Charles Leclerc's Ferrari Contract Extension and Championship Potential
Er wird Michael Schumacher überholen. Dieser Rekord ist Charles Leclerc seit Mittwoch sicher. Pünktlich zum Großen Preis von Monaco am Sonntag (15 Uhr MESZ/Sky/RTL) verkündete Ferrari die Vertragsverlängerung mit dem Monegassen über 2026 hinaus. Alle scheinen glücklich. Der Formel-1-Pilot, sein Team, so sagen und schreiben sie es.
Auch der Zeitpunkt wirkt sehr bewusst gewählt. Erstmals in dieser Saison könnte Ferrari Mercedes auf dem Weg ins Ziel hinter sich lassen. Zumindest kommt es im Fürstentum nicht so sehr auf die Stärke des Hybridantriebs im Heck an. Der Ferrari ist schnell, wo es langsam zugeht, in den Ecken des winkeligen Stadtkurses. Und Leclerc kennt den Weg wie kein Zweiter. Als Pennäler lief er einen Teil der Strecke entlang – zur Schule. Das Fahrerlager traut ihm einen Sieg in der Heimat zu.
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Hat Leclerc das Potential zum Champion?
Das ist nichts Neues. Leclerc gewann 2024 das berühmteste Rennen der Formel 1. Die größere Vertrauensfrage ist zuletzt seltener beantwortet worden: Reicht es auch zum Champion? Ferrari regte in diesen Tagen allein die Frage auf. Leclerc zählt zu den Schnellsten – auf eine Runde: 27 Pole-Positionen sind ihm gelungen. Aber nur acht Siege. Was auf den ersten Blick mit dem Boliden zusammenhängt. Das Mobil aus dem Allerheiligsten der Roten war und ist nicht das Maß der Dinge, seit Leclerc 2019 ins Cockpit gesetzt wurde mit dem Ruf, ein besonderes Talent zu sein. Prompt vertrieb er den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel.
Vom Talent wird immer noch gesprochen. Das Besondere aber ist weggefallen. Obwohl Leclerc im vergangenen Jahr dem Rekordpiloten im zweiten Ferrari, Lewis Hamilton, keine Chance ließ. Wahrscheinlich überzeugte diese Leistung Ferraris Teamführung, weiter auf ihn zu setzen. Noch wahrscheinlich ist, dass die Scuderia keine Wahl hatte.
Max Verstappen, der Beste, schaut auf die Besten: derzeit Mercedes. Weltmeister Lando Norris sitzt fix im McLaren, sein hochtalentierter Rivale Oscar Piastri sucht nach seiner Form. Und Mercedes hält eisern fest, was Ferrari durch die Lappen gegangen ist: den Shootingstar der Saison, Kimi Antonelli, fünf Rennen, vier Siege für den ersten Italiener mit gewaltigem WM-Potential seit – gefühlt – Alberto Ascari 1953.
Einer der weitaus Zweitbesten
Anders gesagt: Leclerc erscheint in der aktuellen Liste der Toppiloten als einer der weitaus Zweitbesten. Das hängt mit seiner Fehlerquote in den Grands Prix zusammen. Sie ist nicht hoch, aber zu hoch für einen, der aus weniger mehr machen, als Mensch der Maschine immer mal wieder voraus sein soll wie mitunter Verstappen. Das zu behaupten, ist nach 176 Rennen von Leclerc im Ferrari nicht gewagt. Und die Frage nicht anmaßend, ob er ausreichend Einfluss auf die Entwicklung des Rennstalls zu einem Siegerteam ausüben kann.
Leclerc fehlen noch fünf Rennen, um Schumacher – im Ferrari zu 72 seiner 91 Siege und zu fünf der sieben WM-Titel gekommen – als Rekordpiloten der Scuderia (180 Grands Prix) zu brechen. Leclerc wird das schaffen. Aber an Schumacher kommt er nicht vorbei. Und Ferrari an einem Fahrer dieses Formats auch nicht.





