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Deutscher Sekthersteller Henkell verhandelt über Mehrheitsbeteiligung an Pommery
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Süddeutsche Zeitung·6 sa önce·🇩🇪Germany·Business

Deutscher Sekthersteller Henkell verhandelt über Mehrheitsbeteiligung an Pommery

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Süddeutsche Zeitung
Yayıncı
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Der Vin de Champagne ist der Inbegriff von Luxus und Eleganz, nach einer bestimmten Methode hergestellt, nur Produkte aus der gleichnamigen französischen Region dürfen den Namen tragen. Und dann das: Deutscher Sekthersteller rettet französisches Champagnerhaus. Mon Dieu! Deutscher Mammon soll retten, wofür Savoir-vivre steht? Ganz so weit ist es noch nicht. Das hoch verschuldete französische Traditionshaus Maison Pommery & Associés hat sich an den deutschen Schaumweinhersteller Henkell gewandt. Ziel sei eine strategische Verbindung, die auch in einer Mehrheitsbeteiligung von Henkell münden könnte. Die nächsten beiden Monate verhandeln die beiden erst einmal exklusiv. Die Verbindung der zwei Familienunternehmen würde einen mächtigen Akteur auf dem Markt für Schaumweine hervorbringen mit starken, sich ergänzenden Marken und einem globalen Vertrieb.

Pommery ist zwar börsennotiert, rund 70 Prozent des Kapitals hält die Compagnie Vranken, Vorstandschefin ist Nathalie Vranken. Das von Madame Louise Pommery 1836 in Reims gegründete Haus hat eine glorreiche Geschichte und kann für sich in Anspruch nehmen, den weltweit ersten Brut-Champagner erfunden zu haben. Und Henkell gehört zur Geschwister Oetker Beteiligungen KG.

Zum Portfolio von Pommery gehören Namen wie Pommery, Charles Lafitte und Bissinger – alle würden unter einem Dach vereint mit Henkell-Sekt, das mit Alfred Gratien immerhin schon ein kleineres Champagnerhaus übernommen hat. Aus Geldnot hatte Pommery Anfang 2026 schon die Marke Heidsieck für 50 Millionen Euro an den Konkurrenten Lanson-BCC verkauft und wertvolle historische Bestände gleich mit: Darunter befinden sich Raritäten, die aus dem Wrack eines Schiffes gerettet wurden, das 1916 nach Russland aufgebrochen und von einem deutschen U-Boot versenkt worden war. Für diese Expedition waren 3000 Flaschen Champagner an Bord. Einbringen würde Pommery auch andere Schätze, zum Beispiel 2600 Hektar Rebfläche in bester Lage – in der Champagne, der Provence, der Camargue und dem portugiesischen Douro-Tal, denn die Franzosen stellen auch noch Rosé und Portweine her.

Aber ausgerechnet die Franzosen fallen immer öfter als Abnehmer aus. Wurden 2010 noch 185 Millionen Flaschen Champagner im eigenen Land verkauft, 2025 waren es nur noch 114 Millionen. Als einer der Gründe wird Abstinenz junger Menschen genannt, Champagner gehört für sie nicht mehr zum französischen Lebensstil. Und Kriege ringsum fördern nicht gerade die Feierlaune.

This article was originally published by Süddeutsche Zeitung.

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