Wacken Open Air: Feuerwehr-Orchester eröffnet Festival, Metal Battle kürt Sieger
L'essentiel
- Das Wacken Open Air 2026 wurde vom Feuerwehr-Orchester „Wacken Firefighters“ eröffnet.
- Trotz der Schlammschlacht im Vorjahr sorgte gutes Wetter und verbesserte Infrastruktur für einen reibungslosen Ablauf.
- Das chilenische Trio Force gewann den Metal Battle, und erste Headliner für 2027 wurden bekannt gegeben.
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Pourquoi c'est important
Das Wacken Open Air 2026 wurde vom Feuerwehr-Orchester „Wacken Firefighters“ eröffnet, die seit 2000 fester Bestandteil des Festivals sind. Nach der Schlammschlacht von 2025 wurden 100.000 Quadratmeter Bodenplatten und ein 850 Meter langer Rettungs- und Evakuierungsweg verlegt, um zukünftige Probleme zu vermeiden.
Für denjenigen, der neu ist in Wacken, mag die Eröffnung des größten Heavy-Metal-Festivals der Welt ein wenig unwirklich daherkommen. Da steht kein tätowierter Langhaariger mit seiner Band zur Begrüßung auf der Bühne und lässt es nach eins, zwei, drei, vier ordentlich dröhnen, sondern ein ganzes Orchester. Bläser, Streicher, und was sonst noch dazu gehört. Der Dirigent allerdings ist mehr Frontmann, er brüllt der Menge zu: „Wacken, Wacken“ – und die Zuschauer rufen lauthals zurück: „Feuerwehr!“
Seit dem Jahr 2000 eröffnen die „Wacken Firefighters“ die rockigen Tage im 2085-Seelen-Ort in Deutschlands Norden. 53 Musiker der freiwilligen Feuerwehr, deren Vorvorvorgänger sich vor 125 Jahren zusammengetan haben, um für musikalische Unterhaltung zu sorgen. Sie ahnten ganz sicher nicht, wohin das führen würde.
Dirigent ist Stefan Bumann, kein fairer Name für einen so sympathischen Typen, der hauptberuflich auch noch Gerichtsvollzieher ist. Nebenbei ist er stellvertretender Wehrführer der freiwilligen Feuerwehr, spielt in einer Partyband Trompete und ist seit 2014 musikalischer Leiter der Firefighters. Er ist ein echter Einheizer, und man sieht ihm an, wie viel Freude er daran hat.
Dreimal treten Bumann und seine Firefighter während der wilden Tage in Wacken auf. Sie eröffnen das Festival (Montag), sie beenden es (Sonntag), und sie spielen ein eigenes Konzert mitten im Wackinger-Dorf am Mittwoch. Bei ihnen klingen Songs von Metallica, Scorpions und Black Sabbath ein bisschen anders, aber die Metalheads lieben das so, und Bumann ruft ihnen zu: „Keine Band hat schwereres Metal dabei als wir!“
Für Wacken-Gründer Thomas Jensen war es keine Frage, dass sich „auch dieser Teil des Dorflebens im Festival wiederfinden“ muss. Und Bumann berichtet davon, wie viel Spaß es macht, „wenn Zehntausende auf meine Kommandos hören“. Herzensgute Menschen seien das, „auch wenn manche ein bisschen rau aussehen“.
85.000 sind auch 2026 wiedergekommen, und das war nicht selbstverständlich. Im Vorjahr war Wacken regelrecht abgesoffen. Fans, Campingwagen und das übliche Festivalleben blieben größtenteils im Schlamm stecken. Worauf Gunnar Schroeder, Sänger der Deutschpunkband „Dritte Wahl“ bei seinem Auftritt am sonnigen Samstag sagte: „Erstaunlich, was mit KI heutzutage schon alles geht. Wir wissen doch genau, dass es in Wirklichkeit in Strömen regnet, wir sind schließlich in Wacken. Aber die KI gaukelt uns vor, der Himmel sei blau und die Sonne würde scheinen. Faszinierend.“
Hoch Olaf schickte tatsächlich sogar nach Wacken feinstes Sommerwetter, was selbst den Veranstalter überraschte: Er blieb nämlich in seinem XXL-Merchandising-Store ausgerechnet auf den 22 Euro teuren original WOA-Gummistiefeln sitzen. Obwohl das Motto „Wacken – Rain or Shine“ auch als eine Art Absicherung für alle Fälle herhalten könnte, besserten die Veranstalter nach der Schlammschlacht von 2025 kräftig nach. 100.000 Quadratmeter Bodenplatten wurden verlegt. Kernstück ist ein 850 Meter langer fester Rettungs- und Evakuierungsweg, sowie eine neue Brücke an der tückischsten Stelle. Und so war die Feuerwehr diesmal erfreulicherweise damit beschäftigt, einen Rehbock einzufangen, der sich aufs Festivalgelände verirrt hatte, und nicht mit dem Abpumpen von Wasser.
