Volkswagen: Niedersachsens Wirtschaftsminister kritisiert Sparpläne
L'essentiel
- Niedersachsens Wirtschaftsminister Tonne kritisiert die Sparpläne von Volkswagen als "unanständig".
- Er fordert ein tragfähiges Konzept vom Vorstand, während die Verkaufszahlen sinken, besonders in China.
- Konzernchef Blume spricht von "Zeichen für Aufbruch" und einer "umfassenden Neuausrichtung".
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Volkswagen steht unter Druck, neue Sparpläne zu entwickeln, während die Verkaufszahlen sinken. Niedersachsens Wirtschaftsminister kritisiert das Vorgehen des Vorstands.
»Das ist unanständig, so mit den Kolleginnen und Kollegen umzugehen«, sagt Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) und meint das Vorgehen der Volkswagen-Führung. Er hat im Ringen um neue Sparpläne bei Volkswagen Klarheit, Verlässlichkeit und ein tragfähiges Konzept gefordert. Es sei die Aufgabe des Vorstandes, zügig ein schlüssiges Gesamtkonzept auf den Tisch zu legen, teilte der SPD-Politiker dem NDR mit.
Volkswagen veröffentlicht derweil neue Verkaufszahlen. Demnach sind die Verkäufe erneut gesunken. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist der Absatz des VW-Konzerns im zweiten Quartal um 8,6 Prozent eingebrochen . Besonders in China läuft das Geschäft schlecht.
Konzernchef Oliver Blume will Volkswagen mit einem drastischen Plan sanieren. Nach der Sitzung des VW-Aufsichtsrates zu möglichen weiteren Einsparungen bekräftigte der Konzernchef das Ziel, den Autobauer neu auszurichten. Der Vorstand treibe die Transformation weiter voran, teilte Blume in einer Stellungnahme mit.
Konzernchef-Blume spricht von »Zeichen für Aufbruch«
Er sprach von der »umfassendsten Neuausrichtung der Konzerngeschichte«. Der Vorstand übernehme damit »Verantwortung für die nachhaltige Zukunft des Unternehmens – in einer Zeit, in der die Automobilindustrie weltweit stark unter Druck steht«, so Blume weiter. »Wir begrenzen Risiken, erschließen neue Chancen aus eigener Stärke und setzen ein klares Zeichen für Aufbruch am Wirtschaftsstandort Deutschland.«
Das Land Niedersachsen ist mit 20 Prozent an VW beteiligt. »Wir haben eine gemeinsame Verantwortung«, sagte Wirtschaftsminister Tonne. Mit den Ängsten der Kolleginnen und Kollegen in den Werken dürfe man nicht spielen. »Erst mal geht es doch darum, dass man eine Idee auf den Tisch legt, die Lust darauf macht, Autos von VW zu kaufen«. Bisher höre man aber immer nur von Schließungen, Rückschritten und Streichungen.
Konzernchef Oliver Blume hatte dem VW-Aufsichtsrat am Donnerstagnachmittag einen Sparvorschlag vorgestellt, mit den Stimmen der IG Metall und des Landes wurde er laut Konzernkreisen jedoch abgeschmettert. Ein Kompromissvorschlag von Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) kam gar nicht erst zur Abstimmung. In dem Aufsichtsrat sitzt neben Lies auch die niedersächsische Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne).
Die Debatten am Donnerstag dürften der Auftakt für einen langen Sommer der Verhandlungen bei Volkswagen gewesen sein. Setzt der 58-Jährige am Ende auch nur die Hälfte seiner Vorschläge durch, die der SPIEGEL aus Aufsichtsratskreisen erfuhr, wäre Volkswagen danach ein anderer Konzern. Mehr dazu lesen Sie hier .
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Volkswagen wird einen überarbeiteten Sparplan vorlegen müssen.
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