump stellt Iran Ultimatum
Iran hat nach den jüngsten US-Angriffen im Süden des Landes Attacken auf Ziele in Bahrain, Kuwait und Jordanien gemeldet. Nach Angaben der iranischen Streitkräfte wurde in Bahrain das regionale Hauptquartier der US-Marine mit Kamikazedrohnen angegriffen.
Der Angriff zielte demnach auf Patriot-Flugabwehrsysteme. Die Revolutionsgarde erklärt zudem, sie hätte unter anderem zwei US-Luftwaffenstützpunkte in Kuwait und einen in Bahrain attackiert. Kuwait hat seinen Luftraum für zivile Flugzeuge geschlossen. In Bahrain wurde Alarm ausgelöst, die Bevölkerung soll Ruhe bewahren und sichere Orte aufsuchen. Auch haben die iranischen Streitkräfte nach eigenen Angaben einen US-Luftwaffenstützpunkt in Jordanien mit zwölf ballistischen Raketen angegriffen. Ziele auf dem Stützpunkt Al-Asrak seien US-Flugzeuge, wichtige militärische Einrichtungen sowie das Kontrollzentrum gewesen, berichten staatliche iranische Medien und die Nachrichtenagentur Tasnim.
Das US-Militär hat indes seine Angriffswelle in Iran nach eigenen Angaben eingestellt. Das teilte das zuständige Regionalkommando Centcom am frühen Morgen auf X mit. Es seien militärische Aufklärungsanlagen, Kommunikationssysteme und Luftverteidigungsstellungen im ganzen Land attackiert worden. Wie Fox News berichtet, drohte US-Präsident Trump damit, Iran am nächsten Tag erneut anzugreifen, falls dessen Führung kein Abkommen unterzeichne.
Laura Otter
Nach Beschuss aus Iran: Kuwait öffnet Luftraum wieder
Nach erneutem Beschuss aus Iran hat der Golfstaat Kuwait vorerst Entwarnung gegeben. Die zuständige Behörde teilte am Morgen mit, dass die „Umstände, die die zuvor ergriffenen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich gemacht hatten, n
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
A preliminary peace agreement will be signed within the next two weeks.
Probable · En quelques semaines
The Strait of Hormuz will reopen for shipping, but with new fees imposed by Iran.
Probable · Moyen terme
Questions ouvertes
- What are the exact terms of the 'Islamabad Memorandum'?
- How will Iran's 'control' over the Strait of Hormuz be implemented?
- Will Israel accept the terms of the agreement?