Musikalisch war auch die 35. Auflage mit mehr als 200 Acts auf neun Bühnen breit und interessant aufgestellt. Die Nu-Metal-Christen von P.O.D. aus San Diego räumten mächtig ab, während Puhdys-Sänger Dieter „Maschine“ Birr mit seinem Auftritt für einen emotionalen Höhepunkt sorgte. Sänger Joe Elliot war nach seinem Wacken-Debüt mit Def Leppard sichtlich angetan: „Wir haben wirklich vieles erlebt, aber das hier ist einmalig.“
Alteingesessene Rocker feierten Abschied von Größen wie Judas Priest, Running Wild oder Sepultura, die zum letzten Mal nach Wacken kamen, wobei vor allem Saxon zu gefallen wussten. Vor Begeisterung warfen die Fans ihre „Kutten“, das sind ärmellose Westen, die mit zahlreichen Band-Aufnähern liebevoll bestickt sind, auf die Bühne. Sänger Biff Byford zog einige davon über, sammelte den Rest zu einem bemerkenswerten Haufen.
Jüngere Metalheads feierten aufstrebende Bands wie Powerwolf, Sabaton und Any Given Day, während die Allerjüngsten schon Samstagfrüh bei den Heavysaurus auf ihre Kosten kamen. Die in Dinosaurier-Kostümen auftretenden Musiker verpacken echten Heavy Metal in kinderfreundliche Texte. Der Rock-Kindergarten bekam vor der Bühne einen eigenen abgesperrten Bereich, und die Lautstärke wurde auf 85 Dezibel abgesenkt. Etwa 40.000 Erwachsene krabbelten früher als sonst üblich aus ihren Zelten, um bei diesem Spektakel dabei zu sein.
Dass Heavy Metal keine Nachwuchssorgen hat, das bewies die „Metal Battle“. Mehr als 100.000 junge Bands aus 102 Ländern hatten sich in mehreren Landes- und Kontinentalentscheiden dafür beworben. Die 31 besten wurden zum Finale nach Wacken geladen. Dort setzte sich das chilenische Trio Force durch und gewann mit einem spritzigen 80er-Jahre-Sound sowohl den Jurypreis (dotiert mit 5000 Euro), als auch das Voting des Publikums (2500 Euro). Sänger und Gitarrist Laureano Starboy (25) erinnert ungemein an den jungen Vince Neil, Frontmann der Glamourband Mötley Crüe. Gemeinsam mit Schlagzeugerin Camila Sulwacker und Bassmann Hans Beyer hat er erst vor wenigen Monaten sein Debütalbum auf den Markt gebracht. Jetzt dürfen sich die drei aus Santiago auf einen eigenen Auftritt in Wacken 2027 freuen.
Für das kommende Jahr haben die Veranstalter bereits einige Hochkaräter verpflichtet. So stehen mit den US-Rockern Five Finger Death Punch und den deutschen Power-Metal-Heroen Helloween bereits zwei Headliner für 2027 fest.
Da passt es, dass die „Wacken Firefighters“ inzwischen „Final Countdown“ anstimmen, den großen Hit von Europe. Die Schweden traten einen Tag zuvor auf der Hauptbühne auf, und Dirigent Bumann sagt selbstbewusst: „Es gab eine andere Band, die dieses Lied hier auch gespielt hat. Ihr könnt ja mal abstimmen, wer es besser gemacht hat.“ Dann spielen es seine Firefighters deutlich schneller als das Original, der jubelnden Menge gefällt das.
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
Das chilenische Trio Force wird 2027 in Wacken auftreten.
Très probable · En quelques mois
Five Finger Death Punch und Helloween werden 2027 als Headliner in Wacken auftreten.
Très probable · En quelques mois
Questions ouvertes
- Welche weiteren Headliner werden für 2027 bekannt gegeben?
- Welche Bands werden 2027 im Wackinger-Dorf auftreten?

