USA und Saudi-Arabien einigen sich auf Atomabkommen
Vereinbarung könnte Riad Urananreicherung ermöglichen und US-Unternehmen Schlüsselrolle beim Infrastrukturaufbau sichern.
L'essentiel
- USA und Saudi-Arabien haben sich auf ein Atomabkommen geeinigt, das Riad Urananreicherung für ein ziviles Programm ermöglichen könnte.
- US-Unternehmen sollen Schlüsselrolle beim Infrastrukturaufbau spielen.
- Der Deal, der noch diese Woche unterzeichnet werden könnte, wird dem US-Kongress zur Prüfung vorgelegt.
Résumé généré par IA
Pourquoi c'est important
Die USA hatten zuvor Gespräche mit Saudi-Arabien über eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel geführt, die nach Beginn des Gazakriegs ausgesetzt wurden. Saudi-Arabien äußerte 2018, Atomwaffen anzustreben, falls Iran dies tun sollte.
Die USA und Saudi-Arabien haben sich übereinstimmenden Medienberichten zufolge auf ein Atomabkommen geeinigt. Die Einigung könnte dem Königreich ermöglichen, im Rahmen eines zivilen Atomprogramms eigens Uran anzureichern. Das berichten die Nachrichtenagenturen AP und Reuters sowie die Zeitung »New York Times« unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Zuerst hatte das »Wall Street Journal« berichtet. Den Berichten zufolge soll das Abkommen zeitnah offiziell verkündet werden, ehe es dem US-Kongress zur Prüfung vorgelegt wird.
Die milliardenschwere Vereinbarung solle eine Laufzeit von 30 Jahren haben, US-Unternehmen eine Schlüsselrolle beim Aufbau der saudi-arabischen Atominfrastruktur sichern und andere ausländische Konkurrenten ausschließen, heißt es weiter in dem Bericht des »Wall Street Journals«. Eine zentrale Regelung sieht demnach vor, dass US-Unternehmen eine Urananreicherungsanlage in Saudi-Arabien bauen, sofern eine gemeinsame US-saudi-arabische Studie zu dem Schluss kommt, dass ein solcher Schritt gerechtfertigt ist.
Die »New York Times« berichtete unter Berufung auf Regierungsbeamte, Trump habe Kompromisse machen müssen, um die Vereinbarung zu erreichen. So habe er Bedingungen zugestimmt, die internationale Inspektoren möglicherweise daran hindern könnten, Zugang zu bestimmten Standorten zu bekommen. Gemeint seien Standorte, an denen der Verdacht aufkomme, dass dort Kernbrennstoff für Waffenprogramme abgezweigt werden könne.
Laut den Berichten könnte die Vereinbarung noch am Mittwoch unterzeichnet werden. US-Energieminister Chris Wright hatte bereits bei einer Reise in die Region im April 2025 über einen solchen Deal Gespräche geführt. Schon damals hieß es, denkbar sei ein neues Energieabkommen beider Länder, das den Weg für ein Atomprogramm in dem Wüstenstaat ebnen könnte.
Die USA hatten zuvor mit Saudi-Arabien Gespräche über eine mögliche Normalisierung der bilateralen Beziehungen mit Israel geführt. Im Gegenzug waren Unterstützung für Riad beim Atomprogramm und ein mögliches neues Sicherheitsabkommen im Gespräch. Die Verhandlungen wurden nach Beginn des Gazakriegs ausgesetzt. Saudi-Arabiens Kronprinz und faktischer Herrscher, Mohammed bin Salman, hat aber weiter ein »großes Interesse« seines Landes daran geäußert.
In einem Interview des US-Senders CBS hatte der Kronprinz 2018 gesagt, dass Riad »so schnell wie möglich« Atomwaffen anstreben würde, wenn Iran dies tun sollte. Saudi-Arabien und Iran ringen seit Langem um die Vorherrschaft in der Region. Beide Staaten näherten sich 2023 unter Vermittlung Chinas an. Das Misstrauen bleibt aber groß, nach einer jahrelangen Rivalität, die auch vom konfessionellen Konflikt zwischen dem sunnitischen Islam in Saudi-Arabien und dem schiitischen Islam in Iran geprägt wird.
Wie Reuters berichtet, soll in dem Abkommen der sogenannte Gold-Standard fehlen. Dieser würde dem Königreich die Anreicherung von Uran und die Wiederaufbereitung von abgebrannten Brennelementen untersagen – zwei mögliche Wege zur Entwicklung von Atomwaffen. Zudem sei das »Zusatzprotokoll« nicht enthalten, das der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) weitreichende und unangemeldete Inspektionen ermöglicht. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten dem »Gold-Standard« in einem ähnlichen Abkommen mit den USA im Jahr 2009 zugestimmt.
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
Das Abkommen wird zeitnah offiziell verkündet.
Très probable · En quelques jours
Das Abkommen wird dem US-Kongress zur Prüfung vorgelegt.
Très probable · En quelques semaines
Questions ouvertes
- Wie wird der US-Kongress auf das Abkommen reagieren?
- Welche genauen Einschränkungen gibt es bei den Inspektionen?
- Wird das Abkommen tatsächlich am Mittwoch unterzeichnet?





